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Deutschlands Gegner im Finale
Von Daniel Schwenk
DFB-Chefscout Urs Siegenthaler war beim Halbfinalsieg der Spanier im Stadion. Am Freitag soll er im deutschen Quartier Spielern und Trainerstab Bericht erstatten. Viele Schwachpunkte wird er beim Finalgegner der deutschen Mannschaft nicht entdeckt haben.
Schon die nackten Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Spanier haben im bisherigen Turnierverlauf die wenigsten Gegentore kassiert und gleichzeitig die meisten Treffer erzielt. Joachim Löws Team trifft im Finale auf eine spanische Mannschaft ohne echte Schwachpunkte - zumindest, wenn sie in der Verfassung vom Halbfinale auftritt.
Mitentscheidend wird im Finale sein, ob es dem deutschen Team gelingt, das spanische Mittelfeld lahmzulegen. Vor allem die quirligen Andres Iniesta und - bis zu seiner Auswechslung - Xavi zelebrierten gegen Russland die hohe Schule des Kurzpassspiels. Bestes Beispiel: Die 1:0 Führung durch Dauerläufer Xavi nach Vorarbeit von Iniesta. Unterstützt von David Silva und später auch noch Cesc Fabregas konnten die beiden auch deshalb unbeschwert wirbeln, weil sie nach hinten vom überragenden Marcos Senna abgesichert wurden.
Nach der Verletzung von David Villa verblieb Fernando Torres als Alleinunterhalter im Sturm, aber das machte das Spiel der Spanier nur noch unberechenbarer. Xavi, Iniesta und Fabregas stießen immer wieder abwechselnd mit in die Spitze. Allerdings, fast das gesamte spanische Spiel ist vom Mittelfeld abhängig, lange Bälle von der Abwehr direkt in die Spitze sind eine absolute Rarität. Gelingt es der deutschen Mannschaft Xavi und Co. in den Griff zu bekommen, dann ist die Schaltzentrale der Spanier außer Betrieb.
Wenn es tatsächlich so etwas wie einen Schwachpunkt im spanischen Team gegeben hat, dann am ehesten den linken Verteidiger Joan Capdevila. Vor allem in der ersten Hälfte konnte sich Ivan Saenko immer wieder auf der rechten Außenbahn durchsetzen. Umso stärker dagegen war Capdevilas Pedant auf der rechten Abwehrseite: Sergio Ramos räumte nicht nur kompromisslos die meisten russischen Angriffsversuche ab, sondern fand auch noch genügend Zeit sich immer wieder nach vorne einzuschalten und aufs Tor zu schießen. Auch als die Russen zu Beginn der ersten Hälfte noch gleichwertig schienen, offenbarten die Spanier kaum Schwächen. Zumindest ließen sie kaum echte Torchancen zu.
Nach der Leistung gegen Russland darf man den Spanier getrost zumindest eine leichte Favoritenrolle für das Finale zu sprechen. Allerdings hat das ja schon einmal funktioniert. Auch im Viertelfinale gegen Portugal vermutete man Deutschland eher in der Außenseiterrolle ob der vermeintlichen Spielkunst des Gegners. Und das Team von Joachim Löw zeigte seine beste Leistung im bisherigen Euro-Verlauf.
Stand: 27.06.2008, 08:52
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |