Hamilton feiert sicheren Start-Ziel-Sieg

Rennszenen aus Ungarn

Großer Preis von Ungarn

Hamilton feiert sicheren Start-Ziel-Sieg

Sebastian Vettel war ohne Chance auf den Sieg, Michael Schumacher schied nach einem rabenschwarzen Sonntag erneut vorzeitig aus: Mit einer Menge Frust im Gepäck gehen die deutschen Formel-1-Stars in die vierwöchige Sommerpause.

Weltmeister Vettel beendete das Rennen als Vierter und geht als WM-Dritter in die vierwöchige Pause. Einziger Trost: Am Sonntag (29.07.12) holte er zwei Punkte auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf, der in Budapest Fünfter wurde. "Der Start war nicht sehr gut, da hätte ich vielleicht mehr riskieren sollen", meinte Vettel nach dem Rennen selbstkritisch, "so habe ich einen Platz an Jenson Button verloren. Das hat uns am meisten gekostet, denn er war recht langsam und ich habe hinter ihm festgesteckt. Es ist frustrierend, wenn man weiß, dass man eigentlich schneller ist, aber nicht weiterkommt."

Die restlichen neun Rennen des Jahres könnten einen Fünfkampf um den Titel bringen: Ferrari-Pilot Alonso führt mit 164 Punkten vor Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber (124/Achter in Budapest), dem deutschen Weltmeister (122), Hamilton (117) und Kimi Räikkönen (116). Der finnische Ex-Weltmeister erreichte als Zweiter in Ungarn die bereits fünfte Podest-Platzierung in seiner Comeback-Saison nach zwei Jahren in der Rallye-WM.

Schumacher scheidet aus

Hamilton nutzte derweil die Pole Position zum zweiten Saisonsieg: "Wir haben gezeigt, dass wir vorne mitfahren können. Ich freue mich auf den zweiten Teil der Saison."

Rekordweltmeister Schumacher hatte mit einem abgewürgten Motor einen Rennabbruch verursacht und danach eine Durchfahrtsstrafe erhalten. Vom letzten Platz beim zweiten Start hatte er sich auf Rang 18 vorgearbeitet, ehe er neun Runden vor dem Ende seinen Silberpfeil abstellen musste und damit im elften Saisonrennen zum sechsten Mal ausschied. "Man muss gewisse Rennen so hinnehmen", sagte Schumacher. Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg holte von Startplatz 13 als Zehnter zumindest noch einen Punkt. Leer aus gingen neben Schumacher auch Nico Hülkenberg im Force-India-Mercedes auf Rang elf und Marussia-Pilot Timo Glock auf Platz 21.

Glock beschwert sich über den Teamkollegen

Nach dem Qualifying waren alle fünf deutschen Piloten unzufrieden gewesen. Glock hatte sich gar heftig mit seinem französischen Teamkollegen Charles Pic gestritten. "Vielleicht versteht er den englischen Funk nicht", sagte Glock, nachdem ihn Pic trotz Warnung über den Boxenfunk im Qualifying blockiert hatte. Eine Aussprache strebt der Odenwälder angeblich nicht an. "Das ist sinnlos", meinte er verärgert: "Es ist zum zweiten oder dritten Mal passiert, das muss das Team lösen."

Lewis Hamiltons souveräner Sieg in Budapest

Das war knapp: Die beiden Lotus-Renault rücken Lewis Hamilton gegen Ende des Ungarn-Rennens auf die Pelle, können ihn aber nicht von seinem zweiten Saisonerfolg abhalten.

Rennszenen aus Ungarn

Lewis Hamilton lässt sich feiern: Die Dominanz des britischen McLaren-Mercedes-Piloten aus der Qualifikation hielt auch im Rennen an. Hamilton feiert in Budapest seinen zweiten Formel-1-Erfolg.

Lewis Hamilton lässt sich feiern: Die Dominanz des britischen McLaren-Mercedes-Piloten aus der Qualifikation hielt auch im Rennen an. Hamilton feiert in Budapest seinen zweiten Formel-1-Erfolg.

Vom Start weg kontrolliert der silberne McLaren das Fahrerfeld.

Sebastian Vettel muss bei der Einfahrt in die erste Kurve die erste Niederlage in diesem Rennen einstecken: Der Angriff auf Romain Grosjean im Lotus (l.) misslingt.

"Gebraucht" ist das Rennwochenende von Michael Schumacher. Der siebenmalige Weltmeister hat Probleme beim Start und muss aus der Box starten. Im weiteren Verlauf des Rennens muss sich Schumacher überrunden lassen. Später gibt der Mercedes-Fahrer auf.

Fernando Alonso betreibt in Ungarn Schadensbegrenzung. Obwohl sein Ferrari nicht gut mit der Rennstrecke zurecht kommt, kommt der WM-Führende als Fünfter ins Ziel und verteidigt vor der Sommerpause seine Spitzenposition.

Starker Finne Kimi Räikkönen. Der Lotus-Pilot arbeitet sich von Startrang fünf auf Platz zwei nach vorne und greift zum Schluss fast noch Lewis Hamilton an. Räikkönen ist - neben seinem Teamkollegen Grosjean - die große Überraschung dieser ersten Saisonhälfte.

Prominenter Interviewer: Weltklasse-Tenor Placido Domingo fungiert nach der Unterredung mit Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone als Fragensteller auf dem Siegerpodest und beweist dabei großen Sachverstand.

Bescheidener Rennstart der deutschen Piloten

Für Vettel gab es derweil zunächst kein Vorbeikommen am Spitzentrio. Nach einem Fünftel der Distanz hatte er schon zehn Sekunden Rückstand auf den führenden Hamilton und zudem seinen Rivalen Alonso direkt im Rückspiegel. Von den Spitzenfahrern kam nach Runde 15 Button als Erster in die Box, Vettel folgte drei Umläufe später und musste sich wieder hinter dem Briten einreihen.

Nach einem knappen Drittel der Distanz erbte der erstaunlich gut mitfahrende Grosjean sogar für eine Runde die Spitzenposition, weil er sich nach Hamilton frische Reifen holte - und dem Briten mit diesen immer näher kam.

Vettel: "Jungs, bitte lasst uns irgendwas probieren"

Vettel verzweifelte derweil an Button und sendete einen Hilferuf in die Box. "Ich bin eigentlich viel schneller als Button. Wir müssen es über die Strategie machen", funkte er. "Wir versuchen, was geht", kam es zurück. "Jungs, bitte lasst uns irgendwas probieren", meinte der Weltmeister, zum Risiko bereit.

Direkt danach holte sich Button frische Gummis. "Plan B" hatte sein Team durchgegeben, offenbar der Hinweis, auf eine Drei-Stopp-Strategie zu wechseln. Vettel nutzt die freie Fahrt umgehend zur bis dahin schnellsten Rennrunde - und blieb nach seinem Stopp 20 Runden vor dem Ende tatsächlich vor Button. Hamilton fluchte derweil über die Überrundeten, die "einfach nicht aus dem Weg gehen". Dennoch blieb der McLaren-Pilot klar vorne, dahinter lieferten sich Räikkönen und Grosjean ein teaminternes Duell um Rang zwei. Räikkönen gewann es und jagte fortan Hamilton. Vettel hing hinter Grosjean, hatte aber Webber als Puffer zu Alonso hinter sich, Button war durch einen missglückten Boxenstopp zurückgefallen.

Formel-1-Pilot Lewis Hamilton Play-Icon Audio-Icon

Hamilton führt - die Schlussrunde aus Budapest | 02:34 min | 29.07.2012 | WDR 2 am Sonntag

Vettels verzweifelter Stopp

Vettel holte für die letzten acht Runden nochmal frische Reifen. Es reichte für die schnellste Rennrunde kurz vor Schluss, aber nicht mehr fürs Podium. Schon einige Minuten vor dem Start hatte es in Budapest den ersten kuriosen Zwischenfall gegeben. Eines der Grid-Girls, die in der Startaufstellung die Nummern der Piloten hochhalten, war offenbar wegen der großen Hitze zusammengebrochen und musste herausgetragen werden. Sie wurde umgehend von einer anderen Dame ersetzt.

sid | Stand: 29.07.2012, 19:07

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