Suzuka - Vollgas unter'm Riesenrad

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in Japan

Formel 1 gastiert in Japan

Suzuka - Vollgas unter'm Riesenrad

Die Formel 1 macht Station im japanischen Suzuka. sportschau.de erklärt, wer die Favoriten sind und warum die Fahrer die Strecke so sehr mögen.

Die Ausgangslage

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton liegt vor dem 16. Saisonrennen mit 281 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung. Sebastian Vettel folgt im Ferrari mit 247 Zählern auf Rang zwei, dahinter rangiert  Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas mit 222 Punkten. Der Trend spricht klar für Hamilton, der Brite gewann zuletzt die Rennen in Spa, Monza und Singapur und kam auch in Sepang vor Vettel ins Ziel.

Die Strecke

Aus der Vogelperspektive sieht der Suzuka International Racing Course aus wie eine Acht. Einige der 18 Kurven, darunter die schnelle 130R oder die berühmte Spoon, gelten als die größten Herausforderungen im Kalender. Für viele Piloten ist Suzuka die Lieblingsstrecke, weil hier die Fähigkeiten der Fahrer über die gesamte Distanz auf die Probe gestellt werden. "Suzuka macht Spaß, Suzuka ist spektakulär, Suzuka ist brutal schnell" - so beschreibt Renault-Pilot Nico Hülkenberg die Strecke.

53 Runden gilt es zu absolvieren, die Strecke ist 5,807 Kilometer lang. Der Kurs liegt gleich neben einem Vergnügungspark mit dem berühmten Riesenrad. Er bietet von allem etwas: Sehr schnelle Passagen, spektakuläre Kurven, es geht bergauf und bergab. Das japanische Publikum gilt zudem als enorm begeisterungsfähig. Es herrscht Volksfeststimmung.

Die Historie

1987 wurde Suzuka Schauplatz für die Formel 1 - und bot seitdem viele packende Titel-Entscheidungen. Legendär ist das Finale 1989, als sich der spätere Champion Alain Prost und Ayrton Senna in ihrem vergifteten Teamduell im McLaren in die Quere kamen. Rekordsieger ist Michael Schumacher. Er gewann sechs Mal (1995, 1997, 2000, 2001, 2002, 2004) und holte dort zwei Mal den Titel. Doch auch Sebastian Vettel fühlt sich wohl in Japan. Er  machte dort 2011 seinen zweiten WM-Triumph perfekt. Vier Siege gelangen ihm insgesamt. Im vergangenen Jahr machte Nico Rosberg mit seinem Erfolg einen großen Schritt in Richtung Titelgewinn.

Die Favoriten

In Japan können sich gleich drei Teams Hoffnungen auf den Sieg machen: Mercedes, Ferrari und Red Bull. Der schnelle, fließende Kurs wird mit relativ hohem Abtrieb gefahren, dazu stellen auch der raue Asphalt und die vermutlich warmen Bedingungen die Reifen auf eine harte Belastungsprobe. In Singapur und Malaysia hatte Ferrari klare Tempovorteile, konnte diese aber wegen Unfällen und Motorenproblemen nicht ausspielen. Vettel und seinem Kollegen Kimi Räikkönen kommen auf jeden Fall die engen Kurven entgegen. In Sachen Aerodynamik haben die Red Bulls mit Max Verstappen und Daniel Ricciardo Vorteile. Verstappen gewann zuletzt in Malaysia.

Das sagen die Fahrer

Sebastian Vettel geht trotz seines WM-Rückstands auf Lewis Hamilton mit unverändertem Optimismus ins Rennwochenende. "Bei mir überwiegt die Zuversicht, ich bin keiner, der zurückschaut", sagt er: "Hoffentlich läuft das eine oder andere noch für uns." In Singapur schied der Ferrari-Fahrer nach einem Crash aus, in Malaysia raste er nach Motorenproblemen noch von Startplatz 20 bis auf Rang vier vor.

Hamilton und Mercedes sind sich ihrer Sache keineswegs sicher. "Vor uns liegt noch Arbeit, vor uns liegen noch Rennen und einige können wir mit Sicherheit auch gewinnen. Wir müssen aber weiter Gas geben", sagt Hamilton.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 8. Oktober, 18 Uhr

sid/dpa | Stand: 05.10.2017, 11:29

Darstellung: