FCA findet nicht aus der Krise

Augsburgs Sascha Mölders (l.) und Freiburgs Johannes Flum

FC Augsburg - SC Freiburg 1:1

FCA findet nicht aus der Krise

Auch das achte Liga-Spiel in Folge kann der FC Augsburg gegen den SC Freiburg nicht gewinnen und stellt damit einen negativen Vereinsrekord ein.

Im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga haben die Augsburger zwar die Rote Laterne abgegeben, drohen aber das rettende Ufer völlig aus den Augen zu verlieren. Trotz einer leidenschaftlich geführten Begegnung kam der FCA im Heimspiel gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Somit wartet die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl, die aufgrund des besseren Torverhältnisses Aufsteiger Fürth überholte, seit nunmehr acht Spielen auf den zweiten Saisonsieg. Das bedeutet Einstellung des Negativ-Vereinsrekords. Freiburg blieb hingegen auch die vierte Auswärtsbegegnung in Folge ohne Niederlage.

FCA-Trainer Weinzierl sagte nach dem Abpfiff: "Wir hatten uns so viel vorgenommen, und die Spieler sind deshalb sehr enttäuscht. Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Offensiv haben wir alles eingewechselt, aber es hat dennoch nicht gereicht." Sein Freiburger Kollege Christian Streich sah die Partie so: "Wir wussten, dass die Augsburger gewinnnen mussten. Augsburg hat sehr intensiv gespielt und alles dafür getan, uns aus dem Rhythmus zu bringen. Es gab zwei Szenen, bei denen eine ein Elfmeter war, den wir jedoch nicht bekommen haben."

Frühe Führung durch Werner

Dabei gelang den Augsburgern in der als richtungweisend deklarierten Partie vor 27.144 Zuschauern der erhoffte frühe Führungstreffer durch Tobias Werner (9.), für den Ausgleich sorgte schließlich Jonathan Schmid (29.). Werner, der nach einer Verletzungspause erstmals wieder in der Anfangself stand, nutzte einen langen Pass von Jan-Ingwer Callsen-Bracker aus dem Mittelfeld zum Führungstreffer. Die Freiburger erholten sich schnell von dem Rückschlag und antworteten mit aggressiven Angriffen, doch die Defensive der Schwaben präsentierte sich in der Anfangsphase äußerst konzentriert.

Freis und Rosenthal verletzt raus

In der ersten Halbzeit lief es zunächst nicht rund für die Gäste, die zu allem Überfluss Sebastian Freis verletzt auswechseln mussten. Dennoch gelang ihnen der Ausgleich. Nachdem Jan Rosenthal mit seinem Schuss an Augsburgs Keeper Mohamed Amsif gescheitert war, drückte Schmid den Abpraller über die Torlinie. Zwei Minuten vor der Halbzeit musste dann auch noch Rosenthal mit blutenden Wunden nach einem Zusammenprall mit Koo Ja-Cheol vom Feld - und damit auch der zweite Freiburger Angreifer.

Im Vergleich zum 1:2 beim VfB Stuttgart während der Woche hatte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl seine Mannschaft auf drei Positionen umgestellt. Tobias Werner, Milan Petrzela und Kevin Vogt rückten in die Anfangsformation. Sein Freiburger Kollege Christian Streich musste unter anderem die beiden gesperrten Daniel Caligiuri (fünfte Gelbe Karte) und Fallou Diagné nach seiner Roten Karte am vergangenen Mittwoch im Heimspiel gegen Bayern München (0:2) verzichten.

FC Augsburg - SC Freiburg 1:1

Auch gegen den SC Freiburg verpasst der FC Augsburg einen Sieg im Asbtiegskampf und hat mit nun acht Partien in Folge ohne Dreier den Negativ-Vereinsrekord eingestellt.

Rudelbildung (v.l.): Gibril Sankoh, Mohamed Amsif, Ivan Santini, Karim Guédé, Kevin Vogt und Ragnar Klavan

Schwaben und Breisgauer bekämpfen sich mit Haken und Ösen. Sieben Gelbe Karten, fünf schon bis zur Pause, sind die Konsequenz. Hier geraten (v.l.) Gibril Sankoh, Mohamed Amsif, Ivan Santini, Karim Guédé, Kevin Vogt und Ragnar Klavan aneinander.

Schwaben und Breisgauer bekämpfen sich mit Haken und Ösen. Sieben Gelbe Karten, fünf schon bis zur Pause, sind die Konsequenz. Hier geraten (v.l.) Gibril Sankoh, Mohamed Amsif, Ivan Santini, Karim Guédé, Kevin Vogt und Ragnar Klavan aneinander.

Augsburg kämpft und steckt nie auf, Freiburg wehrt sich mit Händen und Füßen wie hier Ivan Santini (l.) gegen Ragnar Klavan.

Das Spiel nimmt für die Schwaben zunächst den perfekten Verlauf: Wie aus heiterem Himmel erzielt Tobias Werner (l.) die Führung für den FCA, schiebt Freiburgs Torhüter Oliver Baumann den Ball durch die Beine ins Tor.

Ausgelassen bejubeln die Augsburger die so wichtige Führung, die Selbstvertrauen hätte geben können.

Doch die Antwort der Freiburger lässt nicht lange auf sich warten: Jonathan Schmid gelingt der Ausgleichstreffer zum 1:1, feiert sein Tor mit Kollege Max Kruse. Doch dabei bleibt es bis zum Schluss.

Für Augsburgs Trainer Markus Weinzierl (r.) ist der eine Punkt zu wenig, um sich im Kampf gegen den Abstieg und um seinen Job Luft zu verschaffen. Deutlich entspannter in die Zukunft blicken kann Kollege Christian Streich, dessen Angestelltenverhältnis beim Sportclub auch über die Winterpause hinaus Bestand haben wird.

Fünf Gelbe Karten schon bis zur Pause

Nach dem Wechsel musste sich das letzte Aufgebot der Freiburger verstärkten Offensivbemühungen der Gastgeber erwehren. Doch es herrschte weiterhin Kampf, Fußball wurde nur wenig gespielt. Schon vor der Halbzeitpause zeigte Referee Christian Dingert fünf Gelbe Karten. Fouls und Verletzungspausen ließen kaum Spielfluss auf beiden Seiten zu. Augsburg agierte zudem über weite Strecken zu hektisch gegen abgeklärter wirkende Gäste. Torschütze Werner und Koo waren die besten Augsburger. Aufseiten der Breisgauer gefielen besonders Rosenthal und der eingewechselte Ivan Santini.

Christian Streich spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Augsburg. Play-Icon

Christian Streich und Markus Weinzierl vor der Presse | 04:14 min | 01.12.2012 | Sportschau | Das Erste

Stand: 01.12.2012, 19:50