Fernost in Südwest - Chinas U20 soll in Regionalliga antreten

Pläne des DFB

Fernost in Südwest - Chinas U20 soll in Regionalliga antreten

Es liest sich ein wenig wie ein Aprilscherz im Juni: Chinas U20-Fußballer sollen künftig in der Regionalliga Südwest antreten. Das berichten "Bild" und "Kicker".

Die U20-Fußball-Nationalmannschaft Chinas spielt demnach offenbar künftig komplett in Deutschland. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe einen entsprechenden Vertrag mit China aufgesetzt, der aber noch nicht unterschrieben ist.

Außer Konkurrenz

Das Nachwuchsteam solle in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest antreten, um so Spielpraxis für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu sammeln. Das Team werde nicht offiziell in der Tabelle geführt, aber trotzdem fest im Spielplan verankert sein.

Die 19 Mannschaften in der Südwest-Staffel haben zweimal pro Saison spielfrei, an diesen Tagen soll vor heimischem Publikum gegen China gespielt werden. Die Mannschaft wird wahrscheinlich für ein Jahr bei Heidelberg ihr Quartier aufschlagen und von dort aus zu den Spielen reisen.

Regionalligisten erhalten Antrittsgeld

"Alle 19 Klubs der Liga haben ihre Zustimmung signalisiert, dass die Chinesen mitspielen", sagte der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest Felix Wiedemann der "Bild": "Ich sehe deshalb das Projekt auf einem sehr gutem Weg."

Auch von Vereinsseite gibt es positive Stimmen: "Für uns wäre das eine schöne Geschichte", sagte der Geschäftsführer der TSV Steinbach, Matthias Georg. "An den freien Spieltagen sucht sowieso jeder einen Testspiel-Gegner. So bekommen wir ein Freundschaftsspiel, müssen nicht mehr suchen, die kommen auch noch zu uns und es gibt zusätzliche Einnahmen." Für die zwei Spiele sollen die Regionalligisten offenbar jeweils 15.000 Euro erhalten.

Deal soll Anfang Juli offiziell vorgestellt werden

Bereits Ende November vergangenen Jahres hatten der DFB, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und Vertreter der deutschen und der chinesischen Regierung im Bundeskanzleramt in Berlin eine weitreichende Vereinbarung beider Länder zur Zusammenarbeit im Fußball für zunächst fünf Jahre unterzeichnet.

Am 5. Juli soll der Deal in Berlin in Anwesenheit von Chinas Staatspräsident Xi Jinping offiziell vorgestellt werden. Es wäre die konsequente Fortsetzung des Fußball-Förderprogramms, durch das die Chinesen bis spätestens 2050 den Anschluss an die Weltspitze schaffen wollen.

Stand: 22.06.2017, 08:45

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