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Frankreich ohne Tore gegen Rumänien

Steckengeblieben im Defensivsumpf

Von Michael Ostermann

Misslungener EM-Auftakt für die "Equipe tricolore". Gegen Außenseiter Rumänien kam das Team um Franck Ribéry in der sogenannten "Todesgruppe" nicht über ein 0:0 hinaus. Dieser Begriff ist zwar nicht unbedingt gelungen, doch bleibt man im Bild, kommt der Tod gegen den vermeintlichen Außenseiter in der Gruppe C schleichend.

Der Rumäne Cosmin Contra (l.) im Zweikampf mit dem Franzosen  Florent Malouda; Rechte: dpa Kein Vorbeikommen: Cosmin Contra (l.) stoppt Florent Malouda.

Diese Erfahrung machte der Vizeweltmeister im ersten Gruppenspiel im Letzigrund in Zürich. 0:0 hieß es am Ende zwischen Frankreich und Rumänien und das dürfte den Franzosen das weitere Fortkommen bei noch ausstehenden Partien gegen Italien und die Niederlande kaum erleichtern. "Wir haben in diesem Spiel zwei Punkte verloren. Ein Unentschieden kann in dieser Gruppe bereits schwerwiegende Folgen haben", sagte Frankreichs Trainer Raymond Domenech nach Schlusspfiff. "In der Situation, in der wir jetzt sind, wird jede Partie ein Knock-Out-Match." Die Rumänen verbuchten den ersten Punkt dagegen als Erfolg, den sie sich mit einer strikten Defensivtaktik erarbeiteten. Die über weite Strecken phantasielos angreifenden Franzosen blieben in den dichten Abwehrreihen stecken wie ein Wanderer im Sumpf. "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden", lautete dann auch wenig überraschend das Fazit von Rumäniens Coach Victor Piturca, der dem Gegner zudem schwindene Qualität unterstellte: "Frankreich spielt nicht mehr auf dem Level, den viele Leute vielleicht noch gewohnt sind."

Tief stehende Rumänen

Dass Kapitän Patrick Vieira die "Equipe tricolore" gegen Rumänien nicht würde anführen können, war lange vor dem Anpfiff klar. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler von Inter Mailand bleibt aber trotz einer noch nicht ganz ausgeheilten Muskelverletzung im Oberschenkel im Kader. Für Vieira rückte gegen die Rumänen Jeremy Toulalan als ein Teil der Doppelsechs ins defensive Mittelfeld. Auch im Sturm musste Frankreichs Coach Domenech umbauen. Statt des angeschlagenen Thierry Henry stürmte Nicolas Anelka neben Karim Benzema. Rumäniens Trainer Piturca verzichtete im Angriff auf Ciprian Marica vom VfB Stuttgart und schickte zunächst Daniel Niculae aufs Feld.

Doch Sturm aufs französische Tor war ohnehin nicht die erste Priorität des rumänische Spiels. Risikominimierung lautete die Marschrichtung und so erwarteten die Rumänen ihren Gegner tief in der eigenen Hälfte stehend. Die Franzosen standen in erster Linie ratlos vor diesem Abwehrbollwerk, zusätzlich gehemmt durch die Abstellung Franck Ribérys auf die rechte Seite. Dort wirkte der Mittelfeldspieler vom FC Bayern eher verloren. "Es gibt eine ganze Menge zu verändern", klagte Ribéry später. So blieben Chancen in der ersten Halbzeit weitgehend aus. Die beste Gelegenheit hatte Anelka nach einer Ecke, doch sein Kopfball flog über das Tor (33.). Die Rumänen brachten durch Niculae immerhin auch einen Torschuss zustande, der das Ziel aber ebenfalls verfehlte (16.).

Ribéry wird stärker

Franck Ribery; Rechte: dpa Verloren auf rechts und dennoch stark: Franck Ribery

Auch nach dem Wechsel änderte sich die rumänische Strategie nicht. Die Franzosen kamen zunächst aber wenigstens zu zwei guten Chancen, was auch mit Ribéry zu tun hatte. Nach einer innigen Unterhaltung mit Frankreichs Trainer Domenech kurz vor Wiederanpfiff steigerte sich der kleine Franzose, schwang sich zum besten Spieler auf dem Platz auf und blieb bezeichnenderweise dennoch weiter unter seinen Möglichkeiten auf der ungeliebten rechten Seite. Mit einem glänzenden Flachpass sorgte Ribéry nach 57 Minuten von dort aber dennoch für die bis dahin beste Gelegenheit des Spiels, doch Benzema schob den Ball statt ins Netz direkt in die Arme des rumänischen Torhüters Bogdan Lobont. Zuvor hatte Malouda einen schönen Alleingang mit einem Schuss abgeschlossen, der nur knapp am Tor vorbeiflog (49.).

Danach hielt die rumänische Defensive die Franzosen wieder weit weg vom eigenen Tor. Auch der Wechsel der französischen Sturmreihe verpuffte wirkungslos und so feierte der Außenseiter aus Rumänien den ersten Punkt in jener Gruppe mit der martialischen Bezeichung.

Stand: 09.06.2008, 21:43

 

 

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