Rummenigge trifft Sammer und Heynckes
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Nach dem "Populismus"-Vorwurf des Trainers gegen den Sportchef
Rummenigge trifft Sammer und Heynckes
Nach der überraschenden 1:3-Niederlage des FC Bayern in der Champions League bei BATE Borissow und den Differenzen zwischen Matthias Sammer und Jupp Heynckes hat Klubboss Karl-Heinz Rummenigge die beiden in München am Mittwoch an einen Tisch geholt.
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Als Matthias Sammer mit den Bayern-Bossen noch beim Bankett mit gedämpfter Piano-Musik am festlich gedeckten Tisch saß, hatte sich Jupp Heynckes mit der Mannschaft längst aus dem Saal verabschiedet. Das 1:3 beim FC BATE Borissow in der Champions League war einigen bitter aufgestoßen. Mini-Lachstartar, Rindersteak oder Geflügel-Terrine hätten sich Spieler und Sponsoren lieber nach einem Sieg auf die Teller geladen.
Und die Aussagen von Heynckes vor dem Spiel in Minsk über die jüngste Sammer-Kritik schmeckte ebenfalls nicht allen - nach der Rückkehr in München setzten sich Trainer und Sportvorstand am Mittwoch (04.10.12) mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zusammen. Stunden zuvor hatte Heynckes seine Kritik erneuert.
"Das ist Populismus"
"Ich weiß aus Erfahrung, dass es ganz wichtig ist, diese Dinge in geschlossenen Räumen zu artikulieren und nicht so nach draußen, weil das ist Populismus, und den können wir nicht gebrauchen", erklärte Heynckes am Mittwoch am Flughafen in Minsk. Besänftigend hatte am Vorabend Vorstandschef Rummenigge im Restaurant Dolce Vita des Crown Plaza Hotels ins Mikrofon gesprochen. "Wir haben neun Spiele in Folge gewonnen, sehr überzeugend gespielt. Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns durch diese eine Niederlage jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen", sagte Rummenigge in seiner traditionellen Bankettrede.
"Nicht einverstanden"
Im Hintergrund waren die Bässe aus der benachbarten Disco zu hören - zwischen Sammer und Heynckes gab es im Rahmen des Spiels mehr als nur dumpfe Untertöne. Nicht nur die Münchner Siegesserie war nach neun Erfolgen dahin, auch das vom Club viel gerühmte Verhältnis zwischen Trainer und Sportdirektor hatte einen ersten Kratzer bekommen. "Mit der Form, der Art und Weise war ich nicht einverstanden", hatte der Trainer die von den Bossen gelobten Worte Sammers nach dem Sieg in Bremen moniert. "Ich finde, dass die Kritik überzogen war. Ich finde auch, wir sollen die Kritik intern machen und nicht extern."
Doch nicht abgesprochen?
Matthias Sammer hat gut Lachen: Im Streit mit Jupp Heynckes bekommt er Unterstützung von Uli Hoeneß.
Dabei hatte Sammer doch zuvor noch erklärt, dass der Auftritt mit Heynckes abgesprochen gewesen war. Davon war den Aussagen des 67-Jährigen aber nichts zu entnehmen. Sportvorstand Sammer war bemüht, den "Vorgang" als "lange abgeschlossen" und "völlig harmlos" darzustellen. Auch die Reaktion von Heynckes könne er verstehen: "Der Trainer ist unmittelbar für die Mannschaft zuständig und muss ein starkes Bündnis bilden und die Spieler schützen."
"Auf kürzestem Weg ausgeräumt"
Nach der Rückkehr in München gab es in der Vereinszentrale an der Säbener Straße ein Treffen von Rummenigge, Sammer und Heynckes. Bei dem Gespräch kamen die unterschiedlichen Ansichten zu den in Borissow öffentlich aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten auf den Tisch. "Verschiedene Sichtweisen wie in den letzten Tagen kann es immer mal geben, aber das ändert nichts an unserer guten Zusammenarbeit", betonte Heynckes. Auch Sammer zeigte sich professionell: "Ich bleibe dabei: Zwischen Jupp Heynckes und mich passt kein Blatt Papier. Alles andere sind Nebensächlichkeiten und wurden zwischen uns auf kürzestem Weg ausgeräumt."
Hoeneß unterstützt Sammer
Präsident Uli Hoeneß, der sich am frühen Mittwochmorgen am Rande des Banketts in der Sache auf die Seite des Sportvorstands gestellt hatte, legte im Gespräch mit der Münchner tz und Abendzeitung nach: "Ich fand die Kritik weder in der Form noch in der Sache ungerechtfertigt. Und ich bin der Meinung, dass man das schon so akzeptieren muss", sagte Hoeneß: "Sammer ist ja ein Partner des Trainers auf Augenhöhe und ich bin der Meinung, dass er das absolut machen kann. Damit fällt doch dem Jupp in keinster Weise ein Zacken aus der Krone. In keinster Weise. Das muss er aushalten."
sid/dpa | Stand: 03.10.2012, 19:10