Lob für Augsburg, Punkte für Bayern

Bayerns Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und David Alaba (v.l.) jubeln nach dem 0:2-Sieg ihrer Mannschaft. Links läuft Augsburgs Stephan Hain.

FC Augsburg - FC Bayern München 0:2 (0:1)

Lob für Augsburg, Punkte für Bayern

Der FC Augsburg verkauft sich teuer - unterliegt dem FC Bayern aber trotzdem mit 0:2 (0:1). Der deutsche Rekordmeister bemüht sich trotz großen Vorsprungs in der Tabelle um Ernsthaftigkeit.

Uli Hoeneß hatte erkennbar gute Laune. "Schönes Wochenende", rief er auf dem Weg aus dem Stadion in Augsburg. Wäre ja auch zu dumm gewesen: Für Sonntagnachmittag ist der Präsident des FC Bayern München bei den "Oitztaler Mammuts Emmating" angekündigt, alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten machen sich Führungspersonal und Spieler des Rekordmeisters ja auf, ihre Fanklubs zu besuchen. Das macht natürlich mehr Spaß, wenn am Tag zuvor ein Sieg gelungen ist, wie diesmal das 2:0 (1:0) beim FC Augsburg.

Und so richtig schön war für den FC Bayern ja auch schon am Samstag der Blick auf die Tabelle. Meister Borussia Dortmund liegt nach dem 2:3 gegen den VfL Wolfsburg bereits 14 Punkte zurück. "Das Ergebnis macht uns nicht unbedingt unfroh", sagte Thomas Müller, der gegen Augsburg sein neuntes Saisontor erzielte (40., Handelfmeter). Später traf auch noch Mario Gomez (63.) - zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Bayer Leverkusen, ergänzte Müller noch, "ist jetzt der Hauptkonkurrent". Aber Leverkusen ist "Vizekusen".

Angst vor dem Schlendrian

Der FC Bayern ist freilich weiter bemüht, große Ernsthaftigkeit zu demonstrieren. "Wir dürfen uns nicht einlullen lassen vom großen Vorsprung, den wir haben", mahnte Müller. Und Gomez sekundierte ihm mit der Feststellung: "Wir selbst können uns noch stoppen, indem wir jetzt anfangen, Larifari zu machen, uns zurücklehnen. Das dürfen wir nicht machen." Das wird wohl auch nicht passieren, solange sie auf Trainer Jupp Heynckes hören. Der hatte vor dem Spiel gegen den FC Augsburg offensichtlich erfolgreich vor dem Gegner gewarnt.

FC Augsburg - FC Bayern München 0:2

Standesgemäß, aber ohne Glanz hat Herbstmeister Bayern München seine souveräne Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga gefestigt.

Bayerns Bastian Schweinsteiger (re.) und Augsburgs Koo Ja-cheol im Zweikampf.

Bayerns Bastian Schweinsteiger (re.) und Augsburgs Koo Ja-cheol versuchen sich im Zweikampf gegenseitig den Ball wegzunehmen.

Bayerns Bastian Schweinsteiger (re.) und Augsburgs Koo Ja-cheol versuchen sich im Zweikampf gegenseitig den Ball wegzunehmen.

Knapp verpasst: Augsburgs Sascha Mölders (l.) kann den Ball nicht im Bayern-Tor versenken.

Thomas Müller bejubelt seinen verwandelten Handelfmeter zum 1:0 für seine Mannschaft.

Augsburgs Sascha Mölders (li.) versucht sich im Kopfballduell gegen Bastian Schweinstiger (M.) und Javier Martinez zu behaupten.

Augsburgs Kevin Vogt (v.l.) weist seinen Mitspieler Knowledge Musona zurecht.

Dante springt am höchsten. Doch der Kopfball des Brasilianers findet den Weg ins Tor der Augsburger nicht.

Augsburgs Jan-Ingwer Callsen-Bracker (li.) holt Mario Mandzukic etwas unsanft von den Beinen.

Mario Gomez erzielt das 2:0 für den FC Bayern. Gibril Sankoh kann nicht mehr eingreifen.

"Ich habe meiner Mannschaft klipp und klar gesagt, dass das kein Spaziergang wird", berichtete Heynckes. Und so war es dann auch. In der ersten Halbzeit vor allem waren die Augsburger doch ganz schöne Nervensägen, sie attackierten früh und hartnäckig. "Wir hatten schon unsere Probleme im Spiel nach vorne", registrierte Heynckes. Es war ein kleines Problem, das sich nach dem 1:0 in Luft auflöste. Danach war der FC Bayern der ungefährdete Souverän. "Die nächsten Wochen", sagte Müller deshalb schelmisch, "werden langweilig werden."

Markus Weinzierl gibt nach dem Spiel gegen die Bayern ein Interview Play-Icon

Stimmen zum Spiel Augsburg - München (0:2) | 02:48 min | 08.12.2012 | Sportschau | Das Erste

Spiel der letzten Chance

Der Abstiegskandidat FC Augsburg und der Meisterschaftsanwärter FC Bayern treffen sich schon in eineinhalb Wochen wieder - dann zum Achtelfinale im DFB-Pokal. Doch das interessierte die Schwaben erst mal nur am Rande, am nächsten Samstag kommt es schließlich zu einem Duell der besonderen Art: Augsburg, acht Punkte, Vorletzter, fährt zur SpVgg Greuther Fürth, acht Punkte, Letzter. Ob das wohl so etwas wie ein Spiel der letzten Chance ist? "Ja", sagte Torhüter Mohamed Amsif, "aber wir haben jetzt nur noch Endspiele."

Warum das so ist, das hat das Spiel gegen den FC Bayern recht deutlich gezeigt. Augsburg verkaufte sich teuer, Augsburg spielte auch ab und an ganz ansehnlich nach vorne, nur: Das Toreschießen ist nicht so ihr Ding. Sascha Mölders etwa hatte nach fünf Minuten die Chance zum Führungstreffer, erst sprang Dante dazwischen, und dann fand der Augsburger Stürmer den frei herumliegenden Ball nicht mehr. Und dann passieren Dinge wie beim 0:2, als sich die Augsburger von einem Abschlag von Torwart Manuel Neuer übertölpeln ließen.

"Lob", sagte Trainer Markus Weinzierl deshalb über die Einlassungen von Kollege Heynckes, "Lob ist angenehm, aber in der Tabelle helfen nur Punkte". In der Tabelle sind es derzeit zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz - allerdings auch nur vier zu Rang 16. Das Spiel in Fürth, sagte Weinzierl, "ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen". Der Relegationsplatz sei schließlich "auch ein Weg".

Jupp Heynckes spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Augsburg Play-Icon

Jupp Heynckes und Markus Weinzierl vor der Presse | 05:30 min | 08.12.2012 | Sportschau | Das Erste

sid | Stand: 08.12.2012, 19:00