Großer Preis von Malaysia

Vettels Jagd endet auf Platz vier

Das Podium war kurzfristig greifbar, doch dann endete die grandiose Aufholjagd von Sebastian Vettel beim Großen Preis von Malaysia auf dem vierten Platz. Max Verstappen gewann das Rennen in Sepang - und auf der Ehrenrunde gab es für Vettel noch einen Schock.

Jubel bei den niederländischen Fans in Malaysia - nach einer Saison mit Pleiten, Pech und Pannen hat sich Verstappen in seinem Red Bull den Sieg auf dem zum vermutlich letzten Mal ausgetragenen Grand Prix von Malaysia geholt. Platz zwei belegte am Sonntag (01.10.2017) Lewis Hamilton im Mercedes, der damit seine Führung in der Gesamtwertung vor Vettel ausbaute. Das Podium komplettierte Daniel Ricciardo, ebenfalls im Red Bull.

Hamilton sieht Probleme bei Mercedes

"Nach der Saison, die ich bisher hatte, ist dieser Sieg natürlich unglaublich wichtig für mich", sagte Verstappen hinterher extrem erleichtert. "Lewis Hamilton schien beim Start etwas Probleme zu haben, das habe ich genutzt."

Sebastian Vettel in Malaysia | Bildquelle: ap

Hamilton bestätigte das: "Ich hatte am Anfang des Rennens Probleme mit dem Aufladen der Batterie, deshalb bin ich nicht so aggressiv gefahren und habe Max die Tür offengelassen. Danach habe ich nur noch versucht, meinen Platz zu halten. Es stimmt aber, dass wir ein grundlegendes Problem mit dem Auto und mit der Pace haben, daran müssen wir dringend arbeiten."

Vettels Reifen ließen nach

Vettel hatte nach seinem Motorschaden im Qualifying das Rennen von ganz hinten begonnen, und das war nicht das einzige, was Ferrari an diesem Tag verkraften musste. Nach der Aufwärmrunde musste Kimi Räikkönen aufgeben - auch an seinem Auto gab es einen Schaden, der nicht bis zum Start zu beheben war.

Vettel kämpfte sich vom Start weg durch das Feld, löste sogar Pablo Montoya als Streckenrekordhalter ab. Kurz vor Schluss hatte der Vierfach-Weltmeister dann tatsächlich das Podium in greifbarer Nähe, doch die nachlassenden Reifen gaben das Überholmanöver gegen Ricciardo nicht mehr her.

Crash in der Ehrenrunde

Auf der Ehrenrunde gab es dann noch eine Schrecksekunde für Vettel, die für alle Beteteiligten ziemlich peinlich war: Der Deutsche wollte an Lance Stroll vorbeifahren, doch der sah ihn nicht und krachte ihm in den Wagen. Der gerade erst reparierte Ferrari war Schrott - und Vettel musste sich von Pascal Wehrlein auf der Motorhaube von dessen Sauber ins Ziel chauffieren lassen.

Über Boxenfunk sagte Vettel: "Unglaublich! Was macht der da? Der fährt einfach in mich rein!" Später sagte er noch: "Ich weiß nicht, was er da gemacht hat. Der hintere Teil des Autos ist komplett kaputt. Das ist ein Totalschaden. Viel Arbeit für unsere Mechaniker."

"Komische Sache"

Stroll kommentierte den Unfall, der für das Ergebnis folgenlos blieb, so: "Komische Sache. Ich habe versucht, auf der Außenseite zu fahren, und plötzlich hat es bumm gemacht, es ging alles sehr schnell."

Allerdings ist nun die Frage, ob Vettels Ferrari mit Blick auf das nächste Rennen am kommenden Sonntag (08.10.2017) im japanischen Suzuka möglicherweise Schaden genommen hat, nachdem er in Sepang gerade erst einen neuen Motor und einen neuen Turbolader bekommen hatte.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 1.10., 18 Uhr