Viel Neues in der Formel 1

Sebastian Vettel führt nach dem Start

Saison startet

Viel Neues in der Formel 1

Am 20. März startet die Formel 1 in die Saison. Es gibt neue Teams, neue Fahrer, einen neuen Kurs und bald wohl auch ein neues Qualifying. sportschau.de stellt die Änderungen vor.

Renault kehrt zurück, Haas neu dabei

Wenn in Melbourne beim Großen Preis von Australien das erste Startzeichen der neuen Saison ertönt, dann sind gleich zwei neue Rennställe mit dabei. Renault hat den verschuldeten Lotus-Rennstall übernommen und so die Rückkehr als Werksteam perfekt gemacht. Der Neuling aus Frankreich ist selbstbewusst. Der Angriff auf Mercedes und Ferrari sei das Ziel. "Renault ist zurück, um zu gewinnen", sagte Sportchef Jerome Stoll: "Wir haben das Budget, wir haben das Talent, wir haben den Willen und die Leute, um das zu schaffen."

Etwas bescheidener kommt das neue Haas-Team daher. Als realistische Ziele nennt Teambesitzer Gene Haas aber die Punkteränge. "Wenn wir standfest sind und ein zuverlässiges Auto haben, können wir wahrscheinlich als Achter oder Neunter ins Ziel kommen", meinte der Unternehmer aus Ohio, der bereits seit einigen Jahren ein Nascar-Team besitzt und vor allem die US-Amerikaner wieder mehr für die Formel 1 begeistern will.

Wehrlein vierter Deutscher im Fahrerfeld

Neue Teams bedeuten auch neue Fahrer. Renault hat den Dänen Kevin Magnussen und den Briten Jolyon Palmer als Stammpiloten verpflichtet. Dafür mussten der Franzose Romain Grosjean und der Kolumbianer Pastor Maldonado ihren Platz räumen. Grosjean fährt jetzt für das Haas-Team - zusammen mit Esteban Gutiérrez.

Und es gibt einen vierten deutschen Fahrer. Neben Sebastian Vettel (Ferrari), Nico Rosberg (Mercedes) und Nico Hülkenberg (Force India) ist Pascal Wehrlein neu mit dabei. Der ehemalige DTM-Sieger geht für Manor an den Start. Zweiter Fahrer beim britischen Rennstall ist der Indonesier Rio Haryanto.

Erstmals 21 Rennen

Bauarbeiten in Baku

Bauarbeiten in Baku

Zum ersten Mal überhaupt wird die Königsklasse in 21 Rennen ihren Weltmeister ermitteln, dazu schaffte der Weltrat die bislang festgeschriebene Grenze von 20 Saisonläufen ab. Das Debüt im Rennkalender gibt der Große Preis von Europa in Baku/Aserbaidschan. Der Stadtkurs wurde vom deutschen Strecken-Designer Hermann Tilke entworfen, ist 6,006 Kilometer lang und hat acht Rechts- und zwölf Linkskurven zu bieten. Zudem gibt es ein fast zwei Kilometer langes Vollgasstück und die Strecke führt teilweise an der alten Stadtmauer von Baku entlang.

Auch die deutschen Fans können sich freuen. Nachdem es im vergangenen Jahr erstmals seit 1960 kein Formel-1-Rennen in Deutschland gegeben hatte, gastiert der Tross in diesem Jahr wieder auf dem Hockenheimring. Die Saison endet übrigens am 27. November in Abi Dhabi.

Mercedes überzeugt bei Testfahrten

Bei den ersten Testfahrten in Barcelona überzeugte Weltmeister Mercedes. "Die Zuverlässigkeit des Autos war absolut unglaublich", schwärmte Lewis Hamilton. Gemeinsam mit Nico Rosberg spulte der Brite Kilometer um Kilometer ab.  Sebastian Vettel glänzte im Ferrari mit den schnellsten Rundenzeiten, doch die "Rote Göttin" wurde auch ein ums andere Mal von technischen Defekten ausgebremst.

Ecclestone - "Formel 1 so schlecht wie nie"

Für Wirbel sorgte Chefvermarkter Bernie Ecclestone. "Die Formel 1 ist so schlecht wie nie zuvor“, sagte der 85-Jährige: "Ich würde mein Geld nicht ausgeben, um mit meiner Familie ein Rennen anzusehen. Ausgeschlossen." Der Ausgang der Rennen sei  vorhersehbar, es gebe zu wenig Wettbewerb, erklärt er mit Blick auf die Mercedes-Dominanz der vergangenen Jahre. Der Brite stört sich zudem an den Regeln. Die Öffentlichkeit verstehe das Reglement nicht: "Sie sehen sich das Rennen an, wissen, dass sich jemand auf Platz zwei oder drei qualifiziert hat und jetzt ist er auf einmal im Mittelfeld. Und warum? Weil sie den Motor getauscht haben. Oder das Getriebe."

Neues Qualifying ab Mai?

Für mehr Spannung soll ein neues Qualifying-Format sorgen. Nach einer Einrollphase soll jeweils im 90-Sekunden-Takt der schwächste Fahrer rausfliegen. Wie bisher wird in drei Qualifikations-Abschnitten gefahren, der erste dauert 16, der zweite 15, der dritte 14 Minuten. In den letzten 90 Sekunden des Q3 ermitteln die beiden schnellsten Fahrer dann in einer Art Finale die Pole Position. Da die nötige Software noch nicht fertig ist, wird das neue Format aber frühestens im Mai in Barcelona zum Einsatz kommen. Auch der Weltrat des Motorsport-Dachverbandes FIA muss die Veränderungen noch absegnen.

red/dpa/sid | Stand: 01.03.2016, 11:22

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