Formel 1 - Spannung vor dem Saisonfinale

Vor dem Formel-1-Finale in Sao Paulo führt Sebastian Vettel recht komofortabel vor Fernando Alonso. Die vergangenen Jahre haben allerdings bewiesen, dass man sich niemals sicher sein kann in der Formel 1.

Sebastian Vettel (rechts), Fernando Alonso

Am Sonntag (25.11.2012) kommt es im brasilianischen Sao Paulo zum finalen Showdown: Sebastian Vettel (rechts) und Fernando Alonso duellieren sich im Kampf um den Titel des Formel-1-Champions. Sebastian Vettel hat dabei die historische Chance, nach Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher als dritter Fahrer in der Geschichte zum dritten Mal in Folge den Titel zu holen.

Am Sonntag (25.11.2012) kommt es im brasilianischen Sao Paulo zum finalen Showdown: Sebastian Vettel (rechts) und Fernando Alonso duellieren sich im Kampf um den Titel des Formel-1-Champions. Sebastian Vettel hat dabei die historische Chance, nach Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher als dritter Fahrer in der Geschichte zum dritten Mal in Folge den Titel zu holen.

Nach Punkten spricht viel für Vettel: Der Heppenheimer hat 13 Zähler Vorsprung auf Fernando Alonso. Gewinnt der Titelverteidiger oder landet vor Alonso, ist er Weltmeister. Gewinnt der Spanier, reicht Vettel Platz vier. So weit, so komfortabel. Die vergangenen Jahre haben allerdings bewiesen, dass man sich auch mit einem komfortablen Punktevorsprung vor dem letzten Rennen niemals sicher sein kann in der Formel 1.

2003 führt Michael Schumacher mit 92 Punkten vor Kimi Räikkönen mit 83 Zählern. Beim Großen Preis von Japan in Suzuka kollidiert der Deutsche früh mit Takuma Sato und fällt auf den letzten Rang zurück, während zeitgleich Kimi Räikkönen vorne um den Sieg fährt. Doch der Rekordweltmeister rauscht von hinten noch vor auf Platz acht, der ihm nach damaligem Punktesystem einen Punkt beschert. Da Räikkönen nicht über den zweiten Platz hinaus kommt, wird Schumacher hauchdünn mit zwei Punkten Vorsprung Weltmeister.

2006 hat Fernando Alonso vor dem finalen Rennen in Sao Paulo zehn Punkte Vorsprung und liegt dadurch fast uneinholbar in Front. Konkurrent Michael Schumacher muss auf einen eigenen Sieg und ein Ausscheiden des Konkurrenten hoffen. Das misslingt: Schumacher fällt nach einer Kollision mit Giancarlo Fisichella auf den letzten Rang zurück und kann sich nur noch auf Rang vier vorarbeiten. Fernando Alonso wird Zweiter und souverän Weltmeister.

Sieben Punkte beträgt der Rückstand von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen auf den Führenden Lewis Hamilton vor dem finalen Rennen der Saison 2007. Im Qualifying landet Hamilton auf Platz zwei, Räikkönen auf Rang drei. Doch dem Briten gehen die Nerven durch: Durch einen frühen Fahrfehler fällt Hamilton zunächst auf Rang neun zurück, durch einen irrtümlich gedrückten Knopf schließlich wird er wenige Runden später ans Ende des Feldes durchgereicht. Zwar fährt Hamilton noch auf Rang sieben vor, doch da Räikkönen das Rennen gewinnt, wird der Finne mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

Das mit Abstand dramatischste Finale ereignet sich 2008. Bei Ferrari knallen schon die Sektkorken, nachdem Felipe Massa vor heimischem Publikum in Sao Paulo als Erster über die Ziellinie gefahren ist. Lewis Hamilton liegt auf Rang sechs, das reicht für Massas knappen Triumph. Doch kurz vor Toresschluss zieht der Engländer auf regennasser Strecke am mit Trockenreifen fahrenden Timo Glock vorbei, wird Fünfter – und somit mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

Beim Finale 2010 in Abu Dhabi haben aufgrund des neuen Punktesystems, das einen Sieg mit 25 Zählern belohnt, gleich vier Piloten Titelchancen – der Gesamtführende Fernando Alonso im Ferrari, die beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber sowie Lewis Hamilton im McLaren. Alles scheint auf ein Duell zwischen Alonso und Webber hinauszulaufen, doch stattdessen schnappt sich Vettel den Titel. Der jüngste Weltmeister aller Zeiten profitiert dabei von einer falschen Boxenstoppstrategie seiner beiden Konkurrenten

Und 2012? Die Statistik spricht für Vettel: der Doppel-Weltmeister siegte 2010 in Sao Paulo und legte den Grundstein für seinen ersten Titel. Fernando Alonso dagegen wartet auch nach zehn Anläufen noch auf seinen ersten Sieg in Südamerika.

Alonso hofft auf äußere Umstände: Sowohl für das Qualifying als auch für das Rennen werden aktuell Regenwahrscheinlichkeiten von etwa 70 Prozent prophezeit. Dass Alonso in dieser Saison mit nasser Strecke gut zurecht kommt, hat er bewiesen: Der Spanier gewann in Malaysia und holte in Silverstone und Hockenheim jeweils die Pole.

Regen und Statistiken hin oder her – vor dem Rennen in Sao Paulo geben sich beide Piloten optimistisch: "Wir wollen in Brasilien gewinnen", kündigt Vettel an. "Sollte das nicht klappen, will ich Zweiter werden. Sollte das nicht klappen, versuche ich, Platz drei zu holen, und so weiter." Fernando Alonsos Kampfansage klingt verhaltener: "Vielleicht liegt meine Chance nur bei 25 Prozent. Aber tief in mir spüre ich: Ich habe größere Chancen."

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