Blatter bleibt - Deutscher leitet Ethikkommission
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Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees
Blatter bleibt - Deutscher leitet Ethikkommission
FIFA-Chef Joseph Blatter will nicht von seinem Amt zurücktreten. Der Schweizer präsentiert sich stattdessen weiter als Reformer. Ein deutscher Richter leitet eine der beiden Kammern der neuen Ethikkommission.
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Der umstrittene FIFA-Chef Joseph Blatter kommt den zahlreichen Forderungen nach seinem Rücktritt nicht nach und treibt stattdessen seine eigenen Reformen im schwer angeschlagenen Fußball-Weltverband weiter voran.
Das Exekutivkomitee ernannte am Dienstag (13.07.12) den deutschen Richter Joachim Eckert und den amerikanischen Staatsanwalt Michael Garcia anstelle des favorisierten Argentiniers Luis Moreno Ocampo zu den Vorsitzenden der beiden Kammern der neuen Ethikkommission, die den Kampf gegen die Korruption in der FIFA voranbringen soll. "Ich bin ein glücklicher Präsident, weil unserer Reformprozess weitergeht. Ich als Präsident werde diesen Reformprozess weiter begleiten", sagte Blatter in Zürich.
Eckert leitet die Strafkammer des Landgerichts München
Der 64 Jahre alte Eckert leitet die 6. Strafkammer des Landgerichts München und ist dort auf Wirtschaftsverfahren spezialisiert. Er soll in einer juristisch ähnlichen Konstruktion wie beim Deutschen Fußball-Bund ein Sportgericht der FIFA leiten.
Garcia arbeitet in den USA als Ankläger und war in dieser Funktion unter anderem auch im Doping-Prozess gegen die frühere Sprint- Olympiasiegerin Marion Jones tätig. Er soll in der Ethikkommission einer Art Kontrollausschuss vorsitzen. "Die Vorsitzenden der beiden Kammern sind komplett unabhängig", sagte Blatter. Die FIFA werde allen Entscheidungen der neuen Ethikkommission folgen.
Rücktrittsforderung war kein Thema
Die Rücktrittsforderung des deutschen Liga-Chefs Reinhard Rauball sei auf der Exekutivsitzung kein Thema gewesen. "Nein, wir haben über das Thema nicht gesprochen. Über die Position des FIFA-Präsidenten kann nur der Kongress entscheiden", sagte der 76-Jährige. Rauball hatte den Schweizer in einem Telefonat aufgrund des jüngsten Schmiergeldskandals in der FIFA zur Demission aufgefordert. Weiter führte Blatter aus: "Wenn ich jedesmal darauf reagieren würde, wenn irgendwo auf der Welt jemand meinen Rücktritt fordert, würde ich mich blau und grün ärgern. Damit muss man einfach leben. Wenn einer meinen Rücktritt will, muss es der Kongress machen", betonte Blatter.
Schmiergeld - Blatter "weiß nichts von anderen Personen"
Nach Angaben Blatters hat es in der Affäre um die mittlerweile insolvente Schweizer Marketingfirma ISMM/ISL keine Schmiergeldzahlungen an weitere Funktionäre des Fußball-Weltverbandes gegeben. "Ich weiß und wusste nichts von weiteren Personen", sagte der 76 Jahre alte Schweizer. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der ehemalige FIFA-Präsident Joao Havelange und dessen brasilianischer Landsmann Ricardo Teixeira vor Jahren von der Marketingfirma ISMM/ISL Schmiergeld in Millionenhöhe kassiert hatten.
Seine in einem Interview erhobenen Vorwürfe zu möglichen Manipulationen bei der WM-Vergabe 2006 an Deutschland relativierte Blatter erneut: "Ich habe nur gesagt, dass einer aus dem Saal gegangen ist." Bereits zuvor hatte der 76-Jährige in einem in der "Bild" veröffentlichten offenen Brief an "Fußball-Deutschland" seine Aussagen zu Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM 2006 entschärft. Er erklärte, dass "man immer einen Vorwand finden kann, um die Rechtmäßigkeit eines Entscheides zu bezweifeln".
Stand: 17.07.2012, 14:25