Ferrari feiert - Vettel siegt in Budapest

Großer Preis von Ungarn

Ferrari feiert - Vettel siegt in Budapest

Von Christian Hornung

Sebastian Vettel hat den Großen Preis von Ungarn gewonnen - obwohl er große Probleme mit der Lenkung hatte. Sein Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen war eigentlich schneller, hielt ihm aber im Kampf mit Lewis Hamilton perfekt den Rücken frei. Der verzichtete am Ende freiwillig auf einen Podiumsplatz.

Es war ein hochspannendes Rennen, das am Sonntag (30.07.2017) bis auf den Zielstrich die Zuschauer am Rande von Budapest in Atem hielt. Vettel behielt beim Start seine Pole, machte einen enorm starken Eindruck - funkte dann aber in der Mitte des Rennens starke Probleme mit der Lenkung an seine Boxencrew. Räikkönen hätte ihn daraufhin überholen können, doch die Roten wollten die WM-Chancen des Deutschen wahren und ließen Vettel vorn.

Hochriskante Taktik bei Ferrari

Das war eine Hochrisiko-Taktik, denn so kamen die beiden Mercedes immer näher. Viele Fans monierten bereits über die sozialen Netzwerke, dass Ferrari beide Fahrer "opfern" würde und damit den sicheren Sieg gefährde. Doch die Roten behielten Recht.

Zunächst versuchte es Valtteri Bottas - aber vergeblich. Der gab dann den Platz an Hamilton ab, doch auch der Brite schaffte es nicht, sich an Räikkönen vorbeizuschieben. Faire Geste dann auf den letzten Metern: Als Hamilton erkannte, dass es für einen Angriff auf das Spitzen-Duo nicht mehr reichen würde, gab er den dritten Platz an Bottas zurück und verzichtete damit auf das Podium und wichtige WM-Punkte.

Vettel dankt Räikkönen

Vettel kommentierte seinen Erfolg so: "Ich bin überglücklich, es war ein unglaublich schwieriges Rennen. Mein Auto zog wegen der defekten Lekung immer nach links und es wurde immer schlechter. Ich schulde Kimi einen Riesen-Dank und einen großen Gefallen, er hätte sicher schneller fahren können."

Ferrari feiert Doppelsieg in Ungarn

Sportschau | 30.07.2017 | 00:53 Min.

Räikkönen wirkte nicht gerade begeistert: "Ich konnte den vielen finnischen Fans hier dummerweise keinen Sieg schenken. Ich bin einfach diese 70 Runden hinterhergefahren und hätte sicher gern gewonnen. Es war nicht optimal, aber natürlich optimal für das Team."

Hamilton: "Stehe zu meinem Wort"

Bottas gab zu: "Ich hatte am Ende Probleme, mich nach hinten zu verteidigen. Deshalb muss ich Lewis danken, dass er sein Versprechen gehalten hat und mich am Ende wieder vorbei ließ, obwohl der Abstand zwischen uns schon recht groß geworden war."

Hamilton meinte dazu: "Ich bin ein Mann, der zu seinem Wort steht. Ich hatte versprochen: Wenn ich an den Ferrari nicht vorbeikomme, gebe ich den Platz zurück."

Über das aktuelle Bild in der Gesamtwertung freute sich Vettel: "14 Punkte Vorsprung mit in die Sommerpause zu nehmen - das könnte schlechter sein. Jetzt freue ich mich auf ein paar Tage mit der Familie und dann greifen wir wieder an."

Verstappen schießt Ricciardo raus

Ganz bitter lief es in Budapest für Red Bull. Schon in der ersten Runde leistete sich das Team einen folgenschweren Fehler. Daniel Ricciardo und Max Verstappen hatten einen Traumstart und waren sofort an Hamilton vorbeigezogen. Doch dann verbremste sich der Holländer, krachte in den Wagen seines Teamkollegen, ruinierte dessen Kühler und schoss ihn damit raus.

Ricciardo war empört und haderte noch während des Rennens: "Ich werde mit Verstappen reden - aber ich erwarte, dass er zu mir kommt und sich entschuldigt. Es war zu null Prozent mein Verschulden. Ich habe genug Platz gelassen. Es ist unglaublich frustrierend. Ich erwarte einfach mehr von ihm. Die Aktion war komplett unnötig." Folgen hatte der Crash aber auch für den Holländer: Er bekam von der Jury eine Zehn-Sekunden-Strafe, die er beim Boxenstopp absitzen musste und so trotz der klar besseren Pace gegenüber Mercedes nur den fünften Platz belegte.

Stand: 30.07.2017, 16:18

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