Hamilton in Melbourne auf der Pole

Großer Preis von Australien

Qualifying zum Großen Preis von Australien

Hamilton in Melbourne auf der Pole

Neue Formel-1-Saison, altes Bild: Weltmeister Lewis Hamilton hat das Qualifying in Melbourne gewonnen - vor seinem Mercedes-Kollegen Nico Rosberg. Für Chaos sorgte der neue Modus.

Lewis Hamilton gibt gleich zum Saisonstart der Formel 1 wieder den Rhythmus vor. Absolut souverän verwies der Weltmeister im Kampf um die Pole Position seinen Mercedes-Teamrivalen Nico Rosberg und Ferrari-Star Sebastian Vettel auf die Plätze - und absolut entspannt wirkte er wenige Minuten später, als er davon erzählte.

"Sexy Runden"

"Das waren ein paar sexy Runden", sagte der Engländer nach dem Qualifying zum Großen Preis von Australien: "Das Auto hat sich gut angefühlt, der Rhythmus hat gestimmt." Den ersten Angriff seiner Herausforderer wehrte er in Melbourne mit seiner 50. Pole locker ab, die Silberpfeile beherrschen die Formel 1 auch zum Start in die neue Saison. Sebastian Vettel hatte im Ferrari als Dritter ernüchternde acht Zehntelsekunden Rückstand - zumindest zu Saisonbeginn sieht es noch nicht nach einem echten Duell zwischen Silber und Rot aus. "Wir sollten am Sonntag näher dran sein", sagte Vettel allerdings: "Ich bin recht zufrieden mit der Runde, die ich gefahren bin. Wir haben dann gesagt, wir schonen jetzt Reifen. Es ist ein gutes Ergebnis, wir haben ein langes Jahr vor uns."

Im ersten Qualifying nach dem neuen Ausscheidungsprinzip drehte Hamilton in 1:23,837 Minuten die schnellste Runde und versetzte Rosberg (1:24,197) vor dem Rennen am Sonntag (20.03.16) gleich den ersten Dämpfer der Saison. Vettel (1:24,675) lag deutlich zurück. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland/1:25,033) wurde Vierter, Force-India-Pilot Nico Hülkenberg (1:25,865) belegte den zehnten Platz.

Viel Kritik am neuen Modus

Der neue Qualifying-Modus sorgte derweil für einiges Chaos und bewirkte zudem das Gegenteil des eigentlichen Plans: Schon vor dem offiziellen Ende der Session stellten die Piloten ihre Autos ab, weil ihre Reifen bereits zu stark abgenutzt waren - im alten Modus hatte es stets Spannung bis zum Schluss gegeben. "Die ganze Session war ein bisschen konfus", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wir hatten den Eindruck, dass niemand so recht wusste, wann er rausfahren sollte."

Im entscheidenden Q3 begann der Sudden-Death nach fünf Minuten und lief, bis nur noch der Pole-Setter übrig war. Allerdings stiegen sowohl Vettel als auch Räikkönen früher als nötig aus ihren Boliden und gaben sich mit ihren Startplätzen zufrieden. 90 Sekunden vor dem Ende des Qualifyings kämpften offiziell nur noch Hamilton und Rosberg um die Pole Position - doch auch sie waren schon ihrem Auto entstiegen.

Vettel: "Klar, dass es nicht funktioniert"

Nicht nur Vettel, einer der Hauptkritiker der Neuerung, fühlte sich bestätigt. "Ich weiß nicht, warum alle so überrascht sind", sagte er: "Wir haben gesagt, dass es so kommt, dass das Format nicht funktioniert." Rosberg schlug vor, zumindest für den letzten Abschnitt zum alten Format zurückzukehren. Bis zum Ende der vergangenen Saison durften alle verbliebenen Piloten den jeweiligen Abschnitt (Q1, Q2, Q3) bis zum Ende bestreiten, erst danach wurde in der Zeitentabelle abgerechnet. Nun scheidet nach einer Einrollphase in jedem der drei Abschnitte im 90-Sekunden-Takt der schwächste Fahrer aus. Fehler können nun noch schneller bestraft werden, und vor allem bei der Zeitplanung gaben zahlreiche Teams eine schlechte Figur ab und schickten ihre Piloten zu spät auf die Strecke.

Wehrlein als Erster raus

Rookie Pascal Wehrlein wurde im unterlegenen Manor die zweifelhafte Ehre zuteil, als erster Pilot nach dem neuen Modus auszuscheiden. "Ich hatte eine schnelle Runde, bei der zweiten war dann viel Verkehr, da bin ich aufgefahren", sagte der 21-Jährige. Der 21-Jährige rückt in der Startaufstellung um einen Platz vor, weil sein Teamkollege Rio Haryanto aus Indonesien für einen Unfall im freien Training eine Drei-Plätze-Strafe absitzen muss.

sid/dpa | Stand: 19.03.2016, 08:00

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