Lucien Favre - zurück auf Anfang
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Analyse des Gladbacher Spiels gegen Frankfurt
Lucien Favre - zurück auf Anfang
Von Marcus Bark
Borussia Mönchengladbach hat durch zwei Traumtore den ersten Schritt aus der Krise gemacht und die erstaunliche Erfolgsserie von Eintracht Frankfurt vorerst beendet.
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Armin Veh stapfte durch den Kabinentunnel. Der Trainer von Eintracht Frankfurt bog schon um die Ecke. Wer es als Reporter eilig hatte, an eine Stimme von Veh zu kommen, sah seine Felle schwimmen. Doch es lohnte sich, das Mikrofon über das Geländer zu recken, denn im Vorbeigehen entfuhr es dem Trainer: "So spielen die Fußball, mit zehn Mann hinten drin." Während der Pressekonferenz gab sich Veh diplomatischer. Er sagte: "Ich habe selten gesehen, dass eine Mannschaft so tief steht. Aber es war vermutlich die richtige Entscheidung."
Es gab keinen Zweifel, dass Kollege Favre die richtige Entscheidung getroffen hatte. Auf der Anzeigetafel stand nach 90 Minuten "2:0" für Borussia Mönchengladbach. In Worten: Zwei zu Null. Oder auch: Zwei zu NULL. Endlich mal wieder ohne Gegentor zu bleiben, darauf hatte Favre das Spiel ausgerichtet. "Wir standen sehr kompakt und haben es dem Gegner schwierig gemacht", sagte Luuk de Jong, der mit seinem zweiten Saisontreffer zum erst zweiten Saisonsieg der Borussen beitrug.
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Bor. Mönchengladbach - Eintr. Frankfurt 2:0
Borussia Mönchengladbach hat mit Glück und Geschick die Siegesserie der Frankfurter Eintracht gebrochen.
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Sicherheit als oberstes Gebot
Neun Gegentore in den beiden Spielen gegen Dortmund und Fenerbahce Istanbul führten bei Favre zu einer Taktik, die stark an seine Anfänge in Gladbach erinnerten. Er übernahm die Mannschaft im Februar 2011 auf dem letzten Tabellenplatz. Im Schnitt hatte die Borussia unter Favres Vorgänger Michael Frontzeck 2,55 Tore kassiert, unter dem Schweizer waren es dann nur noch 0,75 (bei zwölf Spielen).
Eine solche Entwicklung bei gleichzeitig attraktivem Fußball ist nicht möglich. Erst mit der Zeit und ohne den Druck des Abstiegskampfes entwickelten die Gladbacher ein immer noch auf Sicherheit bedachtes Spiel, das aber durch vorbildliches Konterspiel an Glanz gewann. Mit der Schlüsselfigur Marco Reus verloren die "Fohlen" ihren Stil, ihre Sicherheit, mit Dante und Roman Neustädter verloren sie Stabilisatoren in der Defensive.
Disziplin durch Laufstärke
Für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt, den forschen und mutigen Aufsteiger, behielt Favre seine Grundformation bei. Vor den beiden Viererketten spielte Granit Xhaka, davor noch ein Stürmer (de Jong). Im zentralen Mittelfeld durfte erneut Thorben Marx auflaufen, was schon als deutliches Signal für eine beinahe rein defensive Ausrichtung gewertet werden durfte. Im rechten Mittelfeld kam Lukas Rupp zu seinem Startelf-Debüt. Mit 12,45 gelaufenen Kilometern markierte er den Bestwert. Mit Marx (12,37) und Havard Nordtveit (11,74) liefen auch die beiden Gladbacher "Sechser" noch mehr als Stefan Aigner (11,7), der in dieser Kategorie führende Frankfurter.
Eifrig und diszipliniert verschoben die Gladbacher ihre beiden Ketten mit engen Abständen in der Vertikalen wie auch der Horizontalen. Das Ergebnis: Die offensive Dreierreihe der Frankfurter mit Aigner, Alexander Meier und Takashi Inui, wesentlich für den nun gestoppten Höhenflug verantwortlich, wurde weitestgehend vom Spiel isoliert. Die Eintracht verzeichnete zwar wesentlich mehr Ballbesitz als der Gegner (60:40), aber nur ganz wenige Steilpässe in die Schnittstellen der Ketten fanden ihr Ziel.
Auf Dauer zu wenig
Dass die Borussen ihre Taktik so erfolgreich anwenden und durchziehen konnten, hatte mit der frühen Führung zu tun. Das Traumtor von Juan Arango (8. Minute) wurde durch einen schlimmen Fehler von Olivier Occean ermöglicht, das 2:0 durch de Jong (24.) durch die zögerlichen Frankfurter Carlos Zambrano und Torwart Kevin Trapp. Die komfortable Führung erfreute die Gladbacher Fans, das muntere Mauern in der zweiten Halbzeit wurde deshalb akzeptiert.
Auf Dauer werden die Gladbacher als Tabellenvierter der vergangenen Saison und Teilnehmer der Europa League die Zuschauer mit einer solchen Taktik eher vergraulen. Als erster Schritt aus der Gegentorkrise war sie aber ein probates Mittel. Der Ärger von Armin Veh war auch das Eingeständnis, keine Mittel gefunden zu haben.
Stand: 08.10.2012, 08:28