BVB: Pokerspiel um Stars ist eröffnet

Mats Hummels

BVB: Pokerspiel um Stars ist eröffnet

Im Sommer 2017 laufen die Verträge von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan in Dortmund aus. Das weckt Begehrlichkeiten bei den internationalen Spitzenklubs und erschwert dem BVB die angestrebten Vertragsverlängerungen.

Der Kampf um den Verbleib von drei Topstars geht in die heiße Phase. In den kommenden Wochen will der Revierklub die Verhandlungen intensivieren. Ein Szenario, dass gleich alle drei Leistungsträger am Saisonende verloren gehen, möchte sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erst gar nicht ausmalen: "Das wäre ein bisschen viel. Aber das halte ich für völlig ausgeschlossen."

Hummels verspürt "keinen Zeitdruck"

Während des Trainingslagers in Dubai, das der Bundesliga-Zweite am Samstag (16.01.16) beendet, hielten sich alle Beteiligten in dieser Frage bedeckt. "Ich verspüre keinen Zeitdruck. Noch sind wir tatsächlich komplett ohne Gespräch", sagte Kapitän Hummels. Sowohl der Weltmeister als auch seine Mitstreiter Gündogan und Mkhitaryan brachten in diversen Interviews zwar ihre große Wertschätzung für den BVB zum Ausdruck, verweigerten aber einen Treueschwur. "Natürlich muss alles sehr gut überlegt sein, weil die eigene Karriere zeitlich begrenzt ist", kommentierte Gündogan.

Möglicherweise wird der Regisseur für BVB-Sportdirektor Michael Zorc zum schwierigsten Fall. Schon im vergangenen Sommer schien eine Trennung ausgemachte Sache, ehe Gündogan verlängerte - allerdings nur für ein Jahr. Angesichts seiner in dieser Saison ansteigenden Formkurve könnte sich der Flirt mit dem FC Barcelona wieder intensivieren. Mkhitarjan wurde wiederholt mit Juventus Turin in Verbindung gebracht, Hummels soll bei diversen englischen Klubs hoch im Kurs stehen. Zu allem Überfluss läuft auch der Vertrag von Marcel Schmelzer 2017 aus.

Watzke: "Gute finanzielle Möglichkeiten"

Gut möglich, dass die Spekulationen über wechselwillige BVB-Profis spätestens nach dem Rückrundenstart in einer Woche noch zunehmen werden. Dennoch fürchtet Watzke keine Unruhe. "Da habe ich überhaupt keine Sorge. Jeder weiß, dass wir gute finanzielle Möglichkeiten haben", sagte er der Bild-Zeitung. Kaum vorstellbar, dass der BVB abermals einen Star ablösefrei ziehen lässt wie 2014 Robert Lewandowski zum FC Bayern München. Ausschließen will Watzke das jedoch nicht: "Wenn es dann sein muss, sind wir - glaube ich - der einzige Club, der das auch mal durchzieht."

Für erste Gespräche mit den drei Stars blieb Zorc im Trainingslager wenig Zeit. Schon nach wenigen Tagen ließ sich der Sportmanager in Dubai nicht mehr blicken. Dem Vernehmen nach führte er daheim erste Gespräche mit möglichen Neuzugängen. Nach dem Wechsel von Jonas Hofmann Richtung Mönchengladbach und der Rückkehr von Adnan Januzaj zu Manchester United herrscht Bedarf in der Offensive. Nicht auszuschließen, dass der BVB noch in der Winterpause zuschlägt.

Yunus malli umworben

Ursprünglich sollte es ein vergleichsweise preiswerter Perspektivspieler sein. Nun wird offenbar eine teurere Alternative erwogen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach der Tabellenzweite den Mainzer Yunus Malli umwirbt. "Wir haben die Überlegung, das Niveau noch einen Tick nach oben zu verschieben", deutete Watzke vielsagend an.

dpa | Stand: 15.01.2016, 12:26

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