Schumacher will seinen Abschied genießen
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Letztes Saisonrennen in Sao Paulo
Schumacher will seinen Abschied genießen
Formel-1-Legende Michael Schumacher will das letzte Rennen seiner Karriere in vollen Zügen genießen. Mercedes Sportchef Norbert Haug bereut die Verpflichtung Schumachers indes nicht.
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"Der Abschied von der Formel 1 wird diesmal für mich wahrscheinlich weniger emotional sein als in 2006, weil wir damals noch im WM-Kampf steckten und alles dadurch viel intensiver war", sagte der 43-Jährige vor dem Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo. "Diesmal werde ich den Abschied dafür bewusster wahrnehmen und hoffentlich auch genießen können", erklärte der Kerpener.
Vor sechs Jahren reiste der siebenmalige Weltmeister noch mit einer rechnerischen WM-Chance nach Südamerika, diesmal hofft er einfach nur auf ein "schönes Rennen". "Ich habe traumhafte Jahre in der Formel 1 erlebt und viel Unterstützung von Fans weltweit erhalten - dafür möchte ich mich auch auf diesem Weg ausdrücklich bedanken", schrieb Schumacher auf seiner Homepage, "am liebsten wäre mir natürlich, wenn ich mich mit einem schönen Rennen von ihnen verabschieden könnte."
"Interlagos ist ein runder Abschluss für meine Karriere, denn dort wurzelt viel von der Faszination der Formel 1", sagte Schumacher, der vier Siege in Brasilien feiern konnte, "es ist einfach eine tolle Strecke, die viele Geschichten mit sich bringt und immer für spektakuläre Rennen gut ist."
Haug will Schumacher weiter an Mercedes binden
Mit dem Rennen in Brasilien endet nicht nur die ruhmreiche Karriere Schumachers nach 308 Rennen, sondern ein insgesamt gescheitertes dreijähriges Comeback bei Mercedes. Seinen 91 Siegen konnte Schumacher im Silberpfeil keinen hinzufügen. Sportchef Norbert Haug hat Schumacher wenige Tage vor dem endgültigen Karriereende dennoch ein ausgezeichnetes Abschlusszeugnis ausgestellt und möchte den Rekordchampion gerne langfristig an Mercedes binden. Auf die Frage, ob er den 43-Jährigen mit dem Wissen von heute wieder verpflichten würde, antwortete Haug: "Absolut!"
Nach dem Rennen in Brasilien sollen Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit beginnen. Der Trend scheint dahin zu gehen, dass Schumacher künftig als Markenbotschafter fungieren wird. "Ich glaube nicht, dass Michael eine Rolle in der Formel 1 möchte", sagte Haug, der aber guter Dinge ist, mit dem siebenmaligen Weltmeister auf einen Nenner zu kommen: "Er liebt unsere Marke und wir können uns glücklich schätzen, wenn Michael international weiter für Mercedes präsent sein sollte. Es gibt wenige Sportler, die weltweit so bekannt, geschätzt und beliebt sind wie er."
Erfolglosigkeit "nicht Michaels Fehler"
Sportlich habe man in den drei Jahren der gemeinsamen Zusammenarbeit "außer einzelner Highlights nicht das erreicht, was wir uns in diesem Zeitraum vorgenommen hatten. Aber das ist nicht Michaels Fehler", stellte Haug klar: "Wenn es sein Auto möglich machte, war Michael top. Ich kann mich bei Michael nur für seine Arbeit und seinen kompromisslosen Einsatz bedanken. Und ich muss mich bei ihm entschuldigen, dass unser Team die technischen Voraussetzungen in den ersten drei Jahren nicht so dargestellt hat, dass er regelmäßig um Podiumsplätze hätten fahren können." Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wird Schumacher vermissen. "Die Formel 1 hat ihn nach seiner Rückkehr mehr gebraucht als er die Formel 1. Er ist die Formel 1. Wir werden ihn vermissen", sagte der 82-Jährige.
sid | Stand: 21.11.2012, 12:03