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Platini zieht positive Bilanz und droht Polen und der Ukraine
UEFA-Präsident Michel Platini hat den Druck auf die Gastgeberländer der Fußball-Europameisterschaft 2012 erhöht: Wenn es in Warschau und Kiew kein Stadion geben wird, findet die EM-Endrunde in vier Jahren nicht in Polen und der Ukraine statt, kündigte er an.
Der Boss droht: UEFA-Präsident Michel Platini
Auf einer Pressekonferenz am Tag vor dem EM-Endspiel zwischen Deutschland und Spanien erklärte Platini: "Wir werden alles Erdenkliche tun, um die EM in Polen und der Ukraine austragen zu können, und mehr als das. Wir denken an nichts anderes. Wir wollen die Entscheidung der UEFA-Exekutive respektieren. Aber wenn es in den Hauptstädten der Länder keine Stadien gibt, dann findet die EM dort nicht statt."
Platini bricht am kommenden Mittwoch (02.06.08) zu einer zweitägigen Inspektionsreise nach Warschau und nach Kiew auf. "Ich habe Dossiers in verschiedenen Farben mit mir, in denen alle Probleme aufgelistet sind. Und diese Dossiers sind nicht dünn. Ich werde größere Kopfschmerzen wegen Polen und der Ukraine haben als wegen des Weingenusses", sagte Platini.
Für das am Sonntag mit dem Endspiel zuende gehende Turnier in Östereich und in der Schweiz zog der UEFA-Präsident eine überschwängliche Bilanz. "Sie sehen einen Präsidenten, der glücklich ist. Ich danke allen für ein wunderbares Turnier."
Auch für die Zukunft schließt die UEFA zwei Gastgeber nicht aus. Geht es nach dem Präsidenten, wird die Mindeskapazität der Stadien von 30.000 auf 35.000 angehoben. "40.000 ist für kleine Länder im Blick auf die spätere Nutzung vielleicht zu groß." Sportlich kann Platini sich mit einer Aufstockung der Europameisterschaft auf 24 Teilnehmer anfreunden: "Ich denke, dass Länder wie England, Dänemark, Belgien, Bulgarien und andere die Qualität einer EM durchaus verbessern können. Die Frage, die sich stellt, ist die bezüglich Stadien, Transport, Verkehrsanbindung, Unterkunft." Noch am Samstag tagten die Generalsekretäre und Präsidenten der 53 Mitgliedsverbände. Eine endgültige Entscheidung, auch in der Frage Ukraine/Polen, fällt auf der nächsten Exekutiv-Sitzung am 24. und 25. September in Bordeaux.
Erwartungsgemäß war die EM in Österreich und der Schweiz auch ein finanzieller Erfolg. Die Einnahmen von 1,3 Milliarden Euro bedeuten eine Steigerung des Umsatzes gegenüber Portugal um 56 Prozent. Der Gewinn stieg um fünf Prozent. Am Milliardengeschäft EURO verdient erstmals auch die Fußball-Bundesliga mit. 6,126 Millionen Euro kassieren die deutschen Klubs für die 57 Spieler, die sie zum Saisonhöhepunkt abstellten. Vor allem Rekordmeister Bayern München und Vize Werder Bremen profitierten von der "Miete", die die Europäische Fußball-Union vor einem Jahr mit der neuen Europäischen Klub-Vereinigung ECA vereinbart hatte. 1,018 Millionen Euro erhält der FC Bayern, der mit neun Profis bei der EM vertreten war. 4.000 Euro überweist die UEFA pro Kopf und Tag, dabei wird eine zweiwöchige Vorbereitungszeit vor dem ersten EM-Spiel angerechnet. "Es ist nur logisch, die Vereine, die diese Spieler abstellen, auch an den Einnahmen zu beteiligen", sagte UEFA-Chef Platini.
sid | Stand: 28.06.2008, 13:54
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