Malaysia ist die Formel 1 zu teuer

Lewis Hamilton beim Formel 1-Rennen in Malaysia

Grand Prix in Sepang

Malaysia ist die Formel 1 zu teuer

Malaysia will sich als Gastgeber von Formel-1-Rennen verabschieden.

Tourismusminister Nazri Aziz bestätigte am Montag (21.11.16) seit Wochen kursierende Spekulationen, wie die Zeitung Star Online berichtete. Er sagte Reportern im Parlament, der Sport sei "zu teuer für den Ausrichter geworden und nicht mehr so attraktiv. Wir haben jährlich rund 64 Millionen Euro investiert, nehmen diese aber nicht wieder ein", sagte Nazri und beklagte zudem rückläufiges Zuschauerinteresse. So hätten Anfang Oktober lediglich 45.000 Fans den Sieg von Daniel Ricciardo live verfolgt, die Rennstrecke bietet jedoch Platz für bis zu 120.000 Zuschauer. Der Vertrag läuft noch bis 2018.

Der Chef der Strecke in Sepang, Razlan Razali, zeigte sich schwer enttäuscht. Er werde versuchen, die Regierung umzustimmen, sollte das Rennen in den nächsten zwei Jahren wirtschaftlich erfolgreich sein, sagte er. Der Große Preis von Malaysia findet seit 1999 durchgängig auf dem Sepang International Circuit statt, zuvor hatte die Motorsport-Königsklasse zwischen 1962 und 1995 mit Unterbrechungen Station in dem asiatischen Land gemacht.

Auch Grand Prix von Singapur in Gefahr

Auch hinter der Zukunft des Nachtrennens in Singapur stehen Fragezeichen. Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone zufolge hat Singapur kein Interesse an der Verlängerung des Vertrages, der 2017 ausläuft.

Ein Sprecher des Veranstalters Singapore GP sagte dem Sender ChannelNewsAsia am Montag: "Wir äußern uns nicht zu laufenden Verhandlungen." Die Besucherzahlen waren in diesem Jahr deutlich gesunken.

Ecclestone zweifelt an Formel 1 in Deutschland

Der Grand Prix in Deutschland ist ebenfalls keineswegs gesichert. Nach Meinung von Bernie Ecclestone hängt die Austragung im Juli 2017 auf dem Hockenheimring am seidenen Faden. "Wir können das Rennen in Deutschland nicht weiter subventionieren, wenn wir das Gleiche nicht auch mit anderen Rennen in Europa machen", sagte er dem Fachmagazin auto, motor und sport.

Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler verhandelt seit Wochen mit Ecclestone über eine Austragung, will aber die Antrittsgage in Millionenhöhe nicht zahlen. "Es darf kein Minus herauskommen", hatte Seiler zuletzt gesagt und eine Entscheidung angekündigt.

dpa/sid | Stand: 21.11.2016, 15:25

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