Formel 1 - Lewis Hamilton feiert Start-Ziel-Sieg in Monza

Lewis Hamilton

Großer Preis von Italien

Formel 1 - Lewis Hamilton feiert Start-Ziel-Sieg in Monza

Demonstration der Stärke von Mercedes im Ferrari-Land: Lewis Hamilton ist beim Großen Preis von Italien zum Sieg gefahren - und hat auch die Führung in der Gesamtwertung von Sebastian Vettel übernommen.

Ferrrari wartet seit 2010 auf einen Heim-Sieg beim Grand-Prix in Monza - und war auch dieses Mal auf dem Highspeed-Kurs komplett chancenlos. Rang drei und damit die Podiumplatzierung für Vettel hinter Hamilton und Valtteri Bottas war noch das Optimum, was an diesem Sonntag (03.09.2017) möglich war, aber die 36 Sekunden Rückstand von Vettel auf Hamilton taten weh.

Hamilton jubelt trotz Pfiffen

Hamilton jubelte nach dem Rennen über seine Führung in der WM-Wertung - und das, obwohl ihn die Fans mehrheitlich auspfiffen: "Ich liebe es hier, und ich respektiere es voll, dass die Ferrari-Anhänger hier ihre Fahrer mehr unterstützen. Aber unsere Power war heute einfach besser als die Ferrari-Power. Der Start war etwas schwierig, aber danach lief alles glatt."

Auch Bottas lobte den Mercedes: "Es war einfach eine Freude, so ein starkes Auto zu fahren. Es lief einfach sensationell, so konnte ich Platz für Platz gutmachen." Vettel war dennoch bester Laune: "Es war ein schwieriges Rennen", sagt er auf Italienisch an seine große Fan-Gemeinde. "Aber wir werden dahin kommen, wo Ferrari hingehört und wo Ihr es verdient habt - denn Ihr seid die Besten der Welt!"

Noch keine Vorentscheidung

Hamilton wollte aber noch nichts von einer Wachablösung in der Weltmeisterschaft wissen: "Die Saison ist noch lange nicht zu Ende. Es war aber hier einfach so, dass das Team das Auto dermaßen optimiert hat, dass wir so deutlich überlegen waren. Es läuft alles außergewöhnlich gut zurzeit, auch wenn ich nicht so recht sicher bin, warum Ferrari von der Pace her soweit zurückliegt. Letztlich haben wir einfach den besseren Job an diesem Wochenende gemacht."

Und auch Vettel legte noch nach: "Die Leute da draußen geben mir so viel Kraft, dass mir der Platz und die fehlende Pace heute fast egal sind. Wenn man so eine Unterstützung bekommt, fühlt man sich fast ein bisschen wie der König der Welt und bekommt auch richtig Mut für die weiteren Rennen."

Die Ferrari-Fans feierten Vettel auch deshalb so frenetisch, weil nach dem achten Rang im Qualifying und dem sechsten Startplatz (durch Strafversetzungen von Max Verstappen und Daniel Ricciardo) sogar noch Schlimmeres zu befürchten war.

Ricciardo mit starker Aufholjagd

So war das Podium ein Trostpflaster, und das wäre am Ende beinahe noch in Gefahr geraten: Der Australier Ricciardo im Red Bull war nach einem Getriebewechsel als Viertletzter gestartet, pflügte sich aber durch das Feld und kam am Ende sogar Vettel nahe. Der reagierte aber im Endspurt und gab seinerseits noch einmal Vollgas, so dass für Ricciardo kein Überholmanöver mehr möglich war.

Stark lief auch der zweite Red Bull von Verstappen, doch der Niederländer fiel nach einem Crash mit Felipe Massa und einem Plattfuß bis ans Ende des Feldes zurück. Vor dort startete er eine wahre Überhol-Orgie, die ihm immerhin noch einen Zähler in der WM-Wertung bescherte. Verstappen ärgerte sich: "Da wäre sicher viel mehr möglich gewesen heute." Und auch Ricciardo haderte ein bisschen: "Ein paar Runden hätte ich noch gebraucht, dann hätte ich mir Vettel schnappen können."

Enttäuschung bei Hülkenberg und Wehrlein

Enttäuschend verlief das Rennen für die beiden anderen Deutschen. Nico Hülkenberg im Renault kam nie in Reichweite der Punkte und wurde am Ende Zwölfter. Pascal Wehrlein im Sauber kam immerhin ins Ziel, dort aber nicht über Rang 16 hinaus.

Beim nächsten Rennen in Singapur (17.09.2017) können es nicht nur Wehrlein und Hülkenberg besser machen, auch Ferrari sollte der langsamere Stadtkurs deutlich besser liegen. Mit ein wenig Zweck-Pessimismus kommentierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Da geht es für uns eher um Schadensbegrenzung. Auf den schnellen Kursen sind wir klar stärker, aber da wird es schwer. Ich habe neben Ferrari aber auch Red Bull sehr stark auf der Rechnung."

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sonntag, 03.09.17, 22.50 Uhr

ch | Stand: 03.09.2017, 17:17

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