Fußballer laut Studie anfälliger für Depressionen

Ein Spieler von 1899 Hoffenheim liegt enttäuscht am Boden

Jeder dritte Befragte nennt psychische Probleme

Fußballer laut Studie anfälliger für Depressionen

Fußballer leiden laut einer Studie öfter an Depressionen und Angszuständen als der Bevölkerungsschnitt. Die Forscher fanden zudem einen Faktor, der häufig zu psychischen Erkrankungen führt.

Die weltweite Spielervereinigung FIFPro veröffentlichte am Dienstag (06.10.15) eine Studie, der zufolge mehr als jeder Dritte der befragten Fußballer unter Depressionen und Angstzuständen leidet. Die Untersuchung wurde geleitet von FIFPro-Chefmediziner Vincent Gouttebarge. Demnach wiesen von 607 aktuellen Spielern 38 Prozent und von 219 nicht mehr aktiven Fußballern 35 Prozent eine der beiden Erkrankungen auf. Verschiedene Studien führen für den Bevölkerungsschnitt Werte zwischen vier und 17 Prozent an, die unter Depressionen oder Angstzuständen leiden.

Ein direkter Zusammenhang besteht laut der FIFPro-Studie zwischen ernsthaften Verletzungen und Depressionen. Spieler, die drei oder mehr Verletzungen erlitten hatten, haben demnach zwei- bis viermal so viele mentale Probleme.

Signalwirkung erwünscht

Gouttebarge wünscht sich durch die Veröffentlichung der Studie eine Signalwirkung. "Wir erhoffen uns, dass alle Beteiligten im Fußball unterstützende Maßnahmen ergreifen werden, damit diejenigen, die an psychischen Problemen erkrankt sind, wissen, dass sie nicht alleine sind", sagte der Franzose. Die Studie sei ein "erster Schritt, um adäquate Prävention und unterstützende Maßnahmen zu ergreifen, um die aktiven und zurückgetretenen Spieler zu stärken".

Für die Studie wurden Spieler aus Belgien, Chile, Finnland, Frankreich, Japan, Norwegen, Paraguay, Peru, Spanien, Schweden und der Schweiz befragt. 55 Prozent der aktuellen Spieler haben nach eigenen Angaben in den höchsten Ligen gespielt, bei den nicht mehr aktiven waren es 64 Prozent. Weitere Erkenntnisse der Studie: Im Schnitt rund 25 Prozent der Spieler leiden an Schlafstörungen, 25 Prozent der zurückgetretenen Spieler haben ein Alkoholproblem. Bei den aktiven Kickern sind es neun Prozent.

sid/dpa/red | Stand: 06.10.2015, 16:05

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