Rosberg gewinnt das Rennen der platzenden Reifen

Nico Rosberg in Silverstone

Großer Preis von Großbritannien

Rosberg gewinnt das Rennen der platzenden Reifen

Lange sah es beim Großen Preis von Großbritannien nach einem deutschen Doppelsieg aus. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel führte souverän vor Nico Rosberg, als plötzlich in der 42. von 52 Runden sein Red Bull streikte. Vettel ging am Ende leer aus, während Rosberg seinen zweiten Saisonsieg ins Ziel rettete.

"Was für eine verrückte Nummer", sagte Rosberg nach dem kuriosen Rennen. "Diesen Sieg widme ich allen Kollegen des Teams." Allerdings musste Rosberg noch ein wenig zittern, bis klar war, dass er seinen Siegerpokal behalten darf. Er wurde von den Rennkommissaren vorgeladen, weil er angeblich kurz nach dem Start eine Gelbe Flagge missachtet hatte. Bei einer Verurteilung hätte eine Rückversetzung gedroht, die Untersuchung endete aber lediglich mit einer Verwarnung.

Vettel sagte zu seinem Ausfall, es sei ein Getriebeschaden gewesen, "wir wissen noch nicht, warum. Es kam sehr plötzlich, eigentlich war alles in Ordnung. Dann wollte ich vom fünften in den sechsten Gang hochschalten, der fünfte hat sich dabei verabschiedet. Wenn man nichts dafür kann, dass es in die Hose geht, dann ist das besonders schade."

Punkte für Sutil und Hülkenberg

Trotz seines Ausfalls führt Vettel in der Fahrerwertung weiterhin mit 132 Punkten vor Fernando Alonso (111), der in Silverstone hinter Mark Webber auf Platz drei fuhr. "Wir können zufrieden sein", sagte Alonso, "schließlich haben wir Punkte gutgemacht. Aber wir sind nicht schnell genug." Kimi Räikkönen bleibt mit 98 Zählern Dritter der WM-Wertung, nachdem er das Rennen hinter Lewis Hamilton als Fünfter beendet hat. Räikkönen hat damit einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist der erste Formel-1-Fahrer, der 25 Mal hintereinander in die Punkteränge gefahren ist.

Adrian Sutil fuhr im Force India auf den siebten Platz, Nico Hülkenberg kam auf Rang zehn ins Ziel und sammelte noch einen WM-Punkt.

Kritik nach Reifenplatzern

In der Anfangsphase des Rennens hatten drei Reifenschäden für Verunsicherung unter Teams und Fahrern gesorgt. Nachdem Lewis Hamilton (Mercedes), Felipe Massa (Ferrari) und Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) jeweils der linke Hinterreifen geplatzt war, rückte das Safety Car aus. Die Streckenposten räumten die Gummifetzen von der Strecke und suchten nach möglichen scharfen Stellen im Asphalt oder auf den Randsteinen. Ohne offizielle Befunde wurde das Rennen wieder freigegeben. Zunächst ging alles gut, aber in der Schlussphase erwischte es auch noch McLaren-Pilot Sergio Perez.

"Das ist inakzeptabel, dass diese Reifendefekte auftreten", sagte Hamilton. "Ein Glück, dass niemand verletzt wurde." Ähnlich kritisch äußerte sich Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda. "Da kannst du tot sein. Irgendwo hört der Spaß auf." Lauda forderte Hersteller Pirelli zum Handeln auf. Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagte: "Was man am wenigsten will, ist, dass einem große Trümmerteile entgegenfliegen. Umso mehr muss man den Reifenhersteller unterstützen."

Bilder zum Rennen in Silverstone

Die besten Bilder zum Großen Preis von Großbritannien. Das Rennen in Silverstone war der achte von 19 Rennen im Formel-1-Jahr 2013.

Bernie Ecclestone (re.) witzelt mit Frank Williams

Kleiner Spaß vor dem Großen Preis von Großbritannien: Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone knufft Frank Williams, Gründer des Williams-Teams.

Kleiner Spaß vor dem Großen Preis von Großbritannien: Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone knufft Frank Williams, Gründer des Williams-Teams.

Dann wird es ernster: Lewis Hamilton verteidigt beim Start seine Pole Position. Sebastian Vettel übernimmt Platz zwei von Nico Rosberg.

Schlechter läuft es für Mark Webber: Er kommt auf Platz vier nicht recht in Schwung und gerät dann auch noch in eine kleine Kollision.

Noch mehr Pech hat später Sebastian Vettel: Er liegt zehn Runden vor Schluss in Führung, als sein Red Bull streikt.

Vettels Auto steht fahrerlos noch ein paar Minuten auf der Start-Ziel-Geraden. Nico Rosberg fährt vorbei und ...

... darf sich nach dem Rennen für seinen zweiten Saisonsieg feiern lassen.

Am Ende lächelt dann auch Mark Webber (li.) wieder. Er wird Zweiter hinter Rosberg und vor Fernando Alonso (re.).

sid/dpa/vs | Stand: 30.06.2013, 17:12

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