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Deutsches Team

Deutschland gewinnt 2:0

Auftaktsieg dank Podolski

Von Daniel Schwenk

Gelungener Start für die deutsche Mannschaft. In einem nicht hochklassigen, aber intensiven Spiel besiegte das Team von Joachim Löw in Klagenfurt Polen mit 2:0 (1:0). Ausgerechnet der lange formschwache WM-Traumsturm von 2006 sorgte für die Entscheidung.

Erst kurz vor Spielbeginn gab Joachim Löw die elf Spieler bekannt, die zum ersten Mal seit 1996 wieder einmal ein
EM-Spiel gewinnen sollten: Bastian Schweinsteiger, dem zuletzt wieder Chancen in der Anfangself eingeräumt worden waren, blieb zunächst auf der Bank. Stattdessen spielten Podolski und Clemens Fritz auf den Außenbahnen im Mittelfeld. Offenbar die richtige Entscheidung: Lukas Podolski erzielte seinen fünften Doppelpack im DFB-Trikot. Der Bremer Fritz sorgte bis zu seiner Auswechslung zusammen mit Philipp Lahm immer wieder für Druck über die rechte Seite und war einer der besten im deutschen Team.

Abseitsverdächtiger Führungstreffer

Bereits nach fünf Minuten hätte die deutsche Mannschaft, die von Anfang an hohes Tempo ging, in Führung gehen müssen. Michael Ballack schickte mit einem schönen Pass Miroslav Klose in Richtung Polen-Keeper Artur Boruc. Klose legte uneigennützig quer, aber Mario Gomez kam nur noch mit der Fußspitze an den Ball, der knapp am rechten Pfosten vorbeitrudelte. In der 20. Minute dann fast eine Kopie der Situation, diesmal aber mit erfolgreichem Abschluss. Lukas Podolski schob ins leere Tor ein. Pünktlich zur Euro kommt der WM-Traumsturm von 2006 wieder in Schwung. Allerdings stand Klose beim Zuspiel von Mario Gomez zumindest in abseitsverdächtiger Position.

Unsicherheiten in der Abwehr

Jens Lehmann; Rechte: dpa Bild großNach Startschwierigkeiten sicher: Jens Lehmann

Chancen für die Polen ergaben sich in der ersten Halbzeit meist nur durch Unsicherheiten in der deutschen Abwehr. Vor allem Jens Lehmann und Per Mertesacker schienen sich zunächst nicht so recht einig zu sein. Bereits in der zweiten Minute behinderten sie sich nach einer eher harmlosen Flanke gegenseitig. Jacek Krzynowek, dem der Ball direkt vor die Füße fiel, konnte die Chance allerdings nicht nutzen. In der 14. Minute kamen sich die beiden dann wieder in die Quere, erneut ohne dass die Polen davon profitieren konnten.

Metzelder souverän

Die größte Chance hatten die Polen zehn Minuten vor der Halbzeit: Völlig unbedrängt von der deutschen Innenverteidigung kam Mariusz Lewandowski im Strafraum zum Schuss, verzog aber knapp. Im Laufe des Spiels wurde Lehmann sicherer. Auch die zuletzt heftig kritisierte Innenverteidigung wirkte diesmal überzeugender. Vor allem Christoph Metzelder trat deutlich souveräner als in den Testspielen auf. "Wir haben unsere Sache in der Abwehr sehr gut gemacht, trotz aller Kritik im Vorfeld", so Metzelder nach dem Spiel.

Schweinsteiger für Fritz

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schienen beim Team von Joachim Löw zunächst die Kräfte rapide zu schwinden. Bei den Deutschen häuften sich die Fehlpässe, bei den Polen die Torszenen und gewonnen Zweikämpfe, allerdings konnten sie sich kaum zwingende Chancen erarbeiten. Auch Bastian Schweinsteiger, der kurz nach der Halbzeit dann doch noch ran durfte, konnte das Spiel zunächst nicht beruhigen. In der 55. Minute ersetzte Schweinsteiger den bis dahin starken, aber völlig ausgepowerten Clemens Fritz – sehr zum Unmut des Publikums, das die Auswechslung mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierte.

Entscheidung in der 72. Minute

In der 70. Minute hätte Michael Ballack vorzeitig für die Entscheidung sorgen können: Nach dem besten Angriff in der zweiten Spielhälfte über Frings und Lahm scheiterte er an Torhüter Artur Boruc. Zwei Minuten später war der dann allerdings machtlos, als erneut Lukas Podolski traf. Vorbereitet ausgerechnet von Bastian Schweinsteiger. Auch dieser Wechsel hatte sich gelohnt.

Beenhakker hadert mit dem fehlenden Glück

"Das erste Spiel zu gewinnen ist natürlich immer besonders wichtig bei einem Turnier. Das gibt Sicherheit, gibt Selbstvertrauen", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie. Ein kleines Extra-Lob gab es für den Doppeltorschützen: "Lukas Podolski hat stark gespielt, aber auch die ganze Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt mit tollen Kombinationen in der ersten Halbzeit". Löws Kollege Leo Beenhakker haderte am Ende mit dem fehlenden Glück: "Ich glaube, dass wir bis zum zweiten Tor auf dem gleichen Niveau gespielt haben", sagte der Trainer der Polen.

Stand: 09.06.2008, 00:00

 

 

Kader
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