Batshuayi - Dortmunds nächster Batman

Michy Batshuayi beim Salto

Dortmunds neuer Stürmer

Batshuayi - Dortmunds nächster Batman

Er mag Batman, er schlägt Salti: Dortmunds Winterzugang Michy Batshuayi hat viel gemeinsam mit dem abgewanderten Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang. Doch kann er ihn auch gleichwertig ersetzen?

Seine Tore feiert er gerne mal mit einem Salto, er gilt manchmal als schwierig, und er mag die Comicfigur Batman. Es sieht ganz so aus, als hätte Borussia Dortmund mit Michy Batshuayi einen Klon von Pierre-Emerick Aubameyang verpflichtet.

Der 24 Jahre alte Belgier mit kongolesischen Wurzeln soll den Gabuner ersetzen, der jüngst zum FC Arsenal abgewandert ist. Der BVB hat den Stürmer bis zum Saisonende vom FC Chelsea ausgeliehen, für angeblich 1,5 Millionen Euro. Eine Kaufoption gibt es dem Vernehmen nach nicht.

Gute Torquote trotz Reservistendasein

Batshuayi gilt als eines der größten Offensivtalente seines Landes. Beim FC Chelsea konnte er das aber noch nicht so richtig zeigen. Seit 2016 spielt er bei den "Blues" und fristet unter Trainer Antonio Conte ein Reservistendasein.

In der Premier League kommt er auf 32 Einsätze, dabei stand er allerdings nur vier Mal in der Startelf. Insgesamt stehen 53 Spiele zu Buche, und mit 19 Toren ist die Bilanz dabei gar nicht so schlecht. Im Mai 2017 schoss er den FC Chelsea mit seinem Tor bei West Bromwich Albion zur Meisterschaft, in der Champions League sorgte er im September gegen Atlético Madrid in der vierten Minute der Nachspielzeit für den 2:1-Siegtreffer - was er damals auf Twitter ausgiebig im Batman-Kostüm feierte.

Technik, Robustheit und Torgefahr

Das Potenzial ist also da. "Michy ist ein junger, sehr interessanter Stürmer, der durch eine hohe Torquote besticht und sowohl beim FC Chelsea als auch bei Olympique Marseille, in der belgischen Liga und der Nationalmannschaft seine außergewöhnliche Qualität schon unter Beweis gestellt hat", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Ob er tatsächlich in die mächtig großen Fußstapfen von Pierre-Emerick Aubameyang treten kann, bleibt abzuwarten. Batshuayi ist körperlich robuster als der Neu-Londoner. Er lässt sich nur ungern zurückfallen und weicht auch nicht auf die Flügel aus, sein Platz ist in der Mitte, wo er ein ständiger Unruheherd sein kann und stets torgefährlich ist. Dabei ist er nicht unbedingt ein Brecher, sondern besticht wie sein Vorgänger durch eine feine Technik.

"Kein Engel"

Ausgebildet wurde Batshuayi in der Nachwuchsakademie des RSC Anderlecht. Die musste er aber aus disziplinarischen Gründen schnell wieder verlassen. Später flog er auch kurzzeitig aus der U21-Nationalmannschft seines Landes. "Es war richtig, mich rauszuwerfen. Ich war kein Engel", hat er mal gesagt. Seine Profikarriere begann er bei Standard Lüttich. Von dort ging es über Olympique Marseille nach London. Ablöse: 39 Millionen Euro. Was dem BVB Hoffnung machen kann: An der Stamford Bridge ließ sich Batshuayi nie etwas zuschulden kommen.  

Der Wechsel nach Dortmund ergibt für ihn Sinn. Der Nationalspieler will zur WM nach Russland und dazu braucht er Spielzeit. "Um mein großes Ziel zu erreichen, möchte ich möglichst viel spielen und viele Tore schießen. Im Sommer findet die WM statt", sagt er. Bislang hat er 13 Länderspiele und fünf Tore auf dem Konto.

Einsatz schon gegen Köln?

Der Deal könnte für alle zum Gewinn werden. Batshuayi bekommt Spielzeit bei einem großen Klub und darf vielleicht zur WM, und wenn er tatsächlich beim BVB einschlägt, dann hat der einen Aubameyang-Ersatz und Chelsea bekommt im Sommer einen stark verbesserten Spieler zurück. Noch bis 2021 ist Batshuayi an den Premier-League-Klub gebunden.

Dortmunds Trainer Peter Stöger kann sich gut vorstellen, dass sein Winterzugang am Freitag (02.02.2018) im Spiel beim 1. FC Köln aufläuft. "Er steht voll im Saft und hat keinen Trainingsrückstand", sagt Stöger. Es sei auch nicht undenkbar, dass Batshuayi von Beginn an spiele. Der wird beim BVB das Trikot mit der Nummer 44 tragen. Bei Twitter erklärte er, er sei bereit, den vakanten Job als Batman zu übernehmen. Dann stellt sich nur noch die Frage, ob er im Falle eines Torerfolgs auch einen Salto schlägt.

vdv/sid/dpa | Stand: 01.02.2018, 11:23

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