Blatter will es noch einmal wissen

Sepp Blatter

Reformprozess gescheitert

Blatter will es noch einmal wissen

Der Reformprozess in der FIFA ist am Mittwoch gescheitert. Beim 64. Kongress in Sao Paulo hat sich eine Mehrheit der Delegierten gegen ein Alters- und Mandatslimit für Spitzenfunktionäre ausgesprochen. Das spielt den Plänen von FIFA-Boss Blatter in die Karten - denn der will weitermachen.

Joseph Blatter hat in seiner Schlussansprache beim FIFA-Kongress Sao Paulo seine erneute Kandidatur als FIFA-Präsident im kommenden Jahr angekündigt. "Meine Mission ist nicht beendet, das sage ich Ihnen", rief Blatter den Delegierten zu und erntete Applaus. "Ich bin bereit, Sie nach vorne zu bringen. Wir werden eine neue FIFA errichten", sagte der 78-Jährige. Blatter führt den skandalumwitterten Weltverband seit 1998. Sollte er seine Präsidentschaft bis 2019 fortsetzen, wäre er am Ende seiner fünften Amtszeit 83 Jahre alt.

Zuvor hatte eine Mehrheit der 209 Verbandsvertreter beide Anträge zu Alters- und Amtslimit für FIFA-Spitzenfunktionäre abgelehnt. Das Ergebnis ist eine bittere Niederlage für das deutsche FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger. Der frühere DFB-Präsident gilt als Architekt der Reform und hatte kurz vor der Abstimmung noch vor den Delegierten für eine Amtszeitbeschränkung geworben. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte sich immer gegen eine Altersgrenze für die FIFA-Ämter ausgesprochen.

Millionengewinn für die FIFA

Vor den Abstimmungen hatte der Weltfußballverband seine Finanzzahlen für das Jahr 2013 vorgelegt. Ergebnis: Die FIFA hat im Jahr 2013 einen Gewinn von 53 Millionen Euro (72 Millionen Dollar) verbucht. Diese Summe gab Finanzdirektor Markus Kattner am Mittwoch (11.06.2014) beim Kongress in Sao Paulo bekannt. Kurz vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien verfügt die FIFA demnach über Reserven in Höhe von 1,05 Milliarden Euro (1,432 Milliarden Dollar).

WM-Prämien in Höhe von 425 Millionen Euro

Die WM-Einnahmen 2014 belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro (4,5 Milliarden Dollar). Nach Abzug der Kosten verbleiben 1,62 Milliarden Euro. Davon schüttet die FIFA rund 425 Millionen Euro an WM-Prämien aus - 25,8 Millionen Euro an den künftigen Weltmeister. Die Vereine bekommen für Spielerabstellungen seit 2012 insgesamt 125 Millionen Euro. 147,7 Millionen Euro schüttet die FIFA an ihre 209 Mitgliedsverbände aus. 590 Millionen Euro gehen in die Fußball-Entwicklungsprogramme. Andere FIFA-Turniere werden mit 386 Millionen Euro finanziert. Brasilien bekommt als WM-Gastgeber einen Bonus von glatt 100 Millionen Dollar. Den hatte 2010 auch Südafrika bekommen.

dpa/sid | Stand: 11.06.2014, 22:05