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1988 - DFB-Team scheitert im Halbfinale
Vor allem ein Tor ist von der Europameisterschaft in Deutschland in Erinnerung geblieben. Marco van Bastens brillanter Volleyschuss zum 2:0 im Endspiel besiegelte den Titel für die Niederländer. Zuvor war die bundesdeutsche Nationalmannschaft im Halbfinale unglücklich an Oranje gescheitert.
Traumtor zum Titel: Marco van Basten mit Pokal
Zwei Jahre vor dem Ende der DDR hätte die Auswahl des ostdeutschen Staates es beinahe noch einmal zur Endrunde eines großen Turniers geschafft. Wie schon 1974, als die WM so wie nun auch die Europameisterschaft in der Bundesrepublik ausgetragen wurde. In der Qualifikationsgruppe 3 lieferte sich die DDR-Auswahl ein spannendes Duell mit der Sowjetunion, zog am Ende aber mit einem Punkt Rückstand den Kürzeren. Das DFB-Team war dagegen als Gastgeber ohnehin qualifiziert.
Die Endrunde in den in der Bundesrepublik wurde der bis dahin größte Erfolg für die mittlerweile seit 28 Jahren ausgetragene Europameisterschaft. Zwölf von 15 Spielen waren ausverkauft, 950.000 Zuschauer in den Stadien und Millionen am Bildschirm erlebten ein mitreißendes Fußballfestival, bei dem es nicht eine einzige Rote Karte gab.
Die Rolle der überraschenden Bereicherung des Turniers nahmen diesmal die Iren ein. Das von Jack Charlton trainierte Team von der "grünen Insel" spielte ohne die Last einer Favoritenbürde und hatte ihr Soll schon nach dem 1:0 im ersten Gruppenspiel in der Gruppe 2 gegen den Erzrivalen England mehr als erfüllt. Ein 1:1 gegen die Sowjets und ein 0:1 gegen Niederlande reichten allerdings nicht für das Halbfinale.
Auch den späteren Finalisten Sowjetunion hatten die Experten nicht auf der Rechnung, doch die Aussicht auf einen Wechsel ins Ausland war für die sowjetischen Fußballer Ansporn genug. Durch die "Perestroika" von Staatschef Michael Gorbatschow war der "eiserne Vorhang" Richtung Westen plötzlich offen, die Spieler der "Sbornaja" nutzten angeführt von Igor Belanow das Turnier als Laufsteg.
Ball gespielt? Jürgen Kohler (u.) gegen Marco van Basten
Für die deutsche Mannschaft, die seit 1984 von Franz Beckenbauer betreut wurde, begann das Turnier in Düsseldorf mit einem 1:1 gegen Italien. Es folgten zwei 2:0-Siege gegen die diesmal enttäuschenden Dänen und gegen Spanien.
Im Halbfinale war dann allerdings Schluss. 56.000 Zuschauer verfolgten im Hamburger Volksparkstadion das Duell gegen den Erzrivalen Niederlande. Die Deutschen gingen durch einen von Lothar Matthäus verwandelten Foulelfmeter in Führung (55.). 19 Minuten später bekamen auch die Niederländer einen Strafstoß zugesprochen. Bis heute schwört Jürgen Kohler Stein und Bein, dass er Marco van Basten damals nicht gefoult hat. Doch wie auch immer: Ronald Koeman sorgte für den Ausgleich. Van Basten besiegelte mit seinem Siegertreffer in der 89. Minute das unglückliche Aus für das DFB -Team.
Damit wurde das Turnier in Deutschland nun endgültig die Europameisterschaft der "Oranjes": Frank Rijkaard, Ruud Gullit und van Basten schafften, was in den 70er-Jahren Cryuff, Neeskens, Van Hanegem und Haan nicht geglückt war: der erste internationale Titel für ein niederländisches Fußballteam. In einem hochklassigen Endspiel gegen die Sowjetunion, die im Halbfinale Italien ausgeschaltet hatte, sorgten Gullit und van Basten für den Sieg.
Van Bastens fünfter Turnier-Treffer zum 2:0 fehlt heute in keiner Zusammenstellung der "schönsten Tore aller Zeiten". Der technisch hochversierte Stürmer nahm in der 54. Minute einen Flankenwechsel von vArnold Mühren aus spitzem Winkel direkt und ließ Torwart Rinat Dassajew mit seinem "Hammer" keine Abwehrchance. 14 Jahre zuvor waren die Niederländer in München mit ihrem "Fußball total" im WM-Finale noch gescheitert, diesmal verließen Trainer Rinus Michels und sein Team das Olympiastadion als Sieger.
most | Stand: 18.04.2008, 00:00
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