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Pepe und Carvalho - die beste Innenverteidigung?
Von Peter Mühlfeit
Der Künstlername verrät schon die brasilianischen Wurzeln: Kleper Laveran Lima Ferreira, genannt Pepe, ist bisher die Entdeckung des Turniers. Gemeinsam mit Ricardo Carvalho bildet der Abwehrspieler von Real Madrid die portugiesische Innenverteidigung, die vielleicht beste bei der Euro 2008.
Wer an Portugal denkt, redet meist über Cristiano Ronaldo, Nuno Gomes oder Spielmacher Deco. Doch es ist das Verteidigerduo Carvalho und Pepe, das mindestens so viel Aufmerksamkeit verdient hätte. Klose & Co werden sich jedenfalls deutlich steigern müssen, wenn sie gegen Portugal zum Zuge kommen wollen.
Auffällig ist besonders der gebürtige Brasilianer Pepe. Beim Auftaktspiel der Portugiesen gegen die Türkei wurde er zum "Mann des Spiels" gewählt. Das lag aber nicht nur an seinen Abwehrkünsten, sondern an seinem Drang nach vorne. "Das gehört zu meinen Besonderheiten", sagt Pepe selbstbewusst. "Ich greife immer gerne an, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme."
Ein Treffer wurde im wegen vermeintlicher Abseitsstellung versagt, in der 61. Minute schoss Pepe aber sein erstes Länderspieltor. Es war ein spektakulärer Treffer: Er schnappte sich den Ball im Mittelfeld, spielte einen feinen Doppelpass mit Nuno Gomes, umkurvte einen türkischen Abwehrkollegen und traf ins Netz. Sein Auftritt stellte alle Zweifler ruhig, die den Stuttgarter Fernando Meira oder Bruno Alves vom FC Porto als die bessere Wahl betrachtet hatten.
"Ich habe mich nie portugiesischer gefühlt als heute", sagte er nach dem Türkei-Spiel. "Portugal hat mir alles gegeben, und ich hatte das Gefühl, mich dankbar erweisen zu müssen." Nationaltrainer Trainer Felipe Scolari, selbst Brasilianer, drängte den heute 25-Jährigen sich wie Deco einbürgern zu lassen. Er tat dies im vergangenen Jahr, wechselte postwendend vom FC Porto zu Real Madrid und spielt dort zusammen mit Christoph Metzelder. Das Verhältnis zum Deutschen ist gut: Per SMS wünschten sich die beiden gegenseitig Glück bei der EM.
Ricardo Carvalho wiederum ist der Teamkollege von Michael Ballack. Die "Blues" vom FC Chelsea werden pikanterweise in der kommenden Saison von Scolari trainiert. "Er ist ein großartiger Trainer und eine besondere Persönlichkeit", freute sich Carvalho.
Beim FC Chelsea spielt auch Paulo Ferreira - und der vierte Mann der portugiesischen Abwehrreihe, Bosingwa, fängt gemeinsam mit Scolari nächste Saison in London an. Vermutlich wird auch Spielmacher Deco noch zum Champions League-Finalisten wechseln. Jetzt bleibt nur abzuwarten, wer im Londoner Nobelklub künftig sticheln darf: die Portugiesen oder doch der Deutsche?
Stand: 17.06.2008, 18:31
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |