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Portugal siegt 3:1 und steht im Viertelfinale
Von Michael Ostermann
Portugal steht als erstes Team im Viertelfinale der Euro 2008. Dank des türkischen Sieges gegen die Schweiz und dank jenes Mannes, den soviele als den möglichen Superstar des Turniers auserkoren haben.
Doch noch Matchwinner: Ronaldo (l.) im Laufduell mit Tschechiens Sionko.
Dabei war es eigentlich nicht das Spiel des Cristiano Ronaldo, seine Dribblings wollten nicht gelingen. Und dennoch ebnete der Angreifer den Weg zum 3:1-Erfolg gegen Tschechien. Ein Geistesblitz in der ersten Halbzeit, ein unhaltbarer Flachschuss und eine uneigennützige Ablage. Damit war Ronaldo an allen drei Toren gegen starke Tschechen beteiligt und wurde so zum Matchwinner der Partie, wollte das selbst aber nicht zu hoch hängen. "Ich habe der Mannschaft geholfen zu siegen, das war unser großes Ziel. Mein Anteil war eher gering. Die Mannschaft war sehr gut, unser erstes Ziel ist zu 99 Prozent erreicht", sagte er nach der Partie. Auch Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari, der nach der EM Teammanager des FC Chelsea wird, hob das Kollektiv hervor. "Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Ein Sieg wie dieser zeigt, dass unsere Arbeit Früchte trägt", meinte er.
Während Scolari auf die gleiche Anfangself wie beim 2:0 gegen die Türken setzte, stellte Tschechiens Coach Karel Brückner auf zwei Positionen um. Milan Baros für den Nürnberger Jan Koller im Angriff, Marek Matejovsky für den Hamburger David Jarolim im Mittelfeld sollten den offensiv-kreativen Mangel aus der ersten Partie gegen die Schweiz beheben. Die 30.000 Zuschauer im Stade de Geneve erlebten jedoch nach nur acht Minuten das erste Glanzstück der portugiesischen Kreativabteilung: Ronaldo spielt Doppelpass mit Nuno Gomes, Torhüter Petr Cechs Rettungsversuch landet vor den Füßen von Deco und der stochert den Ball ins Netz: 1:0.
Die Partie nahm nach der portugiesischen Führung an Fahrt auf, was vor allem den Tschechen zu verdanken war, die nicht gewillt waren, den Rückstand einfach hinzunehmen. Und sie wurden belohnt. Nach einer Ecke köpfte Sionko den Ball wuchtig ins portugiesische Tor (17.). Mit dem Ausgleich übernahmen die Tschechen nun endgültig die Spielkontrolle. Brückners Umstellungen hatten die erwünschte Wirkung. Vor allem aber entnervte sein Team die Portugiesen mit ihrer kompromisslosen Zweikampfarbeit. Das Kreativspiel von Ronaldo und Co. geriet dadurch mächtig ins Stocken. Lediglich zwei Fernschüsse (25./41.) und ein Freistoß (45.) von Ronaldo zwangen Tschechiens Torhüter Cech zum Eingreifen. Auf der anderen Seite kamen jedoch auch die Tschechen nicht mehr gefährlich vor das gegnerische Tor.
Uneigennützig: Ronaldo (v.) legt das 3:1 auf.
Die Angelegenheit blieb auch nach der Pause offen. Die Portugiesen hofften auf den nächsten Geniestreich Ronaldos. Doch der Stürmer von Manchester United blieb mit seinen Dribblings meist an einem gegnerischen Bein hängen. So hatten die Tschechen die erste Gelegenheit nach dem Wechsel. Doch Baros kam nach einer Hereingabe des glänzend frei gespielten Sionko zu spät (48.). Die Portugiesen erhöhten den Druck und als die Partie endgültig nicht die seine zu werden drohte, schlug Ronaldo doch noch zu. Eine Hereingabe von Deco vollendete der 23-Jährige mit einem satten Flachschuss ins tschechische Tor (63.).
Die Tschechen blieben vor allem bei Standards gefährlich. Doch ein Treffer wollte ihnen nicht mehr gelingen. Torhüter Ricardo entschärfte die beste Chance auf den Ausgleich durch einen Kopfball von Sionko mit den Fingerspitzen. Den Schlusspunkt setzte ein Konter der Portugiesen in der Nachspielzeit, bei dem Ronaldo den Ball für den eingewechselten Ricardo Quaresma ablegte. So dürfen die Portguiesen nun schon für das Viertelfinale planen. Nach dem 2:1 der Türken gegen die Schweiz sind die Portugiesen mit sechs Punkten uneinholbarer Tabellenführer in der Gruppe A.
Stand: 11.06.2008, 20:06
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |