BVB hat ein Auge auf Malcolm

Brasiliens Jungstar Malcom

BVB hat ein Auge auf Malcolm

Von Christian Mixa

Bei der Suche nach Verstärkungen für die Offensive soll Borussia Dortmund den brasilianischen Jungstar Malcom im Auge haben. Eine mögliche Verpflichtung könnte kompliziert werden.

Im Winter-Trainingslager der Bundesliga-Klubs finden die interessanten Dinge oft neben dem Fußballplatz statt. Deshalb waren die Medienvertreter, die mit dem BVB derzeit in Dubai sind und die Fans zuhause mit News versorgen müssen, am Dienstag (12.01.2016) auch sofort mit einer Blitz-Meldung parat: Sportdirektor Michael Zorc sei plötzlich aus dem BVB-Camp abgereist. Das Ziel des Sportdirektors sei zwar unbekannt - doch zurückkommen, darin waren sich die Reporter einig, würde Zorc mit der dringend benötigten Verstärkung für die Offensive.

Malcom - Juwel und Spekulationsobjekt

Durch die Abgänge von Adnan Januzaj und Jonas Hofmann sind zumindest zwei erweiterte Planstellen im Mittelfeld frei, die Thomas Tuchel gerne vor dem Rückrundenstart neu besetzen möchte. Einen Wunsch-Kandidaten dafür haben die BVB-Verantwortlichen dem Vernehmen nach schon im Auge: Malcom Filipe Silva de Oliveira, kurz Malcom.

Ein 18 Jahre alter Tempodribbler von Corinthians Sao Paolo, der als größtes Juwel des brasilianischen Fußballs gilt - vor allem aber als größtes Spekulationsobjekt. Die Vergleiche mit Neymar reißen nicht ab, seit er mit 17 erstmals für das Profi-Team von Corinthians auflief. Wegen seiner magischen Ballsicherheit, seines Tordrangs und der ähnlich leichtfüßigen Statur wie das Idol aus Santos.

Bei den Top-Klubs Europas im Visier

Bereits im vergangenen Winter wurde Malcom von seinen umtriebigen Beratern auf einer Promotour fast allen europäischen Top-Klubs angeboten. Mal hatte angeblich Chelsea im Rennen um den neuen Neymar die Nase vorn, dann wieder Arsenal oder Paris St. Germain. Im vergangenen Sommer war Malcom dann auf einmal beim eher klammen HSV im Gespräch. Ernsthafter waren wohl die Verhandlungen mit dem finanzkräftigen Zweitligisten RB Leipzig. Doch die kursierende zweistellige Millionen-Ablöse war selbst Ralf Rangnick, der schon in Hoffenheim erfolgreich an der Wertsteigerung brasilianischer Talente arbeitete, zu riskant.

Millionen-Ablose - und komplizierte Rechteverhältnisse

Dass der Jungstar bislang noch nicht bei einem europäischen Klub untergekommen ist, dürfte zum einen an der Ausstiegsklausel von angeblich 20 Millionen Euro liegen. Zum anderen aber auch an den komplizierten, für Brasilien nicht unüblichen Rechteverhältnissen: Die Transferrechte sollen nur zu einem Drittel bei Malcoms Klub aus Sao Poalo liegen - der Rest bei einem Manager namens Fernando Garcia, der auch über die Geschicke weiterer Corinthians-Profis bestimmt.

Wie dieses Konstrukt mit einer so genannten "Third-Party-Ownership", einem Drittrechteinhaber, das seitens der FIFA eigentlich verboten ist, mit den geltenden Transfer-Statuten in Einklang zu bringen wäre, auch darüber müssten sich die BVB-Verantwortlichen Gedanken machen, sollten sie Malcom unter Vertrag nehmen wollen. Dass Sportdirektor Zorc in Südamerika diesbezüglich bereits Verhandlungen mit dem Malcom-Clan führt, hat Klubchef Hans-Joachim Watzke vorsorglich dementiert.

Stand: 12.01.2016, 15:00

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 34 88
2. Bor. Dortmund 34 78
3. Bayer Leverkusen 34 60
4. Bor. M'gladbach 34 55
5. FC Schalke 04 34 52
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16. Eintr. Frankfurt 34 36
17. VfB Stuttgart 34 33
18. Hannover 96 34 25
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