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Aus Respekt vor seinem Geburtsland Polen
Von Frank Menke
"Högschde Disziplin!" Dieses Motto von Trainer Joachim Löw hatte sich auch Lukas Podolski beim deutschen Euro-Auftakt zu eigen gemacht - in Sachen Torjubel. Noch nie hat man den gebürtigen Polen sich so wenig freuen sehen nach Torerfolgen. Der Jubel auf Sparflamme dokumentierte auf schon anrührende Weise sein zerrissenes Herz.
Sein Vater saß im Stadion, ein Onkel und weitere polnische Verwandte. Ihnen allen hatte Lukas Podolski Tickets für das deutsche Euro-Auftaktspiel gegen Polen besorgt. Sie alle wurden Zeuge, wie das prominente Familienmitglied auf dem grünen Rasen die polnische Nationalmannschaft mit seinen beiden Treffern quasi im Alleingang abschoss. Sie alle sahen auch, dass er sich darüber nur andächtig freuen mochte. Es war die große Geste des im polnischen Gleiwitz geborenen Kickers gegenüber seinem Geburtsland: "Ich habe eine sehr große Familie in Polen. Ich bin Polen geboren und daher denke ich, dass ich auch ein bisschen Respekt haben muss gegenüber dem Land", begründete er seine Zurückhaltung.
Deutlich weniger zurückhaltend hatte sich der zum "Mann des Spiels" gewählte "Lukasz", der von sich sagt, ein polnisches Herz zu haben, im linken deutschen Mittelfeld präsentiert - nicht nur wegen seiner beiden Treffer. Auf der eher ungewohnten Position, die der Stürmer erstmals im November 2007 beim 4:0-Sieg auf Zypern bekleidete, legte er eine Gala hin, machte permanent Druck, war stets torgefährlich und bestätigte Joachim Löws Mut in allen Belangen. Nur hervorheben mochte er seine Leistung nicht, sprach nach dem Abpfiff nur in der Wir-Form. Bis auf eine Ausnahme.
In der Pressekonferenz nach dem Spiel danach befragt, wie er den Tritt von Dariusz Dudka in seinen "unangenehmen Bereich", sprich Schritt, und den von Mariusz Lewandowski auf den Fuß verkraftet habe, antwortete er in typischer Poldi-Diktion: "Im unangenehmen Bereich ist soweit alles okay. Der Knöchel schmerzt noch ein bisschen, aber da haben wir jetzt einen leichten Verband drauf gemacht, gekühlt, und morgen wird es schon wieder gehen."
Gegangen waren da schon längst seine polnischen Familienmitglieder und sein Vater, zu dem er nach Spielschluss im Lewandowski-Trikot auf die Tribüne gelaufen war, um sich von ihm zu verabschieden. Nicht ohne zu versprechen, Trikots seiner Nationalmannschaftskollegen zu besorgen, um die die Familie ihn gebeten hatte. Sozusagen als eine Geste der "Wiedergutmachung" - der zwei Treffer und einer Topleistung wegen, aber irgendwie eben doch für die "falsche" Seite.
Stand: 09.06.2008, 00:00
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| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |