Gewerkschaft fordert neue Regelung für vereinslose Profis

Ana Ivanovic (l.), Bastian Schweinsteiger

Verträge auch nach Ende der Transferperiode

Gewerkschaft fordert neue Regelung für vereinslose Profis

Von Marcus Bark

Die Gewerkschaft der Profifußballer fordert, dass vereinslose Spieler auch nach der Wintertransferperiode einen Arbeitgeber finden dürfen. Die aktuelle Regelung sei "diskriminierend" und ein "Berufsverbot".

Mit Bastian Schweinsteiger gehört ein Weltmeister dazu. Auch Jan Kirchhoff, der für den 1. FSV Mainz 05, FC Bayern und Schalke 04 in der Bundesliga spielte, ist ein Fußballprofi ohne gültigen Arbeitsvertrag. Patrick Ebert ist ebenfalls ein bekannter Spieler auf der Liste.

Bis zum 31. Januar 2018 haben diese drei deutschen wie alle anderen vereinslosen Profis noch Zeit, in Deutschland einen neuen Verein zu finden. Scheitern sie daran, müssen sie bis zur nächsten Transferperiode im Sommer warten, die am 1. Juli beginnt.

Analog zur Regelung im Sommer

Für die Spielergewerkschaft VDV kommt das einem Berufsverbot gleich. Sie fordert in einer am Dienstag (09.01.18) verbreiteten Mitteilung, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Regelung ändern. Demnach soll es - wie im Sommer üblich - auch nach dem Ende der Transferperiode für vereinslose Profis die Möglichkeit geben, sofort bei einem neuen Klub Pflichtspiele zu bestreiten.

Argumente "weit hergeholt"

Ulf Baranowsky

VDV-Geschäftsführer Baranowsky

Die Forderung der VDV sei in der Vergangenheit vom DFB und von der DFL mit einem Hinweis auf mögliche Wettbewerbsverzerrungen zurückgewiesen worden, heißt es in der Mitteilung.

Der DFB fürchte, dass etwa "Klubs am Tabellenende der Regionalliga kurz vor dem Saisonende noch Profis verpflichten, die zuvor in der 3. Liga oder sogar noch höher spielten", sagte Ulf Baranowsky zur Sportschau. Der Geschäftsführer der VDV hält die Argumente für "weit hergeholt". Bei der "Gesamtabwägung", so Baranowsky, sei "das Wohl des Spielers höher zu bewerten".

Metzelder: "Unzumutbare Härte"

Der frühere Nationalspieler Christoph Metzelder ist Vizepräsident des VDV. Er wird in der Mitteilung zitiert mit: "Die bestehende Regelung ist im Hinblick auf die durch den EU-Vertrag gewährte Arbeitnehmerfreizügigkeit und die grundgesetzlich garantierte Berufsfreiheit sowie aus wettbewerbsrechtlichen Gründen problematisch."

Er gibt zu bedenken, dass Spieler unverschuldet lange arbeitslos seien, "beispielsweise weil sie nach einer schweren Verletzung nicht rechtzeitig wieder fit geworden sind". Seine Forderung: "Insbesondere für relativ gering verdienende Spieler aus der 3. Liga und den Regionalligen stellt dieses Berufsverbot eine unzumutbare Härte dar und muss so schnell wie möglich abgeschafft werden."

Baranowsky hofft, dass es bald zu Gesprächen mit den Verbänden kommt: "Alles, was die Situation der vereinslosen Profis verbessert, ist diskutabel." Er regt einen Kompromiss an, um das Argument der möglichen Wettbewerbsverzerrung zu entkräften. Das Transferfenster für Spieler ohne Vertrag könne "bis März oder April" geöffnet sein.

Eine Anfrage der Sportschau an den DFB mit der Bitte um eine Stellungnahme wurde bislang nicht beantwortet.

Stand: 10.01.2018, 08:00

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