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Presseschau
Von Wolfram Porr, Wien
Nach der Schweiz hat auch Co-Gastgeber Österreich sein Auftaktspiel bei der Euro verloren. Der Traum von der Euro-Sensation scheint bereits ausgeträumt.
Sie hatten es immer wieder betont: Österreich, so hieß es vor dem Turnier allenthalben, sei der "größte Außenseiter, der jemals bei einer Europameisterschaft angetreten ist" (Toni Polster). Aber insgeheim hatten sie hier, wo Skifahrer eine wesentlich größere Popularität erreichen als Fußballer, wohl doch auf eine Sensation gehofft. Doch der Traum scheint bereits ausgeträumt.
"Elfer zerstört unseren Traum" titelt die Tageszeitung "Österreich", nicht ohne - in etwas kleineren Lettern - gleich hinterherzuschieben: "ABER: So können wir gegen Polen siegen". Die Tageszeitung, die während der Euro täglich eine 16-seitige Farbbeilage herausgibt, schreibt von einem "begeisternden Spiel" der Rot-Weiß-Roten und dem "worst case " (dem schlechtest möglichen Fall) nach 180 Sekunden: dem Elfmeter für Kroatien.
Ex-Nationaltrainer und Kolumnist Hans Krankl bedauert die Niederlage ebenfalls, sieht aber auch die Schwächen der ÖFB-Elf: "So kriegen wir die Kroaten nie wieder! Da war zumindest ein Remis drinnen. Es wäre sogar gerecht gewesen." Krankls Analyse: "Ich behaupte, dass wir viel zu spät auf Offensive umgeschaltet haben.( ...) Der Schock des - gerechtfertigten Elfmeters - saß zu lange in den Knochen aller Österreicher."
Die "Kronen Zeitung" sieht das Spiel ganz ähnlich: "Bitterer Auftakt! Toll gespielt, 0:1", so die Schlagzeile. Im Sportteil heißt es dann: "Schade, Ihr hättet den Punkt verdient. Viel bitterer geht es nicht". Auch hier die Analyse: Viel zu lange habe die österreichische Mannschaft "wie gelähmt" gespielt. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein 1:1 aber hochverdient gewesen.
Insbesondere dem Bremer Martin Harnik und dem eingewechselten Neu-Frankfurter Ümüt Korkmaz wird eine Klasse-Leistung bescheinigt.
Mit einer "Achterbahnfahrt" vergleicht der "Kurier" das Auftaktspiel" gegen die Kroaten und spendet "Applaus für die Verlierer". Österreich habe Lehrgeld gezahlt, der frühe Rückstand habe die Elf von Trainer Josef Hickersberger aus dem Konzept gebracht. "Das Aufbäumen kam zu spät."
Nicht ganz so gnädig mit der Leistung der eigenen Mannschaft ist das Blatt "Heute", das der ÖFB-Elf einen "Fehlstart" und einen "Angsthasenkick" attestiert. Der direkte Vorwurf an den Trainer: Seine "Zitter-Aufstellung" habe nur vier Minuten gehalten: "Hicke, das war viiiiel zu wenig".
Fast schon wie ein Euro-Fazit klingt, wie der "Kurier" die Stimmung im Land zusammenfasst: "Die 'EUROphorie' war lange Zeit in Österreich nur eine erhöhte Temperatur mit gelegentlichen Fieberschüben". Nach dem gestrigen Spiel habe sich Schüttelfrost eingestellt.
Stand: 09.06.2008, 11:49
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |