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Abschiedsgala
Von Robert Müller
Für die Schweizer Mannschaft war es nicht nur die letzte Partie dieses Turniers, sondern auch das letzte Spiel unter Trainer Jakob "Köbi" Kuhn. Vielleicht ja doppelter Anreiz, ihren Fans doch noch zu zeigen, was in ihnen steckt.
Der portugiesische Trainer Scolari hatte seine Mannschaft mit acht neuen Spielern auflaufen lassen. Stars wie Cristiano Ronaldo, Deco, Nuno Gomez, Simao oder Ricardo Carvalho beobachteten das Spiel erst einmal von der Bank aus – Schonung fürs bereits gesicherte Viertelfinale. Nichts desto trotz war das Spiel höchst sehenswert und auf beiden Seiten von hohem Einsatz geprägt. Zu guter Letzt konnten die Schweizer überzeugen: Durch zwei Tore von Hakan Yakin konnten sie den umjubelten ersten Sieg bei einem europäischen Turnier einfahren.
Die erste richtig gute Chance hatten die Portugiesen in der achten Minute: Quaresma flankte von der linken Strafraumgrenze und Postiga kam frei zum Kopfball. Doch der Ball ging knapp über die Latte. Nach rund 20 Minuten bekam der Schweizer Torhüter Zuberbühler bei seiner Abschiedsvorstellung richtig was zu tun. Alves kam im 5er frei zum Kopfstoß, der ging dann mitten in die Arme des Torwarts.
In der Folge wurde die Partie ruppiger: Der Schweizer Hakan Yakin erhielt die gelbe Karte wegen Meckerns und kurz darauf wurde auch der Portugiese Paulo Ferreira mit Gelb wegen eines rüden Fouls bedacht. Eine Viertelstunde vor der Pause hatten die Schweizer ihre beste Phase. Torwart Ricardo musste ein ums andere Mal klären.
Dann aber fast das erste Tor: Postiga traf, Schiedsrichter Konrad Plautz aus Österreich wertet das aber als Abseits. Vier Minuten vor der Pause wechselte Trainer Scolari Ferreira aus – eine kluge Entscheidung, denn der Portugiese hätte nach seinem brutalen Foul bei seiner nächsten unfairen Attacke vermutlich gelb-rot gesehen. Auch wenn es für beide Mannschaften um nichts mehr ging, war es eine sehenswerte und durchaus kämpferische erste Halbzeit. Einzig und allein: Die Tore fehlten.
Beide Teams waren auch in der zweiten Halbzeit um ein gutes Spiel bemüht. Sowohl die Portugiesen als auch die Schweizer hatten zahlreiche Chancen. Immer wieder tauchten Barnetta und Inler im Strafraum der Portugiesen auf, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Die Zuschauer im Stadion quittierten die Angriffsbemühungen ihres Teams mit Applaus, Gesängen und La-Ola-Wellen. Noch lauter wurde es dann, als Hakan Yakin die Schweizer in der 71. Minute mit 1:0 in Führung brachte und rund zehn Minuten per Elfmeter auf 2:0 erhöhte. Die Stimmung im Stadion hörte sich so gar nicht nach einer Abschiedsvorstellung an, es klang nach viel, viel mehr. Die Fans feierten ihr Team und den letzten Auftritt von Kuhn so, als ob sie doch ins Viertelfinale eingezogen wären.
Kuhn bezeichnete das Ende des Turniers anlässlich des historischen Sieges seines Teams als Happy-End. "Der Sieg gehört zu den schönsten Momenten in meiner Karriere, obwohl er nichts mehr nützt. Ich kann der Mannschaft nur gratulieren, dass sie in einem Spiel, in dem es nur noch um das Resultat geht, noch einmal so gekämpft hat. Das war fantastisch." Ein bisschen Wehmut war dann aber auch zu hören: "Es ist schade, dass wir die Qualifikation verpasst haben. Ein Pünktchen gegen Tschechien oder die Türkei hätte gereicht," so Kuhn.
Ähnlich klang das Fazit des Torschützen Yakin: "Es ist immer noch enttäuschend, dass wir die ersten beiden Spielen verloren haben. Aber es ist super, dass wir das letzte Spiel vor dieser Kulisse gewonnen haben. So macht Fußball Spaß."
mit sid/dpa | Stand: 15.06.2008, 22:50
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |