Vier Monate Sperre: Saison für Bayers Calhanoglu gelaufen

Für vier Monate gesperrt: Hakan Calhanoglu von Bayer Leverkusen.

Vier Monate Sperre: Saison für Bayers Calhanoglu gelaufen

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen muss für den Rest der Saison auf Hakan Calhanoglu verzichten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte die vom Weltverband Fifa ausgesprochene viermonatige Sperre gegen den offensiven Mittelfeldspieler.

Calhanoglu darf schon am Freitag (20.30 Uhr) im Gastspiel beim Hamburger SV nicht mehr auflaufen auflaufen und muss zudem 100.000 Euro Strafe zahlen. Ein Einspruch gegen das Urteil ist nicht möglich.. Das gaben der CAS und der Werksklub am Donnerstag (02.02.2017) bekannt. Hintergrund der Sperre ist eine Auseinandersetzung zwischen Hakan Calhanoglu und dem türkischen Verein Trabzonspor.

Nicht eingehaltene Vereinbarung mit Trabzonspor im Jahr 2011

Während seiner Zeit beim Karlsruher SC im Jahr 2011 hatte Calhanoglu als Minderjähriger eine Vereinbarung mit Trabzonspor bezüglich eines Wechsels getroffen. Er verlängerte jedoch dann seinen Vertrag beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Der CAS sah genau wie die Fifa das Verhalten des Spielers als Vertragsbruch gegenüber Trabzonspor an.

Calhanoglu: "Sache wird mich nur noch stärker machen"

"So etwas kann einen kaputt machen. Aber ich habe in meiner Karriere schon einiges erlebt. Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen. Das Schlimmste für mich ist, dass mein Klub Bayer in Mitleidenschaft gezogen wird. Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid", sagte Calhanoglu im Interview mit dem Express (Donnerstag).

Vater verhandelte mit Trabzonspor

Bei der mündlichen Verhandlung vor dem CAS im Oktober argumentierte Calhanoglus Berater Bektas Demirtas damit, dass sein Schützling 2011 noch minderjährig gewesen sei. Sein Vater Hüseyin hatte damals den Vertrag mit Trabzonspor unterschrieben. "Ich war 17 Jahre alt und habe beim Karlsruher SC gespielt. Ich habe zufällig über einen Freund mitbekommen, dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft", sagte Calhanoglu über den Vorfall dem Express.

"In unserer Kultur hat der Vater das Sagen", so der Spieler weiter, "es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegen zu bringen. Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf. Ich habe meinem Vater vertraut." Das Vertrauen führte nun zu einem vorzeitigen Saisonende.

Völler: "Schwerer Schlag für Hakan und für Bayer"

"Wir bedauern natürlich diese für uns in keiner Weise nachvollziehbare Entscheidung", sagte Sportdirektor Rudi Völler: "Sie ist ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns. Obwohl Bayer 04 Leverkusen nichts mit den Vorgängen im Jahr 2011 zu tun hat, werden auch wir schwer bestraft. Nun fehlt uns in der entscheidenden Saisonphase ein ganz wichtiger Spieler."

Auch Geschäftsführer Michael Schade kritisierte das Urteil. "Es trifft neben dem Spieler einen Verein, der an den damaligen Ereignissen absolut unbeteiligt war. Leider bleibt uns nichts anderes übrig, als das Urteil hinzunehmen", sagte Schade.

Bayer fehlt nun ein Schlüsselspieler

Bayer fehlt damit bei der Aufholjagd in der Liga und in der K.o.-Phase der Champions League ein Schlüsselspieler. Der 22-Jährige, der im Sommer 2014 für 14,5 Millionen Euro von Hamburg nach Leverkusen gewechselt ist, erzielte in der laufenden Saison bei 15 Ligaeinsätzen sechs Tore und bereitete fünf Treffer vor.

Stand: 02.02.2017, 17:48

Darstellung: