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3:0 im Halbfinale gegen Russland

Spanien folgt DFB-Elf ins Finale

Von Ernst Eisenbichler

Nach einem 3:0-Sieg über Russland spielt Spanien am Sonntag (29.06.08) gegen Deutschland um den EM-Titel. Das zweite Halbfinale in Wien brachte jedoch nicht das erhoffte Feuerwerk zweier offensivstarker Mannschaften. Das bisherige Überraschungsteam aus Russland war mit einer schwachen Leistung der Spielverderber.

Russland - nach der Entzauberung der Niederlande im Viertelfinale diesmal ein Totalausfall. Das Team des holländischen Trainers Guus Hiddink wollte den Spaniern nach der Pleite im Vorrundenspiel nicht noch einmal ins offene Messer laufen. Die Folge: Vom kreativen Tempo-Fußball der Russen war am Donnerstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion rein gar nichts mehr zu sehen. Den starken spanischen Verteidigern, allen voran Sergio Ramos, gelang es zudem, Russlands "Wundersturm" um Andrei Arshavin und Roman Pavlyuchenko zu einem lauen Lüftchen zu degradieren. Das spanische Trauma der Russen konnte sich also doch wiederholen: Nach der 1:4-Niederlage in der Vorrunde setzte es für Hiddinks Truppe nun wieder eine Klatsche mit derselben Tordifferenz.

Alle drei Treffer in der zweiten Spielhälfte

Aber auch die von Luis Aragones trainierten Spanier brauchten eine Halbzeit, um zu ihren gewohnten Stärken zu finden. Vor der Pause hatten ihre gefürchteten Kurzpass-Stafetten kaum zu gefährlichen Torraumszenen geführt. Das änderte sich schlagartig in der 50. Minute: Der trickreiche Spielmacher Andres Iniesta vom FC Barcelona flankte in den Strafraum, sein Klubkollege Xavi nahm den Ball volley aus sechs Metern und schob ihn durch die Beine von Russlands Torhüter Igor Akinfeev ins Netz. 1:0 - das war der Weckruf für die Spanier.

Von da an ließen die Iberer nicht mehr den Hauch eines Zweifels aufkommen, wer ins Endspiel einzieht. Spanien zelebrierte nun Fußball, spielte auch einen Gegner namens Russland an die Wand. Nach 70 Minuten schickte Aragones Xavi und Torres in die Kabine und brachte stattdessen Xabi Alonso und Daniel Güiza. Der Wechsel zahlte sich aus. Güiza, spanischer Torschützenkönig, überwand schon drei Minuten später Akinfeev mit einem gefühlvollen Heber. 2:0. Hiddinks Team gab sich nun auf. David Silva, der zusammen mit Iniesta und Xavi vielleicht das derzeit weltbeste Mittelfeld bildet, machte in der 82. Minute mit dem 3:0 dann endgültig alles klar.

Dämpfer für Spanien: David Villa verletzt

Den Finaleinzug der Spanier trübt allerdings die Verletzung von Stürmerstar David Villa. Der mit vier Treffern bislang erfolgreichste Torschütze der Euro zog sich bei einem Freistoß eine Muskelzerrung im Oberschenkel zu. Aragones musste den Angreifer vom FC Valencia in der 34. Minute aus dem Spiel nehmen. Im Endspiel wird er womöglich nicht zum Einsatz kommen. "Ich denke nicht, dass er im Finale spielen kann", sagte Spaniens Coach.

Historischer Sieg

Nach dem 3:0 über Russland stehen die Spanier erst zum dritten Mal im Finale eines großen Turniers: 1964 besiegten sie bei der EM im eigenen Land im Endspiel die UdSSR mit 2:1 und holten damit ihren bislang einzigen Titel. 1984 verloren sie dagegen das EM-Finale in Frankreich gegen den Gastgeber mit 0:2.

Stand: 26.06.2008, 23:30

 

 

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Tabelle der Euro2008 Gruppe D
RangTeamSP
1.Spanien39
2.Russland36
3.Schweden33
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