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Deutsches Team

UEFA-Sperre für ein Spiel

Löw auch im Viertelfinale auf der Tribüne

Also doch! Joachim Löw darf im Viertelfinale gegen Portugal nach einer UEFA-Sperre nicht auf der Trainerbank sitzen. Das Handshake von Löw und Hickersberger nach dem Feldverweis empfanden die Offiziellen wohl als zusätzliche Provokation.

Vielleicht waren die "deutlichen" Worte, die Löw nach eigenem Bekunden an Damir Skomina richtete, zu deutlich. Skomina, das war der ominöse vierte Mann des Schiedsrichter-Teams aus dem Spiel Österreich-Deutschland am Montag (16.06.08). Er hatte den Bundestrainer in der sogenannten Coaching Zone ermahnt, sich wieder auf die Trainerbank zu setzen. Daraufhin kam es zu einem Disput zwischen Skomina, Löw und dem österreichischen Teamchef Josef Hickersberger, weil die beiden Trainer sich angeblich vom vierten Mann in ihrer Arbeit gestört fühlten. Skomina kontaktierte im Anschluss daran Schiedsrichter Manuel Mejuto Gonzales - und sowohl Löw als auch Hickersberger mussten ab der 41. Minute das Spiel von der Tribüne aus verfolgen, weil beide vom Unparteiischen des Feldes verwiesen wurden.

Provozierende "Verbrüderung"?

Joachim Löw und Josef Hickersberger; Rechte: dpa Bild großFühlten sich die Schiedsrichter durch diese "Verbrüderung" provoziert? Joachim Löw und Josef Hickersberger nach dem Feldverweis.

Löw beteuerte, keine beleidigenden Worte an Skomina gerichtet zu haben und hatte gehofft, nicht bestraft zu werden. Doch die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA sah den Fall anders und sprach ein Innenraumverbot für ein Spiel aus. In der Begründung, die die UEFA dem DFB mitteilte, hieß es:

"Gemäß den im Bericht des Schiedsrichters wiedergegebenen Ausführungen des vierten Offiziellen verhielten sich die beiden Trainer sehr nervös. In der 35. Minute kam es zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Teamverantwortlichen, in dessen Verlauf sie sich gegenseitig anschrien. Als der vierte Offizielle die Situation beruhigen wollte, wurde er von den beiden Teamverantwortlichen angeschrien. Es besteht kein Anlass, an der Richtigkeit des Schiedsrichterberichtes zu zweifeln, als ein unkorrektes Verhalten von Löw beschrieben wird. Dieses bestand darin, dass der fehlbare Trainer in Richtung seines österreichischen Kollegen bzw. des vierten Kollegen schrie. Die Intensität dieses Verhaltens war offensichtlich derart, dass der mit der Erfahrung aus zahlreichen Spielen einer europäischen Profiliga verstückte Schiedsrichter keinen Augenblick zögerte, Joachim Löw aus der technischen Zone zu verweisen. Für den im Schiedsrichterbericht dargestellten Sachverhalt spricht auch der Umstand, dass sich beide Trainer beim Verlassen der technischen Zone die Hand reichten."

Kein Handy, keine Pausenansprache

Bei einer Sperre von einem Spiel besteht laut UEFA keine Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Da Löw nun aussetzen muss, wird die Mannschaft gegen Portugal von Löw-Assistent Hansi Flick gecoacht. Denn laut UEFA-Regularien darf ein gesperrter Trainer am Tag des Spiels mit Betreten des Stadions keinen Kontakt mehr zu seinen Spielern oder einem offiziellen Team-Mitglied aufnehmen. Strikt untersagt sind auch der Kabinenbesuch in der Pause, der Einsatz von Mittelsmännern oder der Gebrauch technischer Kommunikationsmittel wie Handy oder Funk. Die Sperre endet erst mit dem Abpfiff des Spiels.

"Ich bin maßlos enttäuscht"

Die Reaktion Löws auf das Urteil lautet: "Ich muss die UEFA-Entscheidung zur Kenntnis nehmen und möchte sie nicht kommentieren. Natürlich bin ich maßlos enttäuscht." Teammanager Oliver Bierhoff: "Für den Fußball ist diese Entscheidung eine schwere Niederlage. Wir Aktive können diese Entscheidung der UEFA nicht nachvollziehen und haben absolut kein Verständnis dafür. Joachim Löw wurde ohne Verwarnung gegen Österreich auf die Tribüne geschickt und war schon genug dadurch bestraft, dass er die zweite Halbzeit nicht auf der Trainerbank sitzen durfte. Er hat niemanden beleidigt - das kommt auch im Schiedsrichter-Bericht klar zum Ausdruck."

Auch Hickersberger enttäuscht

Hickersberger, der ebenfalls für ein Spiel gesperrt wurde, bezeichnete dies als "himmelschreiende Ungerechtigkeit". Wenn behauptet werde, dass er und Löw sich angeschrien hätten, so sei diese Darstellung unglaublich, da sie in keiner Weise der Realität entspreche und völlig aus der Luft gegriffen sei. Da Österreich bereits ausgeschieden ist, muss Hickersberger die Strafe im ersten Qualifikationsspiel für die WM 2010 absitzen.

sid/dpa | Stand: 18.06.2008, 18:03

 

 

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