FC Bayern kämpft um seine Spieler - auch gegen Guardiola

Nimmt er jemanden mit? Pep Guardiola, hier mit David Alaba.

Spekulationen um Transfers nach England

FC Bayern kämpft um seine Spieler - auch gegen Guardiola

Von Chaled Nahar

Pep Guardiola ist im Moment ein Trainer von zwei Mannschaften. Er will die Bayern noch zu Titeln führen, bastelt aber schon am neuen Kader von Manchester City. Die Führung der Bayern reagiert genervt auf Gerüchte, ob Guardiola Spieler mit nach England nimmt - und schafft mit Vertragsverlängerungen Fakten.

Er ist wenigstens ehrlich. "Ich kann nichts versprechen", sagte Txiki Begiristain, Sportdirektor von Manchester City, in einem Interview mit Sky Sport News HD. "Unser Ziel ist es immer, einen starken Kader zusammenzustellen." In dem Gespräch ging es um die Spekulationen, nach denen Trainer Pep Guardiola bei seinem Wechsel von Bayern München zu Manchester City im Sommer einige Spieler mitnehmen könnte.

Guardiola: "Ich kann beide Sachen kontrollieren"

Die Bayern müssen sich ihren Trainer zurzeit mit Manchester City regelrecht teilen. Guardiola, der im Hintergrund natürlich bereits den Kader von Man City für die neue Saison baut und Anfang März vor einem mäßig geheimen Treffen zu Planungen mit Begiristain am Amsterdamer Flughafen abgelichtet worden war, sagt dazu allerdings nichts. "Ich kann beide Sachen kontrollieren", stellte er im Februar lediglich fest. Alles, was er zu Manchester City zu sagen habe, werde er erst erzählen, wenn er in England sei.

Kandidaten, die mit ihm dorthin wechseln könnten, wurden in den vergangenen Wochen reichlich gehandelt. David Alaba ist in Guardiolas fast drei Jahren in München zum Lieblingsschüler des Trainers gereift. Douglas Costa und Thiago Alcantara waren zentrale Transfers des Trainers, Joshua Kimmich lobt er bei fast jeder Gelegenheit. Guardiola würde wohl gerne der Trainer einiger dieser Spieler bleiben, nur eben in Manchester.

Rummenigge: "Der FC Bayern entscheidet, was los ist"

Doch die Bayern wehren sich, mit Worten und vor allem mit Vertragsverlängerungen. "Ich habe mich auch ein wenig über die Aussage des Kollegen von Manchester City gewundert. Verträge sind Verträge, die gelten auch bei Manchester City", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Der FC Bayern entscheidet, was los ist."

Diese Worte untermauerten die Münchner zuletzt mit der Vertragsverlängerung David Alabas, der einen Kontrakt bis 2021 unterschrieb. Zuvor hatten am 18. Dezember 2015 Thomas Müller, Javi Martínez und Jerome Boateng ebenfalls neue Verträge bis 2021 erhalten. Im Rückblick wirkt das fast wie eine Vorsichtsmaßnahme, denn damals hatte sich längst abgezeichnet, dass Guardiola nicht bleiben würde. Zwei Tage nach den drei Vertragsverlängerungen teilten die Bayern mit, dass Guardiola geht und Carlo Ancelotti kommt.

Thiago Alcantara hatte sich im August mit einer Vertragsverlängerung bei den Bayern bis 2019 positioniert und später sagte in einem Interview mit "Globo Esporte" über die Wechselgerüchte: "Ich habe meinen Vertrag erst kürzlich verlängert und das nicht ohne Grund. Ich fühle mich sehr wohl hier und plane, noch viele Jahre hier zu bleiben." Über den spanischen Nationalspieler sagte Guardiola einst: "Thiago oder nix!" In Manchester muss er wohl ohne Thiago auskommen. Joshua Kimmich und Douglas Costa sind außerdem bis 2020 gebunden.

Im Kampf um die eigenen Spieler haben die Bayern also weitgehend gute Aussichten. Und so blickt City wohl auch auf andere Spieler wie beispielsweise Ilkay Gündogan, dessen Vertrag in Dortmund nur noch bis 2017 läuft.

Citys größtes Manko könnte die Europa League werden

Txiki Begiristain 2015 mit Kevin De Bruyne

Txiki Begiristain 2015 mit Kevin De Bruyne

Manchester Citys Sportdirektor Begiristain verweist mit Recht darauf, dass Klubs wie der FC Bayern nicht anders vorgehen. "Bayern München versucht dasselbe", sagt er. Mario Götze hatte einen gültigen Vertrag in Dortmund, Javi Martínez einen in Bilbao, Vidal einen in Turin und Kimmich einen in Stuttgart. Die Bayern kennen das Spiel und zahlten teils hohe Ablösesummen für diese Spieler.

Wenn Manchester unbedingt einen Spieler aus dem aktuellen Münchner Kader haben will, dürfte es relativ teuer werden. Geld ist in Manchester zwar bekanntermaßen noch eine noch kleinere Kategorie als in München, wie das Wettbieten beider Klubs um Kevin De Bruyne in der vergangenen Saison zeigte, bei 70 Millionen Euro stiegen die Bayern aus. Doch eine wichtige Frage ist außerdem, wie attraktiv Manchester City für Spieler des FC Bayern speziell in der kommenden Saison sein wird. Und dabei geht es nicht nur ums Geld.

Die Bayern sind seit dem 1:0 in Köln für die neue Saison in der Champions League qualifiziert, während bei City nach nur vier Punkten aus den jüngsten sechs Spielen Platz vier in der Tabelle wackelt. Egal, wen er holt - Pep Guardiola könnte sich bei Manchester City in der Europa League wiederfinden. Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer sagt vielleicht auch mit Blick auf diesen Umstand: "City sollte es nicht ausschließen, dass wir uns bei ihnen umschauen. Da ist der eine oder andere sehr interessante Spieler dabei."

Stand: 21.03.2016, 12:45

Darstellung: