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Deutsches Team

Das DFB-Team in der Einzelkritik

Zu wenig von allen

Von Daniel Schwenk

Zehn Minuten lang war das deutsche Team besser als die Spanier. Die übrigen 80 war es andersherum, weil alle Mannschaftsteile Schwächen hatten.

Jens Lehmann: Gute Paraden in seinem wahrscheinlich letzten Länderspiel hielten das deutsche Team bis zum Schluss im Spiel. Reaktionsschnell beim Fast-Eigentor von Metzelder und beim Kopfball von Ramos aus kürzester Distanz. Warf sich Torres beherzt in den Weg, als der zu Beginn der zweiten Hälfte mal wieder Mertesacker überlaufen hatte. Vielleicht hätte Lehmann allerdings beim Gegentor auf der Linie bleiben sollen, anstatt herauszulaufen und sich hinzulegen.

Abwehr

Arne Friedrich: Der Berliner wirkte wie die komplette deutsche Hintermannschaft zeitweise mit dem technisch brillanten, schnellen Spiel der Spanier völlig überfordert. Vor allem in der ersten Hälfte liefen viele Angriffe über seine Abwehrseite. Nach vorne absolut wirkungslos.

Per Mertesacker: Bekam es oft mit Fernando Torres zu tun und konnte den spanischen Stürmer nur selten wirklich stören. Wurde viel zu oft einfach überlaufen und - trotz Größenvorteils - übersprungen. Das war nicht sein Turnier!

Christoph Metzelder: Unterschied sich streckenweise nur auf Grund seines Euro-Vollbarts von Kollege Mertesacker. Oft zu langsam und mit unnötigen Ballverlusten im Spiel nach vorne. Die deutsche Innenverteidigung ließ während der gesamten Euro die erhoffte Normalform vermissen.

Philipp Lahm: Wie im Halbfinale gegen die Türkei mit einem entscheidenden Fehler. Der Münchner war beim 0:1 durch Torres nicht energisch genug. Hatte im Gegensatz zu den anderen deutschen Abwehrspielern die eine oder andere gelungene Aktion in der Offensive. Musste zur Pause mit einer Risswunde in der Kabine bleiben. Vielleicht hätte er die Mannschaft in der zweiten Hälfte noch einmal aufrütteln können.

Mittelfeld

Bastian Schweinsteiger; Rechte: dpa Bild großSchweinsteiger: Viel versucht, wenig hinbekomen.

Torsten Frings: Der zurückgekehrte "Leader" war zu selten zu sehen. Mit einigen guten Aktionen in der Defensive, aber nach vorne ohne Akzente. Hat es nicht geschafft, die notwendige Aggressivität im Team zu wecken.

Thomas Hitzlsperger: Schwach bis zu seiner gerechtfertigten Auswechslung. Konnte das Kombinationsspiel im Mittelfeld der Spanier zu selten nachhaltig stören. Verlor vor dem Gegentor unnötig den Ball.

Michael Ballack: Der Kapitän hat es versucht. Trotz gerade überstandener Wadenverletzung und Platzwunde im Gesicht. Ballack ging zwar mit viel Engagement zu Werke, war aber selten effektiv. Hatte Pech bei einem Direktschuss in der 60. Minute ans Außennetz. Konnte wie Frings im Finale das Team nicht stabilisieren.

Bastian Schweinsteiger: Blieb auf der rechten Seite zu oft ohne Unterstützung. Der Münchner lief viel, versuchte immer wieder zum Tor zu ziehen, aber ohne Erfolg. Gruselige Standardsituationen.

Lukas Podolski: Hätte David Villa noch die Torjäger-Krone abjagen können. Allerdings nicht mit dieser Leistung. Blieb zu oft am starken Ramos hängen. Als er in der 27. Minute endlich einmal durch war, stoppte er unverständlicherweise ab, anstatt aufs Tor zu gehen. Podolskis schlechtestes Spiel bei der Euro.

Sturm

Miroslav Klose: Hätte Deutschland in der 3. Minute in Führung bringen können, als er einen schlechten Pass von Ramos abfing. War dann aber immer wieder über lange Phasen nicht mehr zu sehen, was auch an der mangelnden Unterstützung aus dem Mittelfeld lag.

Einwechselspieler

Marcell Jansen: Kam zur Pause für den verletzten Lahm. Versuchte über die linke Seite Druck zu machen, was das eine oder andere Mal auch gelang. Bereitete mit gutem Einsatz die Chance von Michael Ballack in der zweiten Hälfte vor. Insgesamt aber nicht effektiv genug.

Kevin Kuranyi: Der Schalker kam in der 58. Minute für Thomas Hitzlsperger als zweite Spitze. Vor dem Finale insgesamt bei der Euro nur 15 Minuten auf dem Platz. Nach dem Finale wundert das nicht allzusehr. Kuranyi völlig wirkungslos. Glänzte am Ende mit einigen unnötigen Fouls, die nur den Spaniern wertvolle Zeit brachten.

Mario Gomez: Kam in der 78. Minute für Klose. Knüpfte nahtlos an seine Leistung aus den ersten beiden Vorrundenspielen an. Ohne Torgefahr.

dpa/sid | Stand: 30.06.2008, 00:00

 

 

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