Eine "kleine Idee" hilft Leverkusen auf die Sprünge

Julian Brandt und Leon Bailey

Analyse des 2:0-Sieges gegen den 1. FSV Mainz 05

Eine "kleine Idee" hilft Leverkusen auf die Sprünge

Von Marcus Bark

Bayer Leverkusen zeigt beim Heimsieg gegen den FSV Mainz 05, wie die Kräfteverhältnisse zwischen einem Champions-League-Anwärter und einem Abstiegskandidaten sind. Auf die Sprünge half eine "kleine Idee" von Leon Bailey. Die Analyse.

Die Mainzer Fans bewiesen ein gutes Gespür für die hoffnungslose Lage ihrer Mannschaft. Mühe wollten und durften sie den Spielern nicht absprechen, aber es fehlte halt über 90 Minuten an der Qualität, den Gegner in Gefahr zu bringen. Also sangen die Fans: "Wir wollen einen Torschuss sehen, wir wollen einen Torschuss sehen!"

Eindeutige Zahlen sprechen für Bayer

Letztlich lagen die Mainzer bei den Torschussversuchen mit 2:14 hinten, bei den Eckstößen mit 0:13, beim Ballbesitz mit 35:65 Prozent. "Das war ein absolut verdienter Sieg", sagte Leverkusens Trainer Heiko Herrlich. "Die Jungs haben das gut gemacht", spielte er auf die Favoritenrolle an, mit der viele Konkurrenten Leverkusens in den vergangenen Wochen ihre Schwierigkeiten hatten.

Wie beim 4:1-Sieg gegen Hoffenheim setzte Herrlich nominell wieder auf eine Viererkette. Der rechte Außenverteidiger Lars Bender reihte sich allerdings nur selten ein. Er rückte sogar bei Ballbesitz der Mainzer weiter nach vorne, da die Gäste auf ihrer linken Seite kaum nachrückten.

Plan gegen Mainzer Offensivspieler

Um vor Kontern abgesichert zu sein, ließ sich einer der beiden Leverkusener "Sechser" schnell in die Kette zurückfallen, um gegen die beiden Mainzer Stürmer Yoshinori Muto und Robin Quaison in Überzahl zu sein.

Julian Brandt, der zu Beginn des Spiels mit einigen Dribblings überzeugte, postierte sich meistens im rechten Halbraum, um den äußeren Raum für Lars Bender freizumachen. Weniger starr waren die Positionen von Leon Bailey und Kevin Volland, der sich aus dem Angriff häufig auf die Position des "Zehners" fallen ließ, um zwischen den Mainzer Ketten in ihrem 5-3-2 angespielt zu werden.

Die Leverkusener waren schon vor der Pause deutlich überlegen, das belegten auch ein Ballbesitzverhältnis von nahezu 70:30 und 7:0 Ecken.

Rochade bringt mehr Gefahr

Allerdings brachte der Tabellenzweite keinen Schuss auf das Tor. Das änderte sich schnell nach der Pause. Leon Bailey zog von der rechten Seite nach innen und schoss mit dem linken Fuß in die linke Torecke (48.). Fünf Minuten später zog Brandt von der linken Seite nach innen und schoss mit dem rechten Fuß nur knapp rechts vorbei.

Die Rochade lohnte sich sehr, weil die Leverkusener nun viel gefährlicher im Abschluss wurden. Brandt nannte es später eine "kleine Idee" von Bailey in der Pause: "Er kam zu mir und sagte: Lass uns mal tauschen. Ich kann dann reinziehen und schießen." Die "kleine Idee" war eine sehr gute. Der Trainer bestätigte in der Pressekonferenz, dass er gar nicht in den Plan eingeweiht war: "Positionswechsel machen die Spieler oft unter sich aus.“ Brandt ergänzte: "Wir sind da sehr frei in unseren Entscheidungen."

Brandt: "Uns war bewusst, dass es schwer wird"

Sportschau | 28.01.2018

Strahler mal wieder auf Bailey

Begleitet von zwei personellen Wechseln stellte der Mainzer Trainer Sando Schwarz nach einer Stunde auf ein 4-4-2 um, das den Offensivdrang fördern sollte. Doch bevor die geänderte Formation Auswirkungen zeigen konnte, erhöhte Wendell mit einem verwandelten Foulelfmeter auf 2:0 (68.).

Charles Aránguiz, Jonathan Tah, Brandt, Lars Bender - sie alle waren gut bis sehr gut, aber der Strahler schien mal wieder auf Bailey, der sein achtes Saisontor erzielte. "Er ist im Flow und oft unser Dosenöffner", lobte Brandt. Tah nannte seinen Kollegen eine "brutale Hilfe". Drei Torschüsse, fünf Vorlagen zu Torschützen, 67 mal am Ball und eine Passquote von 89 Prozent - auch die Werte zeigen den enormen Wert auf, den Bailey derzeit für Leverkusen besitzt. Seine "kleine Idee" ist dabei gar nicht erfasst.

Fußball · Bundesliga · 20. Spieltag 2017/2018

Sonntag, 28.01.2018 | 15.30 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Leno – L. Bender (64. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell – Baumgartlinger (28. Kohr), Ch. Aranguiz – Brandt (82. Havertz), K. Volland, Bailey – Alario

2
Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Zentner – Hack, Gbamin, Diallo – Donati, de Jong (61. Holtmann), Brosinski (61. Berggreen) – Serdar, Latza – Quaison, Muto (75. Ujah)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Bailey (48.)
  • 2:0 Wendell (68./Foulelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Bailey (2 )
  • gelbe Karte de Jong (2 )
  • gelbe Karte Donati (2 )

Zuschauer:

  • 25.471

Schiedsrichter:

  • Frank Willenborg (Osnabrück)

Stand: Sonntag, 28.01.2018, 17:24 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Tore 2 0
Schüsse aufs Tor 3 1
Ecken 13 0
Abseits 0 1
gewonnene Zweikämpfe 105 100
verlorene Zweikämpfe 100 105
gewonnene Zweikämpfe 51,22 % 48,78 %
Fouls 10 14
Ballkontakte 831 460
Ballbesitz 64,37 % 35,63 %
Laufdistanz 121,34 km 116,7 km
Sprints 240 220
Fehlpässe 62 64
Passquote 89,9 % 74,9 %
Flanken 17 6
Alter im Durchschnitt 24,7 Jahre 25,4 Jahre

Stand: 28.01.2018, 19:01

Darstellung: