André Breitenreiter übernimmt auf Schalke

Andre Breitenreiter

Trainersuche beendet

André Breitenreiter übernimmt auf Schalke

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat André Breitenreiter als neuen Trainer verpflichtet. Das teilten die Königsblauen am Freitag (12.06.15) mit.

Der Coach wechselt vom Bundesliga-Absteiger SC Paderborn zu Schalke und erhält dort einen Vertrag bis 2017. Breitenreiter tritt die Nachfolge von Roberto Di Matteo an, von dem sich der Traditionsclub nach einer enttäuschenden Saison getrennt hatte. Zuletzt waren auch Markus Weinzierl vom FC Augsburg und der belgische Nationaltrainer Marc Wilmots als S04-Trainer gehandelt worden.

Schalke nutzt Ausstiegsklausel

Für den 41-Jährigen müssen die Schalker eine Ablösesumme an Paderborn zahlen, im Gespräch sind 500.000 Euro. Paderborns Präsident Wilfried Finke erklärte: "Herr Breitenreiter hat sich innerhalb der Möglichkeiten des Vertrages bewegt. Wir haben zwei schöne Jahre mit ihm gehabt, ein Wechsel nach Gelsenkirchen ist nur folgerichtig."

Der Zweitligist werde voraussichtlich bereits am Montag einen neuen Trainer präsentieren. Dieser Coach stehe derzeit aber noch bei einem anderen Verein unter Vertrag.

Heldt fühlt sich "umfassend überzeugt"

"Andre Breitenreiter hat alle Verantwortlichen umfassend überzeugt, dass er der Richtige für unsere Ziele ist. Er ist ein junger, mutiger Trainer, der keine Angst vor unbequemen Entscheidungen hat", sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Breitenreiter habe in Paderborn bewiesen, "dass er Talente weiterentwickeln kann und es versteht, eine Mannschaft zu disziplinieren, formen und besser zu machen", so Heldt. Vom neuen Coach erwarte er attraktiven, leidenschaftlichen Offensivfußball und einen Teamgedanken, der die Fans begeistere. Breitenreiter bekomme für die Umsetzung seines Konzepts die Zeit, die nötig sei.

Breitenreiter genießt trotz des Abstiegs mit Paderborn in der Branche einen guten Ruf. Trotz eines Mini-Etats führte er die Ostwestfalen in die Bundesliga, erst am letzten Spieltag verspielte der Neuling die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Bei der unglücklichen 0:1-Niederlage auf Schalke eine Woche zuvor waren Breitenreiter und sein Team noch mit tosendem Beifall der Schalker Fans verabschiedet worden. "Die Art und Weise, wie diese Mannschaft ihre Möglichkeiten ausgereizt und Fußball gespielt hat, war eindrucksvoll. Das mussten auch wir am eigenen Leib erfahren", sagte Heldt.

Wilmots: "Schlechter Witz"

Der ehemalige Hamburger und Wolfsburger Bundesliga-Profi dürfte die deutlich billigere Lösung für Schalke sein: Wilmots, der sich als "Willi, das Kampfschwein" beim UEFA-Cup-Triumph 1997 auf Schalke unsterblich gemacht hatte, scheiterte offenbar an seinen Gehaltsforderungen. Der 46-Jährige soll vier Millionen Euro pro Jahr gefordert haben. Außerdem wollte er sein komplettes Trainerteam von der belgischen Nationalmannschaft mitbringen, zudem wäre eine Ablöse in Höhe von zwei Millionen Euro fällig gewesen.

"Es stimmt, dass wir vergangene Woche Gespräche mit Schalke geführt haben. Aber danach war schnell klar, dass wir konzeptionell nur schwer zusammenkommen", sagte Wilmots indes dem Kicker. "Weil ich mich aber um die Nationalmannschaft kümmern muss, haben wir jedes weitere Gespräch vertagt." Wilmots weiter: "Eines muss man mal festhalten: Schalke ist zu mir gekommen und hat mich gefragt, obwohl ich hier in Belgien eine große Mannschaft trainiere. Ich habe Schalke nie um einen Job gefragt. Deshalb ist es ein schlechter Witz, wenn man meint, mir irgendetwas absagen zu können. In Deutschland kamen die ganze Zeit viele Informationen über diese Trainersuche raus. Schalke ist und bleibt mein Herzensverein. Aber die Art und Weise, wie das alles gelaufen ist, das ist nicht Schalke. Das ist eher bedenklich."

dpa/sid | Stand: 12.06.2015, 18:41

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