Bayer Leverkusens Neustart in Orlando

Stefan Kießling

Bayer Leverkusens Neustart in Orlando

Nach einer wechselvollen Hinrunde versucht sich Bayer Leverkusen im Wintertrainingslager in Florida an einer Neujustierung. Dabei geht es auch um mögliche Verstärkungen.

Natürlich laufen auch bei Bayer Leverkusen während der Winterpause die Transfergerüchte heiß. Nach einem Bericht der englischen Boulevardzeitung "The Sun" hat Bayer 04 im Rennen um Arsenals Außenverteidiger Mathieu Debuchy die Nase vorn. Der französische Nationalspieler könnte helfen, Bayers Baustelle auf der rechten Abwehrseite zu beseitigen: Dort fällt Roberto Hilbert mit einem Muskelbündelriss aus, Tin Jedvaj kämpft nach langer Verletzung noch mit Trainingsrückstand. Bleibt mit Giulio Donati aktuell nur noch ein nomineller Rechtsverteidiger, der Italiener gilt in Leverkusen allerdings als Auslaufmodell.

Wirbel um Chicharito

Im Sturm heizte Javier "Chicharito" Hernandez Spekulationen um seine Zukunft an. Während des Trainingslagers in Orlando verweigerte der Mexikaner ein Bekenntnis zum Werksklub - trotz eines gültigen Vertrags  bis 2018: "In diesem Sport spielt es keine Rolle, ob man für zehn, zwölf Jahre unterschreibt oder jedes Jahr um eine Saison verlängert", sagte Hernandez vielsagend.

Die Äußerungen der "kleinen Erbse" sorgten in Leverkusen für einige Aufregung. Gehörte der mexikanische Stürmer, der 19 Treffer in 22 Spielen erzielte, doch in Bayers wechselvoller Hinrunde zu einer der wenigen positiven Konstanten. Vor allem das Aus in der Champions-League-Vorrunde, wo Bayer gegen Rom und Borissow das durchaus mögliche Weiterkommen verspielte, nagt am Selbstverständnis des Klubs.

Schade: Hinrunde "hinter unseren Erwartungen"

Geschäftsführer Michael Schade verstärkte deshalb im Trainingslager in Orlando den Druck. Das Team habe in der Hinrunde zwar "hoch attraktiven Fußball" gezeigt, darunter zwei mitreißende Aufholjagden gegen Rom (4:4) und Stuttgart (4:3). Insgesamt aber liege Bayer 04 auf Tabellenplatz fünf "hinter unseren Erwartungen", meinte Schade in einem am Mittwoch (13.01.2016) veröffentlichten Video aus Florida. "Wir wollen die Vorrunde nicht schönreden." Die Problemfelder, vor allem fehlende Balance und Anfälligkeit in der Defensive, dürften auch bei den Trainingseinheiten in den USA ein großes Thema gewesen sein.

Leverkusens große Ziele

Für die Rückrunde rückte Geschäftsführer Schade vor allem den DFB-Pokal in den Fokus. Das Viertelfinale vor eigenem Publikum gegen Werder Bremen (9. Februar) erscheint als lösbare Aufgabe. Mittelfristig aber, dies kündigte Schade in Orlando an, sei es das Ziel, Bayer 04 endlich reif für einen großen Titel zu machen. "Wir wollen auch in den nächsten Jahren weiter in die Mannschaft investieren“, sagte Schade. Zugleich betonte der Vorstand, bei der sportlichen Entwicklung künftig noch stärker auf Talente setzen zu wollen. Ein 30 Jahre alter Franzose wie Debuchy fällt zwar nicht in diese Kategorie - gebrauchen könnte Bayer ihn dennoch, für mehr Stabilität in der Rückrunde. 

Stand: 13.01.2016, 14:30

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