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Österreich - Kroatien
Von Andreas Haaß
Mit einem Elfmeter-Tor in der Nachspielzeit haben die Österreicher ihre Chancen auf ein Weiterkommen in der Gruppe B gewahrt. Nach einer miserablen Chancenausbeute in den ersten 30 Minuten sah es lange nach einer Niederlage aus.
Für die ersten 29 Minuten des Spiels galt: Wo war Polen? Keine einzige Chance brachten die Mannen von Trainer Leo Beenakker zustande. Nichts war von ihnen zu sehen, spätestens 25 Meter vor dem Tor der Österreicher war Schluss.
Ganz anders das Team von Josef Hickersberger. Nach ersten zehn Minuten des vorsichtigen Abtastens kombinierten die Österreicher stark im Mittelfeld und trugen freche Vorstöße auf das Tor von Artur Boruc vor. Bereits in der elften Minute hätte es 1:0 heißen müssen. Martin Harnik verpasste die Riesenchance nach einem leichtsinnigen Rückpass der Polen.
Zwei Minuten später war es wieder Harnik, der eine 100-prozentige Torchance vergab. Ümit Korkmaz hatte sich im Strafraum durchgesetzt, nach innen auf Harnik gelegt, doch sein Schuss verpasste sein Ziel.
Bereits in der 22. Minute hätte sich kein Pole beschweren dürfen, wenn es 3:0 gestanden hätte. Doch die Österreicher blieben konsequent. György Garics konnte sich an der Strafraumgrenze durchsetzen, doch Boruc parierte erstklassig. Der Torwart von Celtic Glasgow war der sichere Rückhalt seiner Mannschaft. Nur ihm war es zu verdanken, dass Polen nicht hoffnungslos zurücklag.
Doch dann kam die 30. Spielminute. Marek Saganowski schoss von der rechten Strafraumseite, Jürgen Macho wehrte den abgefälschten Ball vor die Füße von Roger Guerreiro ab. Der Brasilianer mit polnischem Pass hatte keine Probleme, den Ball im Tor der Österreicher zu versenken. Es war der erste Schuss der Polen, der auf das Tor kam. Allerdings stand Guerreiro beim Schuss von Saganowski im Abseits im Fünfmeter-Raum. Dem Schiedsrichter-Gespann entging dies allerdings.
Nach dem Führungstreffer spielten die Polen wie ausgewechselt. Plötzlich gingen sie aggressiv in die Zweikämpfe und kamen gefährlich vor Machos Tor. Österreich gelang es bis zum Pausenpfiff nicht, die Polen wie zu Beginn unter Druck zu setzen.
War die erste Hälfte lange Zeit sehr einseitig geführt, konnten sich die Zuschauer im Wiener Ernst-Happel-Stadion nicht über mangelnde Abwechslung beklagen. Die Polen blieben weiter aggressiv wie zu Ende der ersten Halbzeit, die Österreicher versteckten sich auch nicht.
Kurz nach Beginn gleich eine umstrittene Szene: Andreas Ivanschitz lief in den Strafraum, während er vom frisch eingewechselten Pawel Golanski festgehalten wurde. Allerdings fiel er erst einige Schritte später, so dass Schiedsrichter Howard Webb keinen Elfmeter pfiff. Nach dem Abseitstor bereits die zweite Szene, in denen die Österreicher nicht unbedingt bevorteilt worden waren.
Doch am Ende dann doch noch Glück für die EM-Gastegeber. Lewandowski zog Prödl am Trikot und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Vastic hämmerte den Ball links halb hoch in die Ecke und lies dem glänzenden Boruc keine Chance. Mit dem späten Treffer haben die Österreicher die Kroaten direkt ins Viertelfinale geschossen. Wer ihnen folgen wird, entscheidet sich erst am Montag.
Stand: 12.06.2008, 22:54
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