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Jetzt-erst-recht-Stimmung in Österreich

Wie das Pfeifen im Walde

Von Wolfram Porr, Wien

"Jetzt erst recht!" Nach der 0:1-Auftaktpleite gegen Kroatien reden sich die Österreicher stark. Die Schwächen werden geflissentlich ignoriert.

"Jetzt schlagen wir halt Polen und die Deutschen", sagte Stürmer Roman Kienast nach dem Spiel, für das die Mannschaft sogar von der einheimischen Presse mehr Lob als Tadel einheimste. Mit seinem Kopfball kurz vor Schluss hatte der 24-Jährige vom norwegischen Klub Hamarkameratene fast noch den Ausgleich erzielt. Aber eben nur fast.

Über Fehler wird nicht gesprochen

Josef Hickersberger; Rechte: dpa Bild großGlaubt an seine Mannschaft: Josef Hickersberger

"Diesen guten Fußball hat von uns niemand erwartet", meinte auch Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz. Die schwache Leistung in der ersten Hälfte ignorierte er geflissentlich.

Gerade so, als stünde man am Anfang einer langen Saison, wollte auch Trainer Josef Hickersberger nicht überbewerten, dass in den ersten 45 Minuten vieles schlecht lief. Er verteidigte dies mit der Unerfahrenheit seiner Mannschaft, die nach dem frühen Gegentor geschockt gewesen sei. "Davon musste sich die Mannschaft erst erholen." Fehleranalyse? Fehlanzeige.

Am Tag danach schaut Hickersberger schon wieder nach vorne, doch es klingt wie das Pfeifen im Walde: "Wir dürfen nicht aufhören, an uns zu glauben. Jammern nützt nichts. Jetzt haben wir zwei Endspiele gegen Polen und Deutschland." Das Viertelfinale zu erreichen, sei zwar schwierig, aber nicht unmöglich. "Wir sind topfit."

Polster: Noch ist nichts vorbei

Dass schon nach der Vorrunde alles vorbei sein soll, so richtig will das in Österreich niemand wahrhaben. Teammanager Andreas Herzog sagte, man habe gesehen, "dass Österreich wieder über Klassespieler verfügt." Ex-Bundesligaprofi Toni Polster sprach von einem "extrem glücklich verwalteten Pflichtsieg" für die Kroaten. Zwar habe die ÖFB-Auswahl vor allem im ersten Abschnitt "Fehlpässe am Fließband" produziert. Ab der 60. Minute hätte sich die Mannschaft aber "zerrissen". Polster zuversichtlich: "Für dieses Team ist noch nix vorbei!"

sid, wp | Stand: 09.06.2008, 15:34

 

 

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