UEFA-Verbände unterstützen Platini

UEFA-Exekutivmitglied David Gill (Mitte) in Nyon

Dringlichkeitssitzung in Nyon

UEFA-Verbände unterstützen Platini

UEFA-Präsident Michel Platini genießt weiterhin Rückhalt in den Reihen des europäischen Fußballverbandes. Allerdings rückte der englische Verband FA am Freitag von dem Franzosen ab.

"Es hat den gemeinsamen Beschluss gegeben, Michel Platini zu unterstützen, und dass er ein faires Verfahren bekommt", sagte Leo Windtner, Präsident des Österreichischen Fußball-Bunds, am Donnerstag (15.10.15) in Nyon. "Wenn er seinen Namen reingewaschen hat, ist Michel Platini natürlich ein Kandidat für die FIFA-Wahl", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino. "Wir appellieren eindringlich an alle Instanzen, die beteiligt sind, schnell zu arbeiten und sicherzustellen, dass es bis spätestens Mitte November 2015 eine abschließende Entscheidung gibt."

England mag nicht mehr folgen

Der UEFA-Boss kämpft mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Aufhebung seiner Suspendierung - dafür wird die Zeit aber zu knapp. Am Donnerstag forderten die Verbände geschlossen eine schnelle Aufklärung bis "spätestens Mitte November 2015" und sicherten ihre Unterstützung zu. Am Freitag war das alles schon nicht mehr viel wert: Die englische FA rückte vom Franzosen ab, sie werde die Kandidatur Platinis nicht mehr fördern, hieß es in einer Stellungnahme aus London.

Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, derzeit eine Art Beisitzer im UEFA-Exekutivkomitee hielt dagegen. "Europa steht im Fußball mit eins plus da, und das trägt seinen Namen. In diesen schwierigen Zeiten muss man ihm die Chance geben, dass er seinen juristischen Weg zu Ende geht und hoffen, dass er seinen Namen wieder reinwaschen kann", sagte er.

Platinis Anwälte berichten

Am Donnerstag informierten Platinis Anwälte über die "Fakten und Tatsachen der Geschäftsbeziehungen" zwischen Platini und Blatter, berichtete Infantino: "Inklusive der Vergütung für die Jahre zwischen 1998 und 2002." Mehr Informationen drangen nicht nach außen, dem Vernehmen nach gaben sich aber viele Verbandsvertreter damit zufrieden.

90-tägige Sperre

Platini war von der Ethikkommission des Weltverbands ebenso wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter für 90 Tage gesperrt worden. Grund ist eine bislang unerklärte Millionen-Zahlung von Blatter an Platini im Jahr 2011. Platini hatte umgehend angekündigt, seinen Namen reinwaschen und an seiner Kandidatur für die FIFA-Präsidentenwahl (26. Februar 2016) festhalten zu wollen. Derzeit endet die Bewerbungsfrist am 26. Oktober, vier Monate vor der Wahl. Bis dahin müsste Platini für Aufklärung sorgen, um den Integritätscheck der FIFA-Ethikkommission zu bestehen. Sein Einspruch bei der FIFA-Berufungskommission läuft, der nächste Schritt wäre der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) - dafür wird die Zeit kaum reichen.

dpa/red | Stand: 15.10.2015, 19:01

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