Greuther Fürth – Alles im (kleinen) Rahmen
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Analyse zur Niederlage bei Borussia Dortmund
Greuther Fürth – Alles im (kleinen) Rahmen
Von Marcus Bark
Borussia Dortmund hat seine Pflicht erfüllt und am 12. Bundesliga-Spieltag hochverdient mit 3:1 (3:1) gegen Greuther Fürth gewonnen. Die Dortmunder zeigten eine starke erste Hälfte, nach der Pause schonten sie sich für die Champions League.
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Der Abpfiff von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees klang noch ein bisschen nach, als Sven Mislintat schon auf den Button drückte, mit dem er die Spieldaten aktualisierte. Oben auf der Pressetribüne sah der Chefscout von Borussia Dortmund, wie die Balken länger wurden. Sie zeigten letztlich ein überraschendes Ergebnis. Mit 115,4 Kilometern liefen die Spieler der SpVgg Greuther Fürth einen Kilometer mehr als die Dortmunder, die in dieser Kategorie in jedem der elf Bundesligaspiele der Saison zuvor vorn lagen (Datenquelle: bundesliga.de).
Der Aufwand wurde belohnt mit einer 1:3-Niederlage beim deutschen Meister. Das ist wenig, war aber im Rahmen dessen, was die Fürther noch als erträglich empfanden. "Im Abstiegskampf musst du nicht unbedingt hier die Punkte holen", sagte Heinrich Schmidtgal und blickte schon auf einen Gegner mit gleicher Kragenweite voraus: "Ich bin zuversichtlich, dass wir im Derby gegen den 1. FC Nürnberg nächste Woche unser erstes Heimspiel gewinnen."
Gute Phasen, gepflegte Konter
Trainer Mike Büskens sagte: "Wenn du in Dortmund bestehen willst, brauchst du einen perfekten Tag. Den hatten wir nicht in allen Bereichen." Von Perfektion war der Aufsteiger in allen Mannschaftsteilen und über die gesamte Spielzeit ein ganz großes Stück entfernt. Doch es gab gute Phasen, und es gab in der ersten Halbzeit ein gepflegtes Konterspiel. Sechs ihrer sieben Punkte haben die Franken auswärts geholt, sieben ihrer zehn Tore außerhalb des eigenen Stadions geschossen. In Dortmund deuteten sie an, warum es ihnen auswärts etwas leichter fällt.
Fehlende Abstimmung in der Defensive
Büskens stellte seine Mannschaft in einem 4-2-3-1-System auf, das Besonderheiten aufwies. So zog sich Zoltan Stieber, nominell der Spieler rechts in der Dreier-Mittelfeldreihe, häufig bis auf die Höhe der Viererkette zurück, um Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer zu stoppen. Diese klare Zuteilung zeigte die erhoffte Wirkung.
Bei der Übergabe der gegnerischen Spieler und dem rechtzeitigen Verschieben im Block hatten die Fürther ansonsten große Probleme, zumal die äußeren Mittelfeldspieler der Borussen (Ivan Perisic und Jakub Blaszczykowski) ständig die Seiten wechselten und Mario Götze an einem Glanztag kaum zu fassen war. Die fehlende Abstimmung in der Defensive der Gäste rührte auch aus den Sperren für Thomas Kleine und Milorad Pekovic.
So spielte Lasse Sobiech, der von den Dortmundern ausgeliehen wurde, erstmals von Beginn an in der Innenverteidigung. Beim frühen 0:1 rasselte Sobiech mit Bernd Nehrig zusammen und begünstigte damit den Treffer. Umso bemerkenswerter, dass der Aufsteiger mit schnellem, mutigem, vertikalem Spiel schon 100 Sekunden später ausglich.
Warten auf "eine Aktion"
Eine kompakte Defensive, die sich aber nicht am eigenen Strafraum "einbuddelt", sondern früher angreift, war auch in der zweiten Halbzeit das oberste Gebot. Wie Nehrig verriet, war es nicht das Ziel, den Verbund aufzulösen, um aktiver den 1:3-Rückstand aufzuholen: "Es bringt nichts, auf Teufel komm' raus nach vorne zu rennen und das vierte, fünfte und sechste zu kriegen. Wir wollten mit einer Aktion das zweite machen." Mit der „Aktion“ war ein Konter gemeint. Doch nach der Pause kamen die Fürther zu keinem gefährlichen Schnellangriff mehr.
Der BVB kontrollierte den Ball, Fürth resignierte. Schmidtgal: "Es ist bei einem 1:3 hier einfach schwierig, weil die Dortmunder so ballsicher sind." Hierzu lieferten die Statistiken Belege. Der BVB wies eine Fehlpassquote von 10,4 Prozent auf, Fürth 22. Es gab noch viele Kategorien, in denen der Meister deutlich vorne lag. Diesen Argumenten setzten die Fürther einen Pfostenschuss von Sercan Sararer beim Stand von 1:2 entgegen. "Wenn wir ein bisschen mehr Glück gehabt hätten und ein bisschen cleverer gewesen wären ...", sagte Nehrig und brach den Satz ab.
"Wer dran bleibt, wird belohnt"
Der Rahmen ihrer Möglichkeiten war allerdings an diesem Samstag (17.11.12) zu klein, um ernsthaft eine Chance auf einen Punktgewinn zu haben. Daher waren die Fürther froh, die Niederlage gegen eine Borussia, die nach der Pause auf Champions-League-Schonung schaltete, im Rahmen zu halten. Das allein kostete schon einen enormen Laufaufwand. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp empfahl den Gästen eine Wiederholung: "Wer dran bleibt, wird belohnt."
Stand: 17.11.2012, 23:30