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Österreich nach dem EM-Aus
Von Wolfram Porr, Wien
Der Blick geht schon wieder nach vorne. Zwei Tage nach dem EM-Aus ist in Österreich der erste Schock verflogen. Teamchef Josef Hickersberger darf bis 2010 weitermachen.
Sie sind zwar ausgeschieden. Aber der Stolz überwiegt. Der Stolz darüber, sich als Gruppendritter nicht blamiert zu haben bei dieser Euro und immerhin die stärker eingeschätzten Polen hinter sich gelassen zu haben; der Stolz auch darüber, ein sympathischer, guter Co-Gastgeber zu sein. Sportlich war von der Mannschaft nicht viel mehr erwartet worden, im Gegenteil: Viele hatten dem Team Austria als 92. der FIFA-Weltrangliste ein sang- und klangloses Ausscheiden vorausgesagt. So schlimm kam's nicht.
Entsprechend gelassen ging die Mannschaft und gingen auch die österreichischen Medien mit dem Ausscheiden um. Das "Wunder von Wien" war ausgeblieben. Ansonsten kein Spott, keine Häme, kein Nachtreten. Stattdessen stellt der österreichische Fußballverband die Weichen für die Zukunft: So soll der Vertrag mit Teamchef Josef Hickersberger möglichst noch in den nächsten zwei bis drei Wochen verlängert werden, um Planungssicherheit zu haben. Auch Andreas Herzog als Teammanager soll weitermachen.
Die Vertragsverlängerung wäre nur logisch: Hickersberger ("für die WM-Quali verspüre ich eine Verpflichtung") hat diese junge Mannschaft zusammengestellt. Nur kam für sie die Euro vielleicht etwas zu früh. Alle Spieler wollen weitermachen, darunter so hoch veranlagte Spieler wie Sebastian Prödl oder Ümüt Korkmaz, die beide in der kommenden Saison bei deutschen Bundesligisten (Werder Bremen bzw. Eintracht Frankfurt) unter Vertrag stehen. Sie alle dürften von der EM-Erfahrung profitieren.
Selbst der 38-jährige Ivica Vastic – einziger EM-Torschütze – hat erklärt, er stehe bereit. Ob es allerdings schon für die WM-Qualifikation reicht, darf eher bezweifelt werden. Da warten unter anderem Frankreich, Rumänien und Serbien sowie "Angstgegner" Färöer Inseln. Gegen den Fußballzwerg aus Skandinavien gab es 1990 unter Trainer Josef Hickersberger in der EM-Qualifikation eine peinliche 0:1-Niederlage. Es wäre fatal, würde Österreich ausgerechnet gegen diesen Gegner wieder von der unrühmlichen Vergangenheit eingeholt.
Stand: 18.06.2008, 14:41
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |