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Nach dem EM-Aus für Russland
Zwei Niederlagen gegen Spanien, dazwischen drei Siege. Die Bilanz der russischen Nationalmannschaft kann sich nach dem EM-Aus sehen lassen. Und in Russland ist die Fußball-Euphorie auf dem Höhepunkt.
Staatspräsident Dimitrij Medwedjew kam am Freitag (27.06.08) persönlich zum Moskauer Flughafen, um die russische Mannschaft und Trainer Guus Hiddink zu empfangen und er fand nur lobende Worte: "Die Mannschaft hat uns mit schönem Fußball begeistert. Ich habe das Gefühl, dass das Abschneiden bei der EM nur der Anfang war und weitere große Siege bevorstehen", sagte er nach der 0:3-Niederlage gegen Spanien im EM-Halbfinale.
Gegen die vor allem im Mittelfeld überragenden Spanier hatte es im Halbfinale bei den Russen spielerisch einfach nicht gereicht. "Dass wir das Spiel verloren haben, ist sehr schade. Ich hoffe trotzdem, dass wir den Fans Freude bereitet haben", sagte Stürmerstar Andrei Arshavin, der im Gegensatz zum Viertelfinale gegen die Niederlande blass blieb.
Die etwa 700.000 Fans in Moskau ließen sich trotz der Niederlage am Donnerstag nicht die Laune verderben und skandierten "Rossiya, Rossiya" und "Guus, Guus, Guus". Die russische Presse sieht das genauso und wertet den EM-Auftritt als Erfolg. "Zwischen den beiden Niederlagen gegen Spanien liegen drei Siege, die Europa und die ganze Welt erschütterten. Danke Jungs", titelte etwa "Sowjetski Sport". Und der "Sport-Express" tröstete: "Nicht traurig sein. Wir haben Bronze - und das ist erst der Anfang. Der russische Fußball ist durch einen langen Tunnel endlich ans Licht gelangt."
Am Abend nach dem Spiel ließen es Spieler, Betreuer und Funktionäre in Wien dann richtig krachen. Wodka und Champagner flossen in Strömen, und auch zahlreiche russische Schönheiten sollen geholfen haben, die Niederlage gegen Spanien schnell zu verarbeiten. Bis in den frühen Freitagmorgen ging die Sause im Wiener Luxushotel "Palais Coburg". "Nun bin ich nicht mehr deprimiert, die Feier ist super", sagte Arshavin.
Das Erreichen des Halbfinales bei der EURO 2008 hat in Russland eine neue Fußball-Euphorie ausgelöst. Schon richten sich die Blicke auf die WM-Qualifikation für Südafrika, die bereits im September beginnt. "Wir haben bei der EM Selbstvertrauen gewonnen und mein Team hat unheimlich viel gelernt. Das kann im Laufe der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika noch entscheidend sein", sagte Trainer Guus Hiddink. Sein Team trifft dabei unter anderem auf die deutsche Elf.
Nun rollt auch der Rubel. Investierten russische Oligarchen zuletzt hauptsächlich in den nationalen und internationalen Klub-Fußball, soll jetzt auch die Nationalmannschaft und die Nachwuchsförderung profitieren. Auch die Politik hat den Fußball wiederentdeckt. Das Finanzministerium will in den kommenden vier Jahren rund 120 Millionen Euro in die Zukunft des Fußballs investieren.
heu, dpa | Stand: 27.06.2008, 14:13
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |