Zur Navigation.
Zum Inhalt.
Weitere Angebote.
Debakel für Italien
Von Daniel Schwenk
Weltmeister Italien hat einen klassischen Fehlstart hingelegt. Der selbsternannte Turnierfavorit kassierte eine 0:3-Schlappe gegen die Niederlande, die sich damit in der schweren Gruppe C eine glänzende Ausgangsposition erspielten.
Italiens verletzter Kapitän Fabio Cannavaro hatte sich extra eine Sondergenehmigung besorgt, um zu Motivationszwecken direkt am Spielfeldrand sitzen zu dürfen. Hätte er geahnt, wie sich die neuformierte italienische Abwehr ohne ihn präsentierte, hätte er sich wohl nach einem weiter entfernten Sitzplatz umgesehen. Denn das Fehlen des Weltklasse-Verteidigers machte sich für die Italiener schmerzhaft bemerkbar.
Zwar war das Team von Roberto Donadoni zu Beginn aktiver, aber spätestens in der 18. Minute übernahmen die "Oranjes" das Kommando. Ruud van Nistelrooy - klarer Sieger im Topstürmer-Duell mit Luca Toni - tauchte nach Pass von Dirk Kuyt frei vor Gianluigi Buffon auf, der den Holländer durch eine leichte Berührung aus dem Gleichgewicht brachte. Fair von van Nistelrooy: Wäre er nicht weitergelaufen, hätte er wahrscheinlich einen Elfmeter bekommen.
Neun Minuten später fiel das kuriose Führungstor für die Niederlande. Nach einem Direktschuss des in der ersten Hälfte überragenden Wesley Sneijder gab Ruud van Nistelrooy dem Ball die entscheidende Richtungsänderung. Eigentlich deutlich im Abseits stehend, dachten wohl alle im Stadion und vor allem die heftig protestierenden Italiener. Allerdings, der italienische Abwehrspieler Christian Panucci lag nach einem Zusammenprall mit Torwart Buffon zu diesem Zeitpunkt hinter der Torauslinie und hob so das Abseits auf.
In der 32. Minute erhöhte Sneijder nach einem Konter selbst auf 2:0. Giovanni van Bronckhorst hatte nach einem italienischen Eckball auf der eigenen Torlinie geklärt und anschließend die entscheidende Vorlage gegeben. Gianluigi Buffon verhinderte noch vor der Pause das totale Desaster für Italien, als er gegen den heranstürmenden Ruud van Nistelrooy klärte.
Die Italiener fanden trotz dreier Spitzen – neben Luca Toni stürmten Mauro Camoranesi und Antonio Di Natale - selten einen Weg durch die dichte niederländische Abwehr. Die beste Chance in der ersten Hälfte vergab di Natale, der in der 33. Minute aus kurzer Distanz an Edwin van der Sar scheiterte.
Erst mit der Einwechslung des Serie-A-Torschützenkönigs Alessandro del Piero in der 64. Minute wurden die Italiener torgefährlicher. Nach zwei Minuten auf dem Feld scheiterte del Piero am glänzenden niederländischen Schlussmann van der Saar. In der 70. Minute verzog er nur knapp. Kurz danach vergaben der enttäuschende Luca Toni und Fabio Grosso in aussichtsreicher Position. Beinahe im direkten Gegenzug sorgte dann allerdings Giovanni van Bronckhorst wiederum nach einem Konter für das 3:0 und damit für die endgültige Entscheidung und die höchste EM-Pleite aller Zeiten für Italien.
Da gab es auch für Roberto Donadoni nichts zu beschönigen: "Ein schwarzer Abend. Wir haben Tore kassiert und wir waren ziemlich naiv dabei", ärgerte sich der italienische Coach. "Wir müssen diese Niederlage akzeptieren, wir haben noch zwei Spiele und an die müssen wir denken."
Bondscoach Marco van Basten, der unerwartet den in Sevilla aussortierten Ex-HSV-Spieler Khalid Boulahrouz aufgeboten hatte, war von dem deutlichen Ergebnis eher überrascht: "Das haben wir nicht erwartet. Es war wirklich eine gute Teamleistung." Im selben Atemzug allerdings warnte er vor übertriebener Euphorie: "Wir müssen noch gegen Frankreich antreten. Das ist eine sehr schwere Mannschaft für uns. Und in der letzten Qualifikation haben wir gegen Rumänien verloren - das wird nicht einfach." Genauso wenig, wie mit der Rolle des Mitfavoriten umzugehen. Denn die haben die Niederländer seit diesem Spiel.
mit dpa/sid | Stand: 10.06.2008, 00:00
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |