Hamilton feiert Start-Ziel-Sieg, Vettel mit Aufholjagd

Lewis Hamilton

Großer Preis von Kanada in Montreal

Hamilton feiert Start-Ziel-Sieg, Vettel mit Aufholjagd

Von Christian Hornung

Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Kanada zwar das Podium verpasst - aber immerhin die WM-Führung gegen Lewis Hamilton verteidigt.

Der Brite war in Montreal aber eine Klasse für sich. Von der Pole bis ins Ziel fuhr Hamilton sein ganz eigenes Rennen, ließ zu keinem Zeitpunkt auch nur ein Fünkchen Hoffnung für seine Verfolger.

Bestmögliche Schadensbegrenzung

Für Vettel war der vierte Platz am Ende aber immerhin noch die bestmögliche Schadensbegrenzung, denn erst im Endspurt machte er noch Plätze gegen die starken, aber intern streitenden Force India von Sergio Perez und Sebastian Ocon gut - und behielt damit die nun auf zwölf Zähler zusammengeschrumpfte Gesamtführung.

Begeistert war Vettel hinterher aber natürlich nicht: "Ich hatte beim Start keinen Grip und habe dann den Schaden am Frontflügel abbekommen. Aufs Podium wäre ich dann am Ende doch noch gerne gefahren, die Force India haben mir das Leben schwer gemacht. Für den dritten Platz fehlte am Ende dann wohl eine Runde."

Perez widersetzt sich Boxen-Anweisung

Rookie Ocon war trotz seiner starken Platzierung nach dem Rennen sauer und schimpfte via Boxenfunk: "Leute, das war nicht in Ordnung. Sergio hat sich nicht an Absprachen gehalten."

Das Team hatte Perez eigentlich die Anweisung gegeben, den sichtbar schnelleren Ocon vorbeizulassen, der widersetzte sich aber dem Funkspruch. Bis ins Ziel duellierten sich die beiden Kollegen dann, mit der Folge, dass Vettel von diesem Streit profitierte und an beiden noch vorbeikam.

Hamilton euphorisch

Hamilton kommentierte seinen Sieg hinterher euphorisch: "Diese Strecke ist etwas Besonderes für mich, hier hatte ich meine erste Pole und vor zehn Jahren auch meinen ersten Sieg. Und die Atmosphäre hier ist auch so wie wohl kaum irgendwo anders auf der Welt."

Das Podium komplettierten hinter Hamilton mit Valtteri Bottas der zweite Mercedes-Pilot und Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo, die beide ein unspektakuläres Rennen fuhren und sich aus allen Scharmützeln raushielten. Bottas freute sich: "Ein sehr guter Tag für mich. Nach einem harten Rennen in Monaco haben wir uns als Team binnen zwei Wochen enorm verbessert und sind hier sehr stark zurückgekommen."

Spaß nur bei der Zielflagge

Ricciardo meinte: "Es war hart, ich musste mich das ganze Rennen verteidigen, das Auto war eigentlich nicht so schnell. Wirklich Spaß hatte ich heute nur, als ich die schwarz-weiße Zielflagge gesehen habe."

Für Vettel hatte das Rennen gleich mit einer Schrecksekunde begonnen. Der fulminant startenede Niederländer Max Verstappen berührte ihn bei seinem Raketen-Start, der ihn von Platz fünf auf zwei trug. Dabei berührte Verstappen aber den Frontflügel von Vettel, der dadurch früh Probleme bekam.

Defekt stoppt Verstappen

Erst im letzten Renndrittel nach einem erneuten Reifenwechsel konnte der Heppenheimer Vollgas fahren, pflügte sich spektakulär durch das Feld - aber zu mehr als Platz vier reichte es nicht mehr.

Für Verstappen endete der Tag dann aber auch im Frust: Statt auf Platz zwei liegend einen Angriff auf Hamilton zu starten, musste er seinen Red Bull nach einem technischen Defekt zur Rennmitte vorzeitig abstellen.

Die beiden weiteren Deutschen hatten am Ende gemischte Gefühle: Nico Hülkenberg holte als starker Achter immerhin vier Punkte, Pascal Wehrlein wurde Letzter.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 11. Juni 2017, 22.50 Uhr

Stand: 11.06.2017, 22:00

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