Die Bayern wollen Heynckes - ein logischer Schritt

Jupp Heynckes (M.) mit den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß (r.)

Bayern München auf Trainersuche

Die Bayern wollen Heynckes - ein logischer Schritt

Von Frank van der Velden

Der FC Bayern München will Ex-Trainer Jupp Heynckes aus dessen Rentnerdasein am beschaulichen Niederrhein zurückholen. Das ist ein logischer Schritt.  

Die Bayern-Bosse setzen damit auf Altbewährtes, sie wissen, was sie an Jupp Heynckes haben. Man kennt sich, man schätzt sich und hat gemeinsam große Erfolge gefeiert.

Heynckes ist in der Lage, die Unruhe im Klub schnell zu beenden. Viele Spieler kennt er noch. So spielten Manuel Neuer, Jerome Boateng, Javi Martinez, David Alaba und Rafinha schon unter ihm. Und auch der zurzeit unzufriedene Thomas Müller gehörte schon zu seinen Spielern, ebenso wie Franck Ribéry und Arjen Robben, die sich angeblich gegen Trainer Carlo Ancelotti gestellt und somit dessen Rausschmiss beschleunigt haben sollen.

Heynckes kann seine Aufgabe bei den Bayern ganz gelassen angehen. Er bliebe bis zum Saisonende und würde dann Platz machen für seinen Nachfolger. Den haben die Bayern wohl schon fest im Visier. Ob der Julian Nagelsmann oder Jürgen Klopp oder sonst wie heißt, bleibt jetzt mal dahin gestellt.

Gute Erfahrungen

Fest steht, dass die Bayern spätestens im Sommer ihren Wunschtrainer präsentieren werden. Heynckes ist eine Übergangslösung. Damit haben die Münchner schon gute Erfahrungen gemacht. Ende Dezember 1993 sprang nach der Entlassung von Erich Ribbeck Klub-Ikone Franz Beckenbauer  in die Bresche. Er blieb bis zum Saisonende und machte dann Platz für Giovanni Trapattoni. Das alles wiederholte sich 1996, als Beckenbauer das Traineramt für zwei Monate von Otto Rehhagel übernahm. Und auch Heynckes hat sich schon bewährt. Er löste im April 2009 Jürgen Klinsmann ab und räumte zwei Monate später brav für Louis van Gaal seinen Stuhl.

Entscheidung gegen Tuchel

Die Entscheidung für Heynckes ist auch eine Entscheidung gegen Thomas Tuchel. Der ist der einzige Coach, der ins Bayern-Profil passt und sofort zu haben ist. Doch Tuchel und die Münchner konnten sich offenbar nicht einigen. Womöglich trauen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem als zwischenmenschlich schwierig verschrienen Tuchel aber auch nicht zu, die Bayern zu alter Stärke zu führen. Die Verpflichtung Tuchels ist aus Bayern-Sicht wohl eher ein Experiment. Dazu haben die Münchner aber keine Lust und setzen lieber auf den altbewährten Heynckes. Logisch.

Stand: 05.10.2017, 10:21

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